ESP reduziert Unfallkosten und Ausfallzeiten bei Flottenfahrzeugen

Der Faktor Wirtschaftlichkeit ist ein sehr wichtiges Kriterium bei der Wahl von Firmenfahrzeugen. Feste Kosten wie Anschaffungspreis oder Leasingraten, Verbrauch und auch Versicherungseinstufung fließen daher immer in die Kalkulation ein. Nicht berücksichtigt werden bislang meist die Kosten, die in Folge von Unfällen entstehen. Zum einen lassen sie sich schlecht kalkulieren, zum anderen hofft man meist, dass sie erst gar nicht anfallen, schreibt Bosch in einer aktuellen Pressemitteilung zum Elektronischen Stabilitäts-Programm ESP.

Über ein Viertel aller tödlichen Arbeitsunfälle in Europa geht jedoch auf Verkehrsunfälle zurück. Tatsächlich entstehen also in jedem Unternehmen beträchtliche Aufwendungen für Reparaturen oder die administrative Bearbeitung von Unfällen. Einer Untersuchung des europäischen Branchenanalysten EurotaxGlass’s zufolge machen sie 13 Prozent der Gesamtkosten eines Fuhrparks aus. Die Experten raten daher, Unfall vermeidende Systeme wie das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP in die Entscheidung mit einzubeziehen. ESP verhindert Auswertungen zufolge bis zu 80 Prozent aller Schleuderunfälle. Dies reduziert insbesondere die Zahl der schwer oder tödlich verlaufenden Unfälle deutlich und damit die Gesamtkosten des Fuhrparks. Der flächendeckende Einsatz von ESP würde nach Aussage der Europäischen Kommission jährlich 4.000 Leben retten und 100.000 Verletzte vermeiden.

Jeder verhinderte Unfall hilft dem Flottenbetreiber in mehrfacher Weise: Zum einen entstehen neben den direkt zuordenbaren Unfallkosten weitere, sogenannte indirekte Aufwendungen: verlorene Arbeitszeiten durch Arzt- oder Gerichtstermine, erhöhte Versicherungsprämien bis hin zu verlorenen Aufträgen und damit entgangenen Umsätzen. Diese Kosten lassen sich durch Versicherungen nicht abdecken und können laut einer Untersuchung der britischen Behörde für Arbeitsschutz (Health and Safety Executive) das 8- bis 36-Fache der versicherten direkten Kosten ausmachen. Kann ESP einen Unfall verhindern, fallen all diese Kosten nicht an.

Zum anderen sichert ESP einen möglichst hohen Restwert des Fahrzeugs. Die EU-Kommission veröffentlichte Ende Mai 2008 eine Gesetzesvorlage, nach ESP verpflichtend in allen Neufahrzeugen eingebaut werden muss: von 2012 an in allen neuen Fahrzeugtypen, von 2014 an in allen Neufahrzeugen.

Die Experten von EurotaxGlass’s sind daher überzeugt, dass sich Fahrzeuge ohne den Schleuderschutz demnächst nur noch mit einem Preisabschlag verkaufen lassen. „Gebrauchtwagenkäufer werden nicht erst ab 2012 darauf achten, dass ESP an Bord ist“, so Martin Verrelli, der deutsche Geschäftsführer von Eurotax Schwacke, „zudem ist ESP nach dem Sicherheitsgurt das wichtigste Sicherheitssystem im Auto – allein deshalb empfehlen wir es seit Jahren.“ Der höhere Restwert des Fahrzeugs senkt wiederum die Abschreibungskosten für das entsprechende Fahrzeug: Die Leasinggesellschaft kann den Flottenbetreibern somit ein Fahrzeug mit einer niedrigeren und damit wettbewerbsfähigeren Leasingrate anbieten.

2007 wurden in Europa rund 16 Millionen Pkw neu zugelassen, von denen der Anteil mit ESP auf 50 Prozent stieg. Während die Zahl der Privatkäufe sinkt, wachsen die Flottenkäufe in den europäischen Ländern seit Jahren. Untersuchungen von Bosch zeigen, dass in manchen Ländern die Flottenbetreiber den Aufpreis für ESP teilweise noch scheuen. Von den zehn meistgekauften Flottenfahrzeugen waren in den fünf größten Märkten Europas (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien) 2007 lediglich 52 Prozent mit dem aktiven Sicherheitssystem ausgerüstet. Über alle Fahrzeuge gesehen, also gewerbliche sowie private Neuzulassungen, liegt die Rate bei 56 Prozent. In Frankreich differieren die Werte am stärksten: Waren 2007 nur 29 Prozent der zehn attraktivsten Flottenfahrzeuge damit ausgerüstet, liegt der Gesamtwert über alle Fahrzeuge bei 46 Prozent. Und gerade in Frankreich sind Verkehrsunfälle die Hauptursache tödlicher Betriebsunfälle.

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