Nächster Stein von Amtel-Vredestein fällt: Kirov ist insolvent

Nachdem bereits die Holdinggesellschaft Amtel-Vredestein N.V. mit Sitz in den Niederlanden sowie die russische, operative Geschäftsholding OJSC Amtel-Vredestein Insolvenz angemeldet hat und Vredestein Banden an Apollo Tyres aus Indien verkauft wurde, fällt nun ein weiterer Stein des offenbar vor der Auflösung stehenden Amtel-Vredestein-Konzerns. Einer Meldung der russischen Tageszeitung Kommersant zufolge habe nun auch die OJSC Amtel-Povolzhye, also die Reifenfabrik in Kirov, formell beim zuständigen Gericht einen Insolvenzantrag wegen Überschuldung gestellt. Die Produktion in dem Werk, das eine eigene Rechtspersönlichkeit ist, solle unterdessen weiterlaufen, heißt es dazu. Allerdings war sie in den vergangenen Monaten immer wieder wegen Zahlungsschwierigkeiten vom Netz gegangen.

Im ersten Quartal hatte die Fabrik einen Nettoverlust in Höhe von 102 Millionen Rubel (2,3 Millionen Euro) erzielt und das bei einem Umsatz von nur noch 681 Millionen Rubel (16 Millionen Euro). Im Vorjahresquartal lag der Umsatz noch bei 1,63 Milliarden Rubel, also 140 Prozent höher, und Amtel-Povolzhye erwirtschaftete einen Nettogewinn in Höhe von 96 Millionen Rubel. Die Frage, ob, wann und zu welchen Konditionen das Werk an welchen Investor geht, wird sich vermutlich bald beantworten lassen. Immer wieder hat Sibur-Russian Tyres Interesse an der Übernahme der beiden Fabriken in Kirov und in Voronezh (OJSC Amtel-Chernozemye) bekundet, konnte sich allerdings nicht mit den weiteren, wichtigen Gläubigern des gescheiterten russischen Reifenherstellers Amtel einigen. In dem Werk in Kirov wurden bis vor kurzem noch Vredestein-Reifen für den lokalen Markt und den Export nach Europa gefertigt. Lediglich das Werk in Voronezh sowie die Handelskette AV-TO stehen derzeit noch nicht unter Verwaltung.

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