Kristall Montero 3 – Nachfolger mit großem Erbe

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Es ist der absolut richtige Zeitpunkt, um einen neuen Winterreifen vorzustellen. „Ihre Läger und unsere Läger sind leer“, so Michael K. Kuhn anlässlich der Produktpräsentation des neuen Fulda Kristall Montero 3 im Vorfeld der Fulda Challenge. Zustimmendes Nicken ist die geringste Antwort, die der Fulda-Geschäftsführer von den anwesenden 180 Fulda-Reifenhändlern erhält. Dabei muss sich der Nachfolger des seit der Saison 2002/2003 vermarkteten Produktes, dessen Mischung für 2006/2007 überarbeitet wurde (Kristall Montero 2), an rekordverdächtigen Maßstäben messen lassen: Mit über 11,5 Millionen verkauften Reifen gehört der Kristall Montero zu den erfolgreichsten Reifen im Goodyear-Dunlop-Konzern und im Markt insgesamt. Nun hoffen die Verantwortlichen aus Fulda, dass der 3er – wie seine Vorgänger – die journalistischen Reifentester im Laufe des Jahres genauso überzeugt wie die Reifenentwickler des Konzerns, sodass einer erfolgreichen Produkteinführung zum kommenden Winter nichts mehr entgegen steht.

Während Fulda in früheren Jahren seine Händlerschaft gerne zu Tagungen einlud, um sie mit Informationen aus dem Unternehmen, dem Markt und zu neuesten Produkten zu versorgen und natürlich um die Kundenbindung weiter zu verbessern, hat sich der Hersteller in diesem Jahr etwas ganz Besonderes für seine treuesten Kunden überlegt. 180 Fulda-Reifenhändler durften der Produktvorstellung des neuen Fulda Kristall Montero 3 sowie dem Beginn der diesjährigen Fulda Challenge (separater Bericht folgt) im kanadischen Yukon Territory beiwohnen, das von Fulderanern als „zweite Heimat“ gesehen wird. Angereichert mit zahlreichen produktbegleitenden Events hatten hier Händler und mitreisende Journalisten die Gelegenheit, sich von der Leistungsfähigkeit des neuen Winterreifens für das mittlere Marktsegment zu überzeugen. Der Kristall Montero 3 stelle das Ergebnis von 50 Jahren Erfahrung im Bau von Winterreifen dar, so dass die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit entsprechend hoch sind.

Wie das Unternehmen während der Präsentation betont, wolle man mit dem neuen Kristall Montero „das Kapitel einer großen Erfolgsgeschichte aufschlagen“. Wie bei seinen beiden Vorgängern, hat der Reifenhersteller auch beim Fulda Kristall Montero 3 eine Vielzahl neuster Technologien in einem „einzigen Spitzenprodukt“ zusammengefasst, erklärt Produktmanager Rolf Dieter Stohrer gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG. Da sich die Weiterentwicklung vom Kristall Montero 1 zum Kristall Montero 2 ausschließlich auf die Mischungstechnologie, nicht aber auf die Profilgestaltung bezog, war es nach sieben Jahen am Markt an der Zeit, so die Fulda-Manager, eine umfangreiche Modernisierung des führenden Winterreifens im Standardsegment vorzunehmen. Dabei hatte der Vorgänger Kristall Montero 2 – seit drei Jahren mit neuer Mischung erfolgreich am Markt verfügbar – auch in der jetzt abgelaufenen Winterreifensaison noch einmal die Reifentester des ADAC überzeugt und in der Größe 175/65 R14 T ein „empfehlenswert“ erhalten. Auch wenn der Kristall Montero 2 folglich noch lange nicht in die Rubrik Altreifen gehört, sei es an der Zeit gewesen, gemeinsam mit den Reifenentwicklern aus Luxemburg eine umfassende Überarbeitung der Profilgestaltung und Modernisierung der Mischung vorzunehmen. „Ein sehr gutes Produkt wie den Montero 2 durch eine Neuentwicklung zu ersetzen, ist extrem schwierig. Doch unsere Firmenphilosophie ist es, sich nie mit dem Erreichten zufrieden zu geben. Denn Stillstand bedeutet Rückschritt“, so Produktmanager Rolf Dieter Stohrer. Außerdem haben auch die wichtigsten Wettbewerber auf dem deutschen Winterreifenmarkt in der jüngsten Vergangenheit ihr Produktportfolio modernisiert, sodass sich hier ein gewisser Handlungsbedarf ergab, um nicht zurückzufallen.

