Sparsam, aber zugleich auch langlebig und sicher

Bekanntlich hat sich Michelin dem Thema Umweltschutz verschrieben, was bezogen auf die Produkte des französischen Reifenherstellers vor allem deren konsequente Auslegung auf einen möglichst niedrigen Rollwiderstand bedeutet. Denn über den Rollwiderstand hat ein Reifen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeuges und damit auch auf dessen Kohlendioxidemissionen. Was der „Energy Saver“ im Pkw-Reifensegment ist, stellt der neue „X Energy Savergreen“ in Nutzfahrzeugreifenmarkt dar. „Er verkörpert unsere dritte Generation rollwiderstandsoptimierter Reifen“, sagt Pete Selleck, Mitglied des Group Executive Council bei Michelin und als solches verantwortlich für das weltweite Lkw-Reifengeschäft des Herstellers, der zur Präsentation des neuen Reifens im Rahmen der IAA Nutzfahrzeuge eigens nach Hannover gekommen war. Mit dem „X Energy Savergreen“ sollen sich immerhin bis zu 520 Liter Kraftstoff pro Jahr und Lastzug einsparen lassen – ohne Abstriche in Sachen Laufleistung oder Fahrsicherheit.

„Bei den Transportunternehmen steht derzeit überall das gleiche Thema im Vordergrund: die Kraftstoffkosten“, weiß er unter Verweis darauf zu berichten, dass laut dem Bundesverband Güterverkehr, Logistik und Entsorgung im Fernverkehr tätige Transportunternehmen nach heutigem Stand etwa 26 Prozent ihres Budgets für Kraftstoff aufwenden. Zum Vergleich: 1999 sollen es lediglich etwa 16 Prozent gewesen sein. Damit empfiehlt sich der neue Lkw-Reifen aus dem Hause Michelin nach Sellecks Auffassung doch eigentlich von ganz alleine, wobei der „X Energy Savergreen“ quasi so ganz nebenbei auch noch der Umwelt zugutekomme: Unternehmensangaben zufolge reduziert er nämlich über den geringeren Kraftstoffverbrauch gleichzeitig schon während seines ersten Reifenlebens die Treibhausgase noch um etwa 1,4 Tonnen. Dabei ist Michelin keine Kompromisse in Sachen Sicherheit eingegangen, denn der neue Nutzfahrzeugreifen soll bei all dem beispielsweise außerdem noch mit einem um bis zu sieben Prozent höheren Grip an der Antriebsachse aufwarten können.

Dass sich mit dem neuen Reifen im Vergleich etwa mit dem Michelin „XDA2+ Energy“ der Kraftstoffverbrauch um bis zu 0,4 Liter je 100 Kilometer senken lässt, führen die Franzosen dabei im Wesentlichen auf die bei ihm verwendete Karkasse zurück. Die dahinter stehende spezielle Konstruktion trägt den Namen „Energy Flex“ und ist eine der Komponenten der „Durable Technologies“ des Herstellers, zu denen ebenso die sogenannte „InfiniCoil“-Reifenarchitektur zu zählen ist, die beim „X Energy Savergreen“ zusätzlich zu Anwendung kommt. „Energy Flex“ reduziert laut Michelin die Erwärmung des Reifens – einschließlich der Flanken und des Wulstbereichs – und reduziert somit dessen Rollwiderstand. „Bei jeder Radumdrehung erwärmt sich der Reifen insbesondere an den Seitenwänden und auf der Lauffläche aufgrund der Verformung und der damit verbundenen Reibung der Moleküle aneinander. Die dadurch entstehende Wärme bedeutet einen Energieverlust, der dem Motor mehr Leistung abverlangt und dadurch den Kraftstoffverbrauch steigert“, erklärt das Unternehmen. Während demnach 70 Prozent des Energieverlusts im Bereich des Reifengürtels anfallen, entstünden jeweils 15 Prozent der Erwärmung an Reifenflanken und Wulst, heißt es weiter.

Im Wesentlichen zeichnet sich die „Energy-Flex“-Karkassenkonstruktion, die als zentrale Innovation im Rahmen der „Durable Technologies“ bezeichnet wird, durch drei technische Neuerungen aus: In der Wulstzone ist der Reifen mit einer neuen „Energy“-Gummimischung ausgestattet, auch im Flankenbereich kommt eine neuartige Gummimischung zur Anwendung, welche die Einfederung erleichtern soll, und im Inneren des Reifens wurden Karkassseile mit geringerer Verdrillung eingesetzt, was Michelin mit einer höheren Flexibilität der Reifenstruktur verbindet. Dem Einsatz der „InfiniCoil“-Technik schreibt der Hersteller die höhere Tragfähigkeit und die längere Haltbarkeit des „X Energy Savergreen“ zu. „InfiniCoil“ kommt demnach beim Vorderachsreifen zum Tragen. Kern dieser Michelin-Entwicklung ist eine Endloswicklung im Bereich der Gürtellagen des Reifens. Als wesentliches Merkmal dieses Ansatzes wird ein mehrere hundert Meter langer Stahlfaden genannt, der fortlaufend in Umfangrichtung gewickelt wird und der Lauffläche optimale Steifigkeit und eine besonders hohe Stabilität verleihen soll.

Die doppelt gewellten Profillamellen – eine weitere Komponente der „Durable Technologies“ – werden demgegenüber beim Antriebsachsreifen „X Energy Savergreen XD“ angewandt. Diesen ist es Michelin zufolge zu verdanken, dass der neue Reifen mit einer bis zu sieben Prozent höheren Haftung aufwarten kann. „Die dreidimensionalen Lamellen sorgen für optimale Steifigkeit der Gummistollen und reduzieren dadurch den Reifenabrieb. Sie stabilisieren sich gegenseitig und sind in vertikaler wie in waagerechter Richtung beweglich. Diese Konstruktion verleiht dem Reifen nicht nur eine bessere Fahrbahnhaftung, sondern auch eine längere Lebensdauer als ein herkömmliches Profil“, sagen die Entwickler des Reifens.

Mithilfe der patentierten „Durable Technologies“ gelinge es, Leistungsmerkmale zu kombinieren, die mit Standardtechnologien nicht erreicht werden können, fasst Michelin die Vorteile zusammen. „Neue Grenzwerte für Kohlendioxidemissionen, steigende Kraftstoffpreise und die immer härteren Umweltauflagen treiben die Forschungs- und Entwicklungsarbeit für Kraftstoff sparende Fahrzeuge voran. Mit dem Michelin ‚X Energy Savergreen’ trägt Michelin zum Innovationsprozess bei. Der neue Lkw-Reifen zählt unter anderem zur Erstausrüstung des neuen Lastkraftwagens Renault Magnum. Auch Volvo hat den Michelin ‚X Energy Savergreen’ für seine Fahrzeuge der jüngsten Generation homologiert. Weitere wichtige Nutzfahrzeughersteller schließen aktuell den Zulassungsvorgang ab“, so Selleck im Rahmen der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover.

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