Micheliner aus Bad Kreuznach gewinnt Europa-Preis „Amélie“

Man könnte meinen, das Bad Kreuznacher Michelin-Werk entwickle sich zu einer Ideenschmiede: Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr haben Bad Kreuznacher einen konzerninternen Europa-Preis für beste Fortschrittsideen gewonnen. Nachdem schon ein Preis für die Textil- und Stahlcordherstellung an die Nahe gegangen war, waren im Rahmen des Projekts „Amélie“ („Amélioration de la logistique industrielle en Europe“, auf Deutsch „Verbesserung der industriellen Logistik in Europa“) alle Mitarbeiter aufgefordert, Ideen zur Kostensenkung und Verbesserung der Abläufe für Speditionen einzureichen. Das Rennen um einen der drei Hauptpreise machte eine Idee des Bad Kreuznacher Logistikmitarbeiters Peter Mayer.

Bereichsleiter Thomas Stärkel hat Peter Mayer bei der offiziellen Verleihung einen iPod nano als Hauptpreis übergeben: „Ich bin ganz besonders stolz, dass dieser Preis nach Bad Kreuznach geht – zumal ich selbst als einziger Vertreter eines Produktionswerkes Mitglied in der internationalen Projektgruppe Amélie bin“, freute sich Stärkel. Ganz im Sinne von Amélie war David Cussac, Leiter der zuständigen Supply Chain, nicht persönlich vor Ort, sondern Kosten sparend per Telefonkonferenz aus Clermont-Ferrand in Frankreich zugeschaltet. Er hob das Engagement der Bad Kreuznacher Mannschaften hervor: „Die Interessen von Spediteuren und Kunden immer vor Augen, hat Bad Kreuznach unsere Erwartungen schon seit Jahren erfüllt – dank Amélie jetzt noch stärker: Dafür ein Bravo an die ganze Mannschaft!“ Diesem Lob schlossen sich alle an, die der Preisverleihung beiwohnten: Peter Freiländer aus der Michelin-Logistikzentrale und Projektleiter von Amélie (ebenfalls per Telefon zugeschaltet), Werkdirektor Cyrille Beau, Ideenmanager Horst Blum und der direkte Vorgesetzte von Mayer, Rolf Petermann.

Die Gewinner-Idee

Leergut, vor allem Paletten, auf denen Produkte aus der Textil- und Stahlcordherstellung sowie aus der Mischungsherstellung Bad Kreuznach und aus der Mischungsherstellung Karlsruhe nach Dundee geliefert worden waren, kehrten bunt gemischt auf den Lkw aus Schottland zurück an die Nahe. Um jedes Leergut am richtigen Ort abzuliefern, musste jeder Lkw mehrere Rampen in Bad Kreuznach anfahren: Das kostete wertvolle Zeit. Peter Mayer machte den Vorschlag, die Lkw schon in Dundee so sortiert zu beladen, dass jeweils nur eine Rampe zum Entladen angefahren werden muss. Der Vorschlag konnte nach Rücksprache mit Dundee und der Logistik sofort und ohne Kosten umgesetzt werden. Lkw aus Dundee werden seither um 66  Prozent schneller abgefertigt, was die Wartezeiten für andere Lkw gleichzeitig verringert und die Abfertigungskapazitäten erhöht. Damit ist Michelin dem Ziel des Projektes Amélie, Kosten zu sparen und ein attraktiver Kunde für die Speditionen zu sein, ein gutes Stück näher gekommen.

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