REG – Komplettentsorger für den ganzen Markt

Die Reifen-Entsorgungsgesellschaft mbH (REG) – ein in der Division Pkw-Reifen angesiedeltes Unternehmen der Continental AG aus Hannover – gehört in Deutschland zu den etabliertesten, größten und diversifiziertesten Unternehmen, das Altreifen, Gummiabfälle und neuerdings sogar umfassende Werkstattabfälle entsorgt. Dabei händelt das Unternehmen keine der jährlich rund 40.000 Tonnen Altreifen selbst, sondern tritt ausschließlich als Makler auf und arbeitet dazu deutschlandweit mit Kooperationspartnern zusammen, die das operative Geschäft übernehmen. Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG erläutert REG-Geschäftsführer Fréderic Legros die Wachstumsstrategie des Unternehmens und was der Reifenfachhandel in Deutschland davon hat.

Die REG wurde bereits 1992 durch die Continental AG gegründet, die damals auf die vom Gesetzgeber geplante Altautorücknahmeverordnung regierte. Das vorrangige Ziel, das mit der Firmengründung verfolgt wurde und immer noch verfolgt wird, sind „der Aufbau und die Sicherstellung einer umweltgerechten Sammlung, Entsorgung und Verwertung von Altreifen in Deutschland und die Umsetzung umfassender Entsorgungskonzepte für Produktionsstätten der kautschukverarbeitenden Industrie“. Damals wie heute ist der Hannoveraner Reifenhersteller das einzige Unternehmen der Branche, dass ion Deutschland auch in der Entsorgung alter Reifen aktiv ist.

Allerdings ist in den Jahren seit der Gründung der Gesellschaft der Anteil an Tonnage, den die REG im eigenen Unternehmen und seinen Tochtergesellschaften – etwa Vergölst – entsorgt, kontinuierlich zurückgegangen. Während dieser Anteil bei Dienstantritt von Fréderic Legros bei der REG vor vier Jahren noch bei rund 70 Prozent der Altreifen und Gummiabfälle lag, sind dies heute nur noch rund 40 Prozent – Tendenz weiter fallend. Neben den Vergölst-Niederlassungen, die die REG entsorgt (obwohl, so betont der gebürtige Franzose, diese nicht über die REG entsorgen müssen), zählen heute etwa auch die Euromaster-Niederlassungen zu den größten Kunden der Continental-Tochter. „Insgesamt stehen die großen Ketten bei uns im Fokus“, so Legros. Denken in engen Konzerngrenzen sei bei der Altreifenentsorgung also nicht angesagt. Vielmehr überzeugen das Entsorgungskonzept und die Konditionen der REG offenbar auch die Verantwortlichen des Wettbewerbs aus der Neureifenindustrie.

Und dieses Entsorgungskonzept hat sich in den Jahren seit Gründung der Gesellschaft deutlich entwickelt. Heute steht das Geschäft der REG insgesamt auf vier zentralen Säulen:
• klassische Altreifenentsorgung
• Vermarktung wiederverwertbarer Wertstoffe wie Gummimischungen
• Entsorgung/Verwertung von Altgummi, Off-Spec-Reifen, etc.
• Entsorgung allgemeiner Werkstattabfälle
Es sei insbesondere die Entsorgung allgemeiner Werkstattabfälle, also von Altöl, Batterien, Spraydosen, Altmetallen oder Papier, was aus der REG einen attraktiven „Komplettentsorger“ macht, so Legros weiter. Wenn Reifenhandelsbetriebe mit mehreren Entsorgern bei verschiedenen Abfällen kooperieren, könne die REG „alles aus einer Hand“ bieten. Dies vereinfache die komplexe Handhabung und Rechnungsstellung beim Handel und kann helfen, Kosten zu senken. Der Wunsch nach einem umfassenden Entsorgungskonzept sei vom Handel an die REG herangetragen worden, betont der Geschäftsführer.

Während sich die REG in den vergangenen Jahren aber intensiv um die oben genannten Säulen (2) bis (4) gekümmert hat, so Fréderic Legros weiter, wolle man sich aktuell wieder mehr auf die Altreifenentsorgung konzentrieren und hier „durch Umweltstrategie und Qualität“ neue Akzente setzen – dies werde deutschlandweit bei der Akquise neuer Kunden für die Altreifenentsorgung helfen. Die anderen Teile des Geschäftes seien in den vergangenen Jahren „übermäßig stark angestiegen“. Insgesamt, so der Geschäftsführer weiter, erwirtschafte die REG heute einen Jahresumsatz von rund elf Millionen Euro.

Die Entsorgung von Altreifen für den Reifenfachhandel ist das Kerngeschäft der REG. In diesem Geschäftsbereich erarbeitet das Maklerunternehmen mit seinen acht Mitarbeitern maßgeschneiderte Entsorgungskonzepte für Reifenhändler und kümmert sich „um die fachgerechte Entsorgung der anfallenden Altreifen“. Vorrangiges Ziel sei dabei die „Sicherstellung einer umweltgerechten Einsammlung, Sortierung, Entsorgung und Verwertung von Altreifen im gesamten Bundesgebiet“, heißt es dazu offiziell vonseiten des Unternehmens. Damit dies garantiert werden könne, hat die REG gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern in der Altreifenentsorgung eine umfassendes Entsorgungsangebot entwickelt, wozu auch die Container- bzw. Wechselbrückengestellung, Direktbeladungen, Kranwagenverladungen, Kleinstmengenabholungen und sogar Selbstanlieferungen gehören. Auch könne der Reifenhändler selber entscheiden, wie die Dienstleistungen der Gesellschaft berechnet werden sollen, „ganz wie es der Kunde wünscht“.

Zu den Kunden der REG gehören dabei aber nicht nur die beiden oben genannten Ketten Vergölst und Euromaster. Darüber hinaus bedient sie auch Autohäuser oder Kommunen – etwa für die Räumung wilder Altreifendeponien – mit dem flächendeckenden Entsorgungsservice. Der Fokus liege bei der Altreifenentsorgung insbesondere auf dem deutschen Markt, was auch auf die Entsorgung allgemeiner Werkstattabfälle zutrifft. Die anderen beiden Geschäftszweige bzw. Säulen haben hingegen eine europa- oder sogar weltweite Reichweite.

Bei der Altreifenentsorgung arbeitet die Reifen-Entsorgungsgesellschaft aus Hannover mit zwölf bis 15 regionalen Kooperationspartnern zusammen, die das operative Geschäft in ihrem Gebiet übernehmen. Zu diesen Unternehmen gehört etwa die Containertransporte Wesseler GmbH aus Melle bei Osnabrück (siehe separaten Beitrag in dieser Rubrik), an dem die Continental AG im Übrigen eine Minderheitsbeteiligung von 24,9 Prozent hält. Übrigens: Für alle vier oben genannten Geschäftszweige bzw. Unternehmenssäulen sind andere Entsorgungspartner zuständig. Bei der Altreifenentsorgung bieten die REG bzw. deren regionale Kooperationspartner nicht nur eine „termingerechte Abholung“, sondern vor allem einen „lückenlosen Nachweis über Entsorgung und Verwertung“ der Altreifen. Dies, so Legros weiter, sei insbesondere wichtig, um sich von etwaigen schwarzen Schafen der Branche zu distanzieren, die es – trotz der Gefahr, nachträglich belangt zu werden – nicht so genau mit der Gewissenhaftigkeit nehmen.

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