Das Ergebnis, so zeigen sich Marketing- und Produktverantwortliche bei Fulda Reifen – allen voran Geschäftsführer Michael K. Kuhn, Verkaufsleiter Markus Schultheis, Produktmanager Rolf Dieter Stohrer und Marketingleiterin Kerstin Völck – überzeugt, werde dem „sehr hohen Erwartungsdruck“ (Kuhn) mehr als gerecht. Der „Neue“, kündigte der Geschäftsführer gegenüber den erwartungsfrohen Reifenhändlern an, werde sich nahtlos in die Reihe der erfolgreichen Winterreifen aus dem Hause Fulda einbinden und – wie gewohnt, muss man fast schon sagen – zu den Bestsellern im deutschen Winterreifengeschäft werden. Insbesondere nun, nachdem das zurückliegende Jahr entgegen aller ursprünglichen Befürchtungen über Preiskämpfe und fehlender Kaufbereitschaft der Kunden, doch überaus angenehm verlief. Seit der StVO-Novelle zum Winterreifengeschäft 2005/2006 gebe es eine Sättigung am deutschen Markt, da – so Kuhn weiter – „damals drei Viertel aller Reifen fünf Millimeter und mehr Restprofil hatten“. In Bezug auf die Verkehrssicherheit seien Reifen, die in einem „exzellenten Zustand“ sind, natürlich gut. Die entstandene „qualitative Bugwelle“ werde zum kommenden Winterreifengeschäft deutlich abebben, prognostiziert Kuhn weiter. Außerdem könne das kommende Winterreifengeschäft beruhigt abgewartet werden, denn, wie gesagt: „Ihre Läger und unsere Läger sind leer.“

Welche technischen Features bietet der neue Kristall Montero 3 nun im Einzelnen?

„Snow Catcher“-Technologie

Der so genannten Snow-Catcher-Technologie (S.C.T.) liegt eine einfache Beobachtung zu Grunde: „Schnee haftet auf Schnee am besten“, so der Produktverantwortliche. Zwei direktionale und gegenläufige Profilrillen halten und komprimieren beim Fulda Kristall Montero 3 den Schnee während des Fahrbahnkontaktes in der Aufstandsfläche und sollen so für einen verbesserten Grip auf geschlossener Schneedecke sorgen.

„Bubble Blade“-Verbundlamellen

Die Faustregel lautet: Je mehr Lamellen ein Reifen aufweist und desto feiner sie konturiert sind, desto besser sind auch die Wintereigenschaften. Doch gleichzeitig leidet unter einer maximalen Lamellierung auch das Handling auf nasser und trockener Straße. Denn bei hohen Seitenführungskräften oder starken Verzögerungswerten knicken die feinen Lamellen ein, was negative Auswirkungen auf die Fahrstabilität hat. Die „Bubble Blade“-Verbundlamellentechnologie reduziere dieses Dilemma in der Reifenentwicklung. Die Verbundlamellen seien im Gegensatz zu klassischen Lamellen nicht gerade geschnitten, sondern weisen in ihrer Mitte eine kugelförmige Ausbuchtung auf. Dank dieses dreidimensionalen Profildesigns könnten sich die feinen Lamellen bei starker Kräfteeinwirkung gegenseitig abstützen.

Erst diese Technologie habe es den Reifenentwickler ermöglicht, die Anzahl der Lamellen auf circa 1.400 zu erhöhen und gleichzeitig die Nässe-Performance sowie die Fahreigenschaften zu verbessern.

Niedrig-Temperatur-Laufflächenmischung

Gummi besitzt die Eigenschaft, bei Minus-Temperaturen zu verhärten, wodurch sich der Grip des Reifens reduziert und sich die Bremswege verlängern. Beim Kristall Montero 3 hat man daher einen hohen Entwicklungsaufwand betrieben, um diesem Phänomen entgegenzuwirken. Die Lösung, die Fulda nun mit dem Kristall Montero 3 auf den Markt bringt, ist ein so genanner Low Temperature Compound (L.T.C.), also eine spezielle Laufflächenmischung für niedrige Temperaturen. Dank der Verwendung neuartiger Polymere habe das Gummi des neuen 3er auch bei tiefen Temperaturen eine geringe Steifigkeit, wodurch die Winterqualitäten gesteigert werden könnten. Nassgrip-Harze sollen darüber hinaus für eine hohe Energieaufnahme sorgen, gerade auch bei Kälte. Außerdem gewährten sie verbesserte Nässe-Eigenschaften. Ein erhöhter Silica-Anteil in der Laufflächenmischung optimiere den Aquaplaningschutz und sorge für ein ausgewogenes Fahrverhalten bei jedem Wetter. Um die Umweltverträglichkeit zu verbessern, werden beim Kristall Montero 3 nur Mischungen mit niedrigem polyzyklischem Kohlenwasserstoffanteil verwendet.

