Werkstattmarken bei Verbrauchern weitgehend unbekannt

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Für die jüngste Ausgabe ihres sogenannten „Trend-Tacho“ haben die Sachverständigenorganisation KÜS und das Wochenjournal Kfz-Betrieb die Unternehmensberatung BBE Retail Experts und ABH Marketingservice mit einer Umfrage zu Werkstattsystemen beauftragt. Bundesweit wurden dabei 1.000 nach einer Zufallsauswahl bestimmte Pkw-Fahrer befragt, die für die Reparatur und Wartung ihres Fahrzeugs verantwortlich sind. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass rund 90 Prozent mit den Konzeptnamen wie Meisterhaft, Auto-Crew oder Auto-Einmal-Eins bzw. den dahinter stehenden Systemen nichts anzufangen wissen. Dagegen kennen der Umfrage zufolge knapp drei Viertel der Befragten die Pit-Stop- und 90 Prozent die ATU-Filialen, und 42 Prozent haben angegeben, Wartungs- und Reparaturarbeiten in ATU-Betrieben durchführen zu lassen. Nur zehn Prozent der Fahrzeughalter sind demnach die rot-weißen Fachmärkte völlig unbekannt.

Gut die Hälfte der Autofahrer gab zwar an, das Werkstattnetz von Bosch-Car-Service zu kennen. Erfahrungen mit den Reparaturleistungen der Karlsruher Kette machten allerdings nur zehn Prozent der Befragten: Auf einer Skala von eins (sehr gut) bis vier (schlecht) gaben sie der „Serviceberatung und -kompetenz“ laut BBE eine 1,7 und der „Arbeits- und Teilequalität“ die Note 1,8 – dagegen hätten ATU-Betriebe für beide Leistungsmerkmale lediglich eine 2,1 erhalten. Für die Zufriedenheit der Autofahrer mit dem Bosch-Car-Service und ATU spreche dabei die Aussage von 89 bzw. 82 Prozent der Verbraucher, dass sie die Betriebe dieser Werkstattketten wieder besuchen würden. Auch im Vergleich zu den Fabrikatsbetrieben der Automobilhersteller sollen die Werkstattketten übrigens gute Noten bekommen haben: Gut zwei Drittel der Befragten meinen, dass die Arbeits- und Teilequalität der ihnen bekannten Kettenbetriebe genauso gut ist wie die der Vertragswerkstätten. Zudem bewerteten 64 Prozent der Autofahrer das Preis-Leistungs-Verhältnis der Serviceketten besser als das der fabrikatsgebundenen Unternehmen.

„In den letzten Jahren gab es in der Kfz-Servicelandschaft bemerkenswerte Umbrüche. Die Automobilhersteller und Importeure strafften ihre Vertriebsnetze und reduzierten vielfach auch die Anzahl ihrer angegliederten Werkstätten. Das führte zu einer starken Zunahme der freien Werkstätten. Dass die markenunabhängigen Servicebetriebe keinesfalls in der zweiten Reihe stehen, zeigt die neue ‚Trend-Tacho’-Umfrage: 88 Prozent der Befragten wissen von den Werkstätten der Automobilhersteller, aber 84 Prozent kennen bereits die freien Werkstätten als Anlaufstelle für den Kfz-Service. Das ist ein bemerkenswerter Anteil“, findet Peter Schuler, Bundesgeschäftsführer der KÜS. „Viele Werkstattsysteme des freien Servicemarktes sind den Autofahrern allerdings unbekannt. Dabei haben sie gerade beim Preis-Leistungs-Verhältnis die Nase vorn. Die knalligen Werbekampagnen einiger Serviceketten mit ihren extremen Dumpingpreisen für bestimmte Werkstattangebote kommen laut ‚Trend-Tacho’ bei jedem dritten Autofahrer an. Ob das auf die Geiz-ist-geil-Mentalität ausgerichtete Marketing auf Dauer Bestand hat, ohne Einbußen im Qualitätsimage hinnehmen zu müssen, darf zumindest bezweifelt werden“, so Schuler.

„90 Prozent der Autofahrer kennen ATU, Pit-Stop erreicht einen Bekanntheitsgrad von über 70 Prozent. Einen auch nur annähernd so großen Erfolg können die Werkstattsysteme der Teilehersteller und des Teilegroßhandels nicht verzeichnen. Nur Bosch-Car-Service ist relativ bekannt beim deutschen Autofahrer, die anderen Werkstattsysteme deutlich weniger. Der Autofahrer nimmt die Systemwerkstatt als Marke kaum wahr. Für ihn ist der Inhabername die Marke. Die Labels der Werkstattsysteme gehen in der gestiegenen Angebotsflut und in dem sich verschärfenden Wettbewerb unter. Dabei können die Systemwerkstätten bei vielen Kriterien gegenüber den Vertragswerkstätten eindeutig punkten, wie zum Beispiel beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Den durchaus erfolgreichen Werkstattsystemen gelingt es jedoch nicht, die Dachmarke des Systemgebers nachhaltig zu etablieren. Stärkere Werbeaktivitäten, gezielte Markenkommunikation und die aktivere Vermarktung der Spezialangebote könnten die Bekanntheit der Werkstattsysteme steigern“, empfiehlt daher Agnieszka Sion, Consultant der BBE Retail Experts Unternehmensberatung GmbH & Co. KG.

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