Hankook verschiebt Erweiterung der Ungarn-Fabrik

Wie Hankooks Chief Operating Officer und neuer Europa-Chef Jin-Wook Choi gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG bestätigt, werde die zweite Ausbaustufe der neuen Reifenfabrik in Ungarn erst ein Jahr später begonnen. Ursprünglich war geplant worden, die Kapazität der Fabrik von aktuell fünf Millionen bis zum kommenden Jahr auf zehn Millionen Pkw-Reifen zu verdoppeln. Wie Choi mitteilt, reagiere man mit der Entscheidung auf die weltweit stark einbrechende Nachfrage nach Reifen. Aktueller Plan sei es, Ende des Jahres mit den eigentlichen Arbeiten für die Verdopplung der Kapazitäten zu beginnen, sodass in der zweiten Ausbaustufe frühesten im Sommer 2010 die ersten Reifen entstehen können; völlig abgeschlossen werde die Erweiterung dann frühestens Ende des kommenden Jahres. Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation wolle man sich aber nicht auf einen konkreten Ablaufplan festlegen.

Aktuell fertigt der koreanische Hersteller in seiner hochmodernen Fabrik im ungarischen Dunaújváros, 65 Kilometer südlich von Budapest, unter Volllast, so Hankooks Europa-Chef. Die knapp 1.300 Mitarbeiter fertigen dort pro Tag rund 15.000 Pkw-Reifen, in der Regel UHP-Reifen des Konzerns wie etwa den Ventus Prime oder den Ventus V12 evo. Die Fabrik, die im Juni 2007 offiziell in Betrieb genommen wurde, sei „für unsere Wachstumsstrategie überaus wichtig“, so Choi. Man betreibe zwar regionale Distributionszentren in Europa. Dennoch lasse sich nur mit Produktionskapazitäten vor Ort entsprechend auf große Nachfrageschwankungen wie etwa durch einen besonders langen Winter reagieren. Man müsse nun nicht mehr alle Reifen aus den Fabriken in Korea und China per Container nach Europa verschiffen.

Jin-Wook Choi betont gleichzeitig die Bedeutung, die der koreanische Reifenhersteller den europäischen Märkten beimisst. Dabei sei es nicht nur die Präsenz auf den Ersatzmärkten, für die der Hersteller die passenden Produkte biete und eigener Aussage zufolge zweistellige Marktanteile im Visier hat. Sondern Hankook kann auch Erstausrüstungskunden in Europa mehr und mehr von seiner Fabrik in Ungarn überzeugen. So hat etwa Volkswagen (Golf, Polo, Caddy, Tiguan) – einer der wichtigsten europäische Erstausrüstungskunden – erst Anfang dieses Jahres die Ungarn-Fabrik auditiert, nachdem sie im Januar noch die doppelte ISO-Zertifizierung schaffte.

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