Skier von Pirelli

Wer auf der Piste nicht nur mit seinem Fahrstil beeindrucken will, könne jetzt Skier des italienischen Konzerns Pirelli anlegen, berichtet das Handelsblatt. Eine limitierte Auflage von 200 Paaren des Sportgeräts vom österreichischen Hersteller Head hat die Pirelli-Tochter Pzero mit ihrem Design versehen. Zum Preis von 1.300 Euro sind sie in exklusiven Skiorten wie Cortina d’Ampezzo und St. Moritz zu haben.

„Bei den Skiern geht es zum jetzigen Zeitpunkt nicht in erster Linie um den Umsatz, sondern um das Image“, zitiert das Handelsblatt Antonio Gallo, der für das Projekt verantwortlich ist. „Die Skier könnten der erste Schritt in Richtung Sportkleidung sein“, sagt Gallo. Zunächst wolle er abwarten, wie der Markt die Skier annimmt. Am ersten Schnee-Wochenende im Dezember ließ sich Top-Model Naomi Campbell auf den schmalen Pirelli-Brettern auf der Piste blicken, die den Namen „Winter Sottozero“ tragen, also genauso heißen wie Winterreifen des Herstellers.

„Der Eintritt ins Sportgeschäft passt zur Strategie von Pirelli, das schon lange ein großer Sportsponsor ist“, sagt Bruno Busacca, Marketingprofessor an der Mailänder Bocconi-Universität. Unter anderem veranstaltet Pirelli eine eigene Segelregatta und sponsert den Fußballverein Inter Mailand. Pirelli pflegt seit einigen Jahren das eigene Ansehen durch Designprodukte der Tochter Pzero, die nur indirekt etwas mit dem Kerngeschäft zu tun haben.

Seit 2002 betreibt Pirelli (wie übrigens beispielsweise auch Michelin und Goodyear) die sogenannte „Brand Extension“, die Erweiterung der Marke: Schuhe mit reifenähnlicher Reliefsohle gehörten zu den ersten Produkten. Später kamen Jacken und Polohemden hinzu, die unter Italiens Modebewussten hoch im Kurs stünden, heißt es in dem Bericht. Das lang gezogene „P“ ziert außer Kleidung auch Uhren und Sonnenbrillen. Nach Ansicht von Busacca liegt Pirelli im Trend: „Immer mehr Unternehmen setzen auf Brand-Extension“, sagt er. „Sie dient sowohl dazu, neue Geschäftsbereiche und damit Kunden zu erschließen – als auch dazu, den Bekanntheitsgrad und die Beliebtheit des Kerngeschäfts zu steigern.“

Gerade bei Pirelli könnte ein Ausflug in die Mode und den Sport Sinn ergeben: „Für einen Reifenhersteller eignet sich dieses Modell, weil sich auch Reifen an den Endkunden richten und Pirelli schon immer stark auf die emotionelle Komponente gesetzt hat“, so Busacca, der nicht ausschließt, dass der Einstieg in das Sportgeschäft mittelfristig auch direkt den Umsatz des Unternehmens antreiben wird. In diesem Jahr will Pzero durch Lizenzeinnahmen zehn Millionen Euro umsetzen. Bei Pirellis Gesamtumsatzes von fünf Milliarden Euro ist das allerdings noch ein kleiner Beitrag. Das bekannteste Nebenprodukt des Unternehmens ist allerdings der Pirelli-Kalender – und den kann man nicht käuflich erwerben.

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