Obwohl der neue Kristall Montero 3 gegenüber seinem Vorgänger insbesondere auf Schnee und Eis optimiert wurde, bleibe er weiterhin ein Reifen für den „typischen mitteleuropäischen Winter“ und könne hier sein volles Leistungspotenzial abrufen, erklärt Rolf Dieter Stohrer gegenüber der NEUE REIFENZEITUNG.

Neuer Reifen – neues Design

Eine gegenüber seinem Vorgänger um fünf Prozent vergrößerte Aufstandsfläche soll für eine höhere Laufleistung und einen verbesserten Rollwiderstand sorgen sowie die Traktion auf Schnee und Eis verbessern. Großzügig gestaltete V-förmige Profilrillen sollen das Wasser schnell aus der Aufstandsfläche leiten und somit die Aquaplaninggefahr reduzieren. Das dreifach aufgeteilte Profildesign sorge mit steifen Schulterblöcken für ein exaktes Handling. Der stark lamellierte Mittenbereich bürge für gute Performance auf Schnee und Eis. Die umlaufende Mittelrippe mit zahlreichen Lamellen verbessere die Traktion.

Der neue Fulda Kristall Montero 3 ist zur kommenden Saison in insgesamt 28 Größen zwischen 13 und 16 Zoll sowie Querschnittsverhältnissen 70 bis 55 verfügbar (siehe Tabelle). Gebaut wird er in verschiedenen Fabriken in Europa; Fulda vermarktet allerdings gut die Hälfte der Fulda-Reifen auf dem deutschen Markt.

Dass Fulda Reifen in diesem Jahr – an Stelle der sonst üblichen Händlertagung – seine treuesten Händler ins kanadische Yukon Territory einlud, stellte sich für die Produktpräsentation als strategischer Schachzug heraus. Einerseits kann es so auf einfache Art und Weise gelingen, die Händlerschaft ebenfalls „emotional aufzuladen“, so Geschäftsführer Michael K. Kuhn, wie dies eben auch durch die Fulda Challenge und die Berichterstattung darüber mit den potenziellen Endverbrauchern in Bezug auf die Marke geschieht. Viele der Fulda-Händler profitieren sehr von dem Image, dass sich Fulda im Laufe der letzten Jahre durch die Extremsportveranstaltung am kanadischen Polarkreis erworben hat. Reifen vermarkten sei zwar im Grunde genommen eine „sehr rationale Sache“, betont die Marketingverantwortliche Kerstin Völck. Am Ende sei aber der „Verstand doch nur Sklave der Gefühle“, unterstreicht Kuhn die hohe Bedeutung, den das Wohlfühlgefühl mit einer Marke wie Fulda auch bei der Händlerschaft spielt. Es sind diese Händler, denen man die Idee hinter der Veranstaltung noch näher bringen will, damit sie eben noch besser als Repräsentanten der Marke Fulda im deutschen – und ausländischen – Reifenmarkt fungieren können. Außerdem – und das ist die positive Nebenerscheinung einer Produktvorstellung im Yukon Territory – stellt die Reise natürlich ein ideales Incentive und Kundenbindungsinstrument für Reifenhändler dar.

Übrigens: Für den seit der Saison 2003/2004 vermarktete HP-Winterreifen Fulda Kristall Supremo ist derzeit ein Nachfolger in Arbeit, so Produktmanager Rolf Dieter Stohrer. Wann der auf „Kristall Avero“ getaufte Winterspezialist verfügbar sein wird, sei allerdings noch nicht bestimmt.

Verfügbares Lieferprogramm:

165/70 R13 79 T
175/70 R13 82 T
165/70 R14 81 T
175/70 R14 84 T
155/65 R14 75 T
165/65 R14 79 T
175/65 R14 82 T
175/65 R14 86 T XL
185/65 R14 86 T
165/65 R15 81 T
185/65 R15 88 T
195/65 R15 91 T
195/65 R15 95 T XL
205/65 R15 94 T
205/65 R15 99 Q XL
165/60 R14 75 T
185/60 R14 82 T
185/60 R15 84 T
185/60 R15 88 T XL
195/60 R15 88 T
205/60 R15 91 T
205/60 R15 95 T XL 
185/55 R14 80 T
185/55 R15 82 T 
205/55 R16 91 T 
165/70 R14 C 89/87 R
175/65 R14 C 90/88 T
195/60 R16 C 99/97 T

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