Neues Zufall-Reifenlogistikzentrum füllt sich mit Leben

Seit 2005 engagiert sich die Zufall Logsitics Group (Fulda) auch in Sachen Reifenlogistik. Zum Einstieg in dieses Segment war es gekommen, weil sich damals die Gelegenheit bot, entsprechende Dienstleistungen für einen aufstrebenden Reifenhersteller aus dem asiatischen Raum übernehmen zu können. Und bereits im vergangenen Jahr hat man einen zweiten bekannten Produzenten aus derselben Region als Kunden gewinnen können und wickelt seit dem Sommerreifengeschäft 2008 auch für diesen die Logistik hierzulande ab. Dafür hat das Unternehmen bislang im Wesentlichen zwei Standorte betrieben: Eines der Lager ist in Neuenstein, das andere in Petersberg vor den Toren Fuldas. Beide Immobilien sind angemietet – „wie alle unsere Logistikstandorte“, erklärt Tino Mickstein, Abteilungsleiter Marketing/Kommunikation bei der Friedrich Zufall GmbH & Co. KG. Gleiches gelte für das neue Logistikzentrum im Fuldaer Stadtteil Rodges (vgl. bereits NEUE REIFENZEITUNG 3/2009), das sich dieser Tage mit Leben bzw. Reifen füllen soll. Errichtet von einem Investor hat der Logistiker den Neubau für sieben Jahre angemietet. „Von den insgesamt 18.500 Quadratmetern Logistikfläche ist mit rund 10.000 Quadratmetern etwa die Hälfte für Reifen reserviert“, sagt Matthias Schnarr, Bereichsleiter Logistik der Zufall-Gruppe. Die restlichen 8.500 Quadratmeter werden seinen Worten zufolge für einen anderen Zweck bzw. Kunden genutzt.

Freilich sind beide Bereiche fein säuberlich voneinander getrennt, und dass zu beiden Seiten einer Trennwand unterschiedliche Produkte in den Lagergestellen liegen werden, wird allein schon beim Blick auf die Dimensionierung der Zuleitungsrohre der Sprinkleranlage deutlich. „Dort wo jetzt bald die Reifen lagern, weisen sie einen deutlich höheren Querschnitt auf, um einen hohen Wasserdurchsatz von 700 Litern pro Minute je Sprinklerfeld zu realisieren“, spricht Schnarr in diesem Zusammenhang die ungleich höheren Brandschutzauflagen an, wenn es um die Lagerung von Reifen geht. Diesbezüglich sei das neu errichtete Logistikzentrum jedenfalls auf dem neuesten Stand, betont er unter Hinweis darauf, dass der Investor, der das Gebäude errichtet hat, eigens einen gigantischen Wassertank mitgebaut hat. Damit sei gewährleistet, dass die Sprinkleranlage mindestens 60 Minuten lang die ihr im Falle eines Falles zugedachte Löschaufgabe erfüllen kann. Immerhin bietet das Lager Platz für bis zu 380.000 Reifen, und dieser Tage hat das Unternehmen damit begonnen, die bisher in Petersberg vorgehaltenen Reifen des einen Herstellerkunden in das neue Lager zu verlegen.

Grund dafür und für den Neubau in Rodges überhaupt war die Entscheidung des Immobilieneigners in Petersberg, die bisher direkt an der Autobahn 7 gelegenen Flächen zukünftig selbst nutzen zu wollen. Bislang lagerten dort in Spitzenzeiten bis zum 160.000 Reifen, wobei sieben bis acht feste Mitarbeiter sowie zusammen mit den während des Frühjahrs- bzw. Wintergeschäftes unweigerlich notwendigen Saisonkräften bis zu 20 Mitarbeiter für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Für den neuen Standort, der nur wenige Kilometer bzw. Fahrtminuten von Petersberg entfernt liegt, wird eine Beschäftigtenzahl von etwa 20 genannt. Dass in Sachen Reifenlogistik bei Zufall das Signal auf Wachstum steht, wird allerdings nicht nur mit Blick auf das Reifenlogistikzentrum deutlich, dessen Fertigstellung sich Mickstein zufolge bedingt durch die ungünstige Witterung in diesem Winter um etwa einen Monat verzögert hat und folglich erst leicht verspätet bezogen werden kann. In Neuenstein hat das Unternehmen ebenfalls seine Lagerflächen für die Reifen des zweiten großen Kunden erst kürzlich erweitert bzw. von dem Eigner des Gebäudes erweitern lassen.

Dort ist nun Platz für bis zu 400.000 Reifen, wie Wolfram Haase, Bereichsleiter Reifenlogistik bei Zufall, bei einem Vor-Ort-Termin erklärt. „Doch während die Kapazität dieses Lagers Zug um Zug ausgebaut bzw. dem Bedarf unseres Kunden angepasst wurde, können wir bei dem Neubau in Rodges von Anfang an alle Anforderungen berücksichtigen und zugleich unser bislang in Sachen Reifenlogistik gesammeltes Know-how von Beginn an in das Projekt einbringen“, meint Haase. Nichtsdestotrotz seien schon heute 96 Prozent aller bis 16:30 eingehenden Aufträge am darauf folgenden Tag beim Empfänger. Außer der Verteilung der Reifen biete man seinen Kunden aber durchaus noch weitere Leistungen. „So wickeln wir auch etwaige Reklamationsfälle ab. Das heißt: Moniert ein Händler beispielsweise die Qualität eines ihm gelieferten Reifens aus irgendeinem Grund, dann finden diese Reifen über uns auch wieder ihren Weg zurück zum Hersteller. Allerdings sind solche Fälle äußerst selten“, weiß Haase zu berichten. Offen ist man Zufall bei eigenen Worten zufolge natürlich immer auch für neue Herausforderungen. So könnte sich Schnarr beispielsweise vorstellen, an dem noch Potenzial bietenden neuen Standort in Fulda Rodges zusätzlich zum bestehenden Kunden Reifenlogistikdienstleistungen etwa für einen Onlinehändler anzubieten. „Logistiker sind flexibel“, sagt Mickstein und verweist auf die Philosophie des Unternehmens. „Wir wollen mit unseren Kunden wachsen“, meint er – und das dürfte natürlich auch und gerade für den Bereich Reifenlogistik gelten.

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