Chronologie der Amtel-Vredestein-Ehe

● November 2004

Erstmals wird das Interesse der russischen Amtel-Gruppe um Firmengründer Sudhir Gupta (1990 gegründet) an Vredestein öffentlich. Es soll eine Win-Win-Situation entstehen. Ein Abschluss der Übernahme ist für Februar 2005 geplant. Jahresumsatz 2004: 451 Millionen US-Dollar; Amtel fertigt 14 Millionen Reifen.

● April 2005

Beide Parteien sind sich einig. Die Amtel Holdings Holland N.V. kauft Vredestein Banden B.V. für 195,6 Millionen Euro. Amtel soll ein paneuropäisches Unternehmen werden. Eine beiderseitige, enge Zusammenarbeit auf der operativen Ebene wird vereinbart.

● Mai 2005

Die Übernahme ist rechtskräftig.

● Mai 2005

Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG erwartet der damalige Geschäftsführer der deutschen Vredestein GmbH, Achim Saurer, dass Amtel-Reifen in Deutschland „mittelfristig“ eingeführt werden. Zwei Jahre später ist davon keine Rede mehr.

● August 2005

Amtel-Vredestein beginnt in Russland die Reifenhandelskette AV-TO aufzubauen; im Plan sind 300 Outlets.

● 2005

Amtel-Vredestein verkauft Anteile an der Rosava-Reifenfabrik in Belaya Tserkov (Ukraine).

● November 2005

Börsengang (IPO) an der London Stock Exchange (LSE); erwartet werden über 300 Millionen Dollar neues Eigenkapital, eingenommen werden letzten Endes nur rund 200 Millionen Dollar.

● Dezember 2005

Amtel-Vredestein verkauft die Tochtergesellschaft Amtel-Carbon, die Reifenruß fertigt.

● Januar 2006

Amtel-Vredestein verkauft das russische Lkw-Reifenwerk Krasnoyarsk; es bleiben die beiden Fabriken in Kirov und Voronezh.

● Juli 2006

Amtel-Vredestein übernimmt die Moscow Tyre Plant (MTP), nachdem sich die Continental aus dem geplanten Jointventure zurückzieht. Anfang 2008 wird die Fabrik wieder verkauft.

● 2006

Die Fabriken in Kirov und Voronezh werden modernisiert und deren Kapazitäten ausgebaut. Die Fabrik „Voronezh II“ wird als eine der „modernsten Fabriken Europas“ bezeichnet, kommt aber erst verspätet ans Netz.

● ab Juli 2007

Amtel-Firmengründer Sudhir Gupta verkauft peu-à-peu seine Anteile und tritt im September von seiner Führungsposition im Aufsichtsrat der Gesellschaft zurück.

● Februar 2007

Gespräche mit der Continental AG über eine mögliche Kooperation in Russland werden erfolglos beendet.

● ab Juni 2008

Amtel-Vredestein und Sibur-Russian Tyres verhandeln über eine Kooperation.

● ab Herbst 2008

Die finanziellen Probleme des Herstellers führen dazu, dass in den beiden russischen Reifenfabriken die Arbeiten öfter ruhen.

● Oktober 2008

Erstmals machen Gerüchte die Runde, dass Amtel-Vredestein – in Teilen oder insgesamt – verkauft werden soll; die Suche nach einem potenziellen Investor beginnt.

● Dezember 2008

Amtel knickt auch offiziell ein – Vredestein steht zum Verkauf.

● 2. April 2009

Die Holdinggesellschaft Amtel-Vredestein N.V. beantragt Zahlungsaufschub nach niederländischem Insolvenzrecht.

● 2. April 2009

Vredestein Banden gibt bekannt, dass es eine „strategische, industrielle Marktpartei“ gibt, also einen Reifenhersteller, der ein „bindendes Angebot“ zur Übernahme abgeben hat. Vredestein-CEO betont, es seien weder für den Geschäftsbetrieb in Europa noch für die Belegschaft von Vredestein-Banden negative Auswirkungen durch die Insolvenz der Holdinggesellschaft oder den Verkauf des Unternehmens zu erwarten.

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