Eisspione von Continental im Winterdienst

Erfolgreiche Rallyefahrer haben menschliche Eisspione, die vor dem Rennen jede Strecke prüfen. Im normalen Autofahreralltag gibt es diese menschlichen Helfer zwar nicht, dafür kann die Elektronik vor einer möglichen Eisgefahr warnen. Feinfühlige Sensoren von Continental messen zuverlässig die Außentemperatur und geben diese an die Bordelektronik weiter. In Zukunft wird diese sogar andere Verkehrsteilnehmer vor Glatteis warnen können.

Dieser Tage sind Berufspendler und Nachtfahrer wieder besonders gefährdet. Denn im Winter, vor allem in den Dämmerungsstunden, lauert allerorten Glättegefahr. Ein Blick auf die Außentemperaturanzeige schafft aber Sicherheit. Zuverlässig informiert das Display im Kombiinstrument den Fahrer, wenn es draußen kalt genug für Eis oder Raureif auf den Straßen ist.

Möglich macht das ein intelligenter Sensor von Continental, der kaum größer ist als ein Streichholz und wahlweise im Stoßfänger, hinter dem Kühlergrill oder im Gehäuse des Außenspiegels montiert wird. Geschützt in einer stabilen Kunststoffhülle von der Größe einer Füllhalterkappe, besteht der Sensor im Wesentlichen aus zwei haarfeinen Drähten, die mit einem Kopf aus gesinterter Keramik und Oxiden von Magnesium, Chrom, Kupfer, Nickel und Eisen verbunden sind. Weil der elektrische Widerstand dieses Materialgemischs mit fallenden Temperaturen sinkt, kann eine intelligente Elektronik schnell und präzise die aktuellen Temperaturwerte dazu ermitteln.

Je nach Fahrzeug wird das Ergebnis der Messung direkt im Bordcomputer eingeblendet oder als Schwellenwert für eine Glatteiswarnung herangezogen. Doch ist der Sensor nicht nur im Winter wichtig: Mit denselben Informationen wird auch die Klimaautomatik gesteuert und die Temperatur im Fahrzeug auf einem komfortablen Niveau gehalten.

Um dem Fahrer ein möglichst präzises Bild zu geben und ihn etwa nach der Ausfahrt aus seiner warmen Garage rechtzeitig vor dem kritischen Temperaturbereich um den Gefrierpunkt zu warnen, sind die Sensoren äußerst schnell und feinfühlig. Nicht einmal zwölf Sekunden liegen zwischen den einzelnen Messungen, bei denen sie Temperaturunterschiede von weniger als 0,3 Grad ermitteln können. Allerdings haben viele Fahrzeughersteller eine künstliche Unschärfe vorgesehen: Damit die Anzeigewerte im Kombiinstrument nicht permanent wechseln, werden sie oft nur im Minutentakt angepasst. Der Fahrer erhält einen klaren Anhaltspunkt dafür, ob die Außentemperatur für eine mögliche Glatteisgefahr spricht. Spätestens dann sollte er seine Fahrweise an die Witterungsverhältnisse anpassen.

Zwar ist der Temperatursensor als „Eisspion” für Autofahrer schon seit Längerem ein wertvoller Helfer. Doch stehen in modernen Fahrzeugen auch andere Datenquellen für die Glatteiswarnung zur Verfügung. So können schon heute die Sensoren der Antriebsschlupfregelung und das Stabilitätsprogramm über den aktuellen Straßenzustand Auskunft geben. Und in Zukunft werden Autofahrer vielleicht tatsächlich Eisspione einsetzen können, die weit vor ihnen die Strecke kontrollieren. Denn Continental arbeitet an der Serienreife eines Frühwarnsystems vor glatten Straßen, bei dem im Rahmen der Car-to-Car-Kommunikation auf die Sensorik der vorausfahrenden Fahrzeuge zurückgegriffen wird. Der konventionelle Temperatursensor wird damit allerdings nicht überflüssig. Denn ohne Thermometer kann schließlich auch kein menschlicher Eisspion seiner für Rallyefahrer so wichtigen Tätigkeit nachgehen.

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