Gewerkschafter diskutieren Conti-Übernahme durch Schaeffler

Laut Welt Online sind unlängst die Arbeitnehmervertreter von Schaeffler und Continental zu einer Vertrauensleutekonferenz in Schweinfurt zusammengekommen und haben dabei über die Übernahme des hannoverschen Konzerns durch das Herzogenauracher Familienunternehmen bzw. deren Auswirkungen diskutiert. Grundtenor sei dabei gewesen, dass die Übernahme als wirtschaftspolitisch sinnvoll bewertet, zugleich aber mehr Mitbestimmung bei dem fränkischen Unternehmen gefordert wurde. „Begeistert oder gar jubelschreiend sind wir immer noch nicht“, wird der Conti-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Iglhaut in diesem Zusammenhang zitiert. Schaeffler müsse eine arbeitnehmerfreundlichere und transparentere Unternehmenskultur aufbauen, heißt es. „Schaeffler ist nicht unser Wunschpartner“, soll Iglhaut darüber hinaus gesagt haben, während die Mitarbeiter der Schaeffler-Gruppe die Übernahme demgegenüber als Zukunftssicherung bewertet und eine angemessene Beteiligung am Erfolg des Familienunternehmens gefordert hätten.

„Wir schätzen es so ein, dass es derzeit keine Gefahr für die Arbeitsplätze bedeutet – hüben wie drüben –, weil es schlicht keine Überschneidungsbereiche gibt“, werden Aussagen des Schaeffler-Betriebsratsvorsitzenden Norbert Lenhard von dem Internet-Newsdienst wiedergegeben. Stattdessen ergänzten sich die beiden Unternehmen gut, ist er sich mit Iglhaut einig. „Wir sind diejenigen, die im elektronischen Bereich die Spezialisten sind, und Schaeffler hat in der Mechanik seine Stärken“, so der Conti-Gesamtbetriebsratsvorsitzende. In welcher Form die Arbeitnehmervertreter in Zukunft zusammenarbeiten, stand nach dem ersten Treffen allerdings noch nicht fest. Zwischen den Betriebsräten selbst gebe es offiziell keinen Kontakt, stattdessen verständige man sich auf Gewerkschaftsebene. Eine gemeinsame Gremiumbildung sei erst notwendig, wenn das Ganze wirklich unter einem Dach zusammengeführt werde, so offensichtlich die vorherrschende Meinung der Gewerkschafter, die eine stärkere Mitbestimmung bei Schaeffler anmahnen. Die Führung nach Gutsherrenart habe sich zwar schon ein Stück weit verändert, mehr Transparenz sei dennoch nötig, ist Wolfgang Müller überzeugt, der für die IG Metall Schaeffler betreut. „Medial können sie sich nicht mehr wie eine Pommesbude verhalten“, soll er gesagt haben.

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