Toyo beendet China-Joint-Ventures, baut eigene Fabrik

Der japanische Konzern Toyo Tire & Rubber beendet mit dem heutigen Tage – das Einverständnis der chinesischen Behörden vorausgesetzt – seine beiden Joint Ventures mit Cheng Shin (Marke Maxxis) in China. Am Pkw-Bereich der Joint-Venture-Fabrik Cheng Shin-Toyo Tire in Kunshan Jiangsu hatten die Japaner eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von 22,4 Prozent, die anderen 77,6 Prozent lagen bei der Cheng Shin Rubber Ind. Co., Ltd. (Taiwan). Auch das zweite Joint Venture in Xiamen und bei dem die Maxxis International Co., Ltd. (Cayman Islands/Großbritannien) als Vertragspartner diente, wird beendet: An diesem Gemeinschaftsunternehmen, das radiale Lkw-Reifen herstellt, hielt Toyo 21,4 und Maxxis 78,6 Prozent der Anteile. Das japanische Unternehmen wird weiterhin Reifen aus der bisher gemeinsam betriebenen Produktion beziehen, allerdings auf Basis eines Offtake-Abkommens. Zeitgleich mit der Aufkündigung der Joint Ventures hat Toyo angekündigt, im Küstenbereich Chinas eine neue und vollständig eigene Pkw-/LLkw-Radialreifenfabrik mit einer Anfangskapazität von jährlich etwa zwei Millionen Einheiten bauen zu wollen, deren Inbetriebnahme für Ende 2011 anvisiert ist.

Toyo begründet die Auflösung der beiden Joint Ventures, die für die Produktion überwiegend von Reifen für den chinesischen Markt und in gewissem Umfang auch von Standardreifen für den US-Markt eingegangen worden waren, mit dem wachsenden Bedarf in China und der dort rapide steigenden Motorisierung, was eine im vollständigen Eigenbesitz befindliche Fabrik nahegelegt habe. Außerdem seien die gesteckten Ziele hinsichtlich der Erstausrüstung verfehlt worden. Das am 23. Dezember 1995 mit Cheng Shin eingegangene Joint Venture hatte die Produktion von Pkw-Reifen und Schläuchen zum Inhalt, das am 15. August 2002 mit Maxxis von Lkw- und Busreifen.

Die neu zu errichtende Toyo-Fabrik folgt der Vorgehensweise in den Vereinigten Staaten: Ist der Markt für den Absatz der eigenen Produkte groß genug und erscheint gefestigt, dann wird ein eigenes Werk errichtet. Toyo sucht aktuell in China nach dem geeigneten Standort, wobei Küstennähe und die Infrastruktur für eine Belieferung von Automobilherstellern entscheidend sind. In der ersten Projektphase geht das Unternehmen von Investitionen in Höhe von etwa 75 Millionen Euro aus, die Beschäftigtenzahl soll bei 400 liegen, die Kapazitäten sind für den Bedarf im chinesischen Markt bestimmt. Mit einer stärkeren Präsenz in China wäre eine Kapazitätserweiterung verbunden.

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