Studie: Kfz-Teile-Absatz durch Abwrackprämie in den nächsten Jahren rückläufig

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War die Abwrackprämie für die meisten Autohäuser ein Segen, so befürchteten die Freien Werkstätten einen nicht erheblichen Rückgang ihrer Werkstattaufträge. Schließlich sind gerade die Halter mit älteren Fahrzeugen die angestammte Klientel der unabhängigen Servicebetriebe. Es liegt auf der Hand, dass durch den Austausch der abgewrackten Fahrzeuge ein natürliches Nachfragepotential an Verschleißteilen verlorengeht. Mit welchen Auswirkungen auf den derzeitigen und künftigen Absatz von Kfz-Teilen durch den Effekt der so genannten „Umweltprämie“ ist also zu rechnen? Mit der Beantwortung dieser Frage hat sich die „2hm & Associates GmbH – Strategy and Management Consulting“ in Mainz beschäftigt.

Mittelfristige Nachfrage durch Abwrackprämie tangiert

Während für das laufende Jahr noch kein Einfluss aufgrund der hohen Anzahl der Neuzulassungen durch den Teilehandel gesehen wird, geht dieser jedoch für 2010 mit einem daraus resultierenden negativen Abschwung aus, wie die Strategieberatung 2hm & Associates im Rahmen einer eigenen Studie herausfand. So schätzen dies ein Fünftel für das nächste Jahr und für den Folgezeitraum mit fast einem Drittel der Befragten des großen Teilehandels. Diese negative Erwartung ist besonders bei kleineren und freien Händlern festzustellen. Größere Gruppierungen hingegen sehen sich auch künftig strategisch und wettbewerbsfähig gut aufgestellt. Ein Problem für die Branche liegt sicherlich in dem hohem Bestand von Gebrauchtteilen, der durch die abgewrackten Fahrzeuge entstanden ist.

Zum Optimismus Anlass gibt der immer noch erhebliche Bestand an Fahrzeugen mit über einem Drittel, der über zehn Jahre alt ist. Darüber hinaus wird nach Auslaufen der Abwrackprämie wieder mit einem Anstieg des Gebrauchtwagenmarktes gerechnet, welcher normalerweise auch zu einer stärkeren Ersatzteilnachfrage führt.

Austausch der Altfahrzeuge positiv für Premium

40 Prozent des Teilehandels sind überzeugt, dass sich die Verjüngung des Fahrzeugbestandes positiv auf den Bedarf von Premiumteilen auswirken wird. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die neuen Fahrzeuge mit zunehmend elektronisch anspruchsvollen Teilen ausgeliefert werden. Die Autofahrer erwarten laut der Aussagen von ihren Werkstätten ebenso einen qualitativ hochwertigen Service, der auch die Verwendung von Originalteilen einschließt. Schließlich ist es Aufgabe der Premiummarken, die Kfz-Betriebe mit entsprechendem Know-how fit für den Einbau ihrer Teile zu machen. „Für das Überleben in einer gesättigten Automobilbranche sollte in erster Linie Wert auf einen auskömmlichen Deckungsbeitrag gelegt werden“, empfiehlt Hans Herrmann, Automobilexperte und Senior Consultant bei 2hm. Das reine Stückzahldenken sollte doch der Vergangenheit angehören.

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