Heuver-Highlight: Viel mehr als „nur“ Aeolus

Die Heuver-Gruppe (Hardenberg/Niederlande) hat mehr als 200 Beschäftigte, der Bandengroothandel ist ein ausgewiesener Spezialist für Nutzfahrzeugreifen und segmentiert aktuell in die drei Sparten landwirtschaftlicher Einsatz, Lkw und EM. Solch große Reifen benötigen viel Platz, auch im Lager. Daher hatte das Unternehmen erst vor zwei Jahren die Lagerkapazitäten auf 12.000 Quadratmeter umbauten Raum kräftig ausgebaut. Zu wenig, wie man heute weiß, eher längerfristig geplante Erweiterungsmaßnahmen müssen vorgezogen werden, schon Ende dieses Jahres steht eine Verdoppelung auf der Agenda.

Zu dem enormen Wachstum hat überproportional der chinesische Lkw-Reifenhersteller Aeolus Tyre Co. Ltd. (Henan) beigetragen. Die Aufnahme des Aeolus-Programmes im Bereich Erdbewegungsmaschinen war es Heuver wert, auf der REIFEN eine Pressekonferenz zu veranstalten (zum Thema Aeolus/Heuver als EM-Reifenanbieter siehe bereits NEUE REIFENZEITUNG 6/2008). Einerseits wäre es zwar falsch, Heuver auf Reifen made in China zu reduzieren, denn die tragen aktuell nur 15 Prozent zum Umsatz bei. Heuver ist schließlich auch und gerade bei den langjährig respektierten A-Marken im Nutzfahrzeugsegment bestens aufgestellt, andererseits ist die Entwicklung von Aeolus schon sehr beachtlich.

Heute hat der chinesische Hersteller, den Heuver im Jahre 2004 in sein Sortiment aufgenommen hatte, immerhin eine Jahreskapazität von 2,7 Millionen modernen Nfz-Reifen. Darauf sind außer Heuver auch schon andere aufmerksam geworden: In Österreich werden diese Produkte durch das Top Reifen Team, in der Schweiz durch die Swiss Tyre Group vertrieben. Und Heuver hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Aeolus hierzulande einen ganz renommierten Erstausrüstungskunden gewinnen konnte: Schmitz Cargobull. Im Geschäftsjahr 2007/2008 hat Schmitz bereits die ersten der ausgelieferten 66.500 Fahrzeuge auf Aeolus-Reifen gestellt, in diesem und dem nächsten Jahr sollen es schon wesentlich mehr werden, Heuver spricht von einem Anteil bei Schmitz von 15 Prozent bzw. nennt als absolute Zahl 75.000 Einheiten: Die Einkäufer von Schmitz Cargobull haben sich freilich nicht auf die Anpreisungen Heuvers allein verlassen, sondern sich die Fertigung in China genauestens angesehen – wie das in der Erstausrüstung so üblich ist – und dann ihre Entscheidung getroffen. Die Reifen werden übrigens nicht via Heuver, sondern direkt ab Fabrik an Schmitz Cargobull geliefert.

Dass unter den chinesischen Herstellern von Nutzfahrzeugreifen Aeolus eine besondere Stellung und das Unternehmen den europäischen Markt stark im Visier hat, mag man an den jüngsten beiden Produkteinführungen ablesen: Der HN829 in den Größen 435/50 R19.5 und 445/45 R19.5 wird auf Megatrailern verbaut, der HN226 in 275/70 R22.5 und 295/80 R22.5 mit verstärkten Seitenwänden auf Omnibussen, Müllwagen usw. Solche Produkte sind es, die Geschäftsführer Bertus Heuver zu optimistischen Perspektiven Anlass geben: „Wir gehen davon aus, dass sich Aeolus in der nächsten Zeit noch stärker als A-Marke manifestieren wird. Aber die Preise nicht im selben Tempo steigen werden.“

Wenn aber Aeolus als Budgetmarke nicht mehr zur Verfügung steht, weil preislich nach oben gerutscht, dann gäbe es ein Defizit unterhalb von Aeolus: Und genau aus diesem Grunde bringt Heuver die China-Marke Rockstone nach Europa. Für Lkw, sollte hinzugefügt werden, denn für Pkw-Sommer- und Winterreifen hat Rockstone-Hersteller Yongshen ab der Saison 2008/2009 bereits Deldo als Partner gewinnen können.

Ferner hat Heuver Bandengroothandel für die italienische Marke Maitech (hergestellt bei Uzmai) im Bereich Baumaschinenreifen die Exklusivrechte für Benelux, Deutschland, Polen, Österreich, die Schweiz und Rumänien (wo Heuver übrigens auch drei Reifeneinzelhandelsgeschäfte betreibt) und mit „Maxfield“ eine Eigenmarke im Sortiment, wobei es bei letzterer um runderneuerte Baumaschinenreifen geht.

Doch das Bemühen, nun auch noch die letzte Nische im Nutzfahrzeugsegment auszufüllen, ist – wie auf der REIFEN zu sehen – offensichtlich noch lange nicht erschöpft: Vorderreifen der Marke Farm King aus dem indischen Bangalore und Altura-Reifen (eine Ceat-Marke) wurden jüngst ebenso ins Portfolio aufgenommen wie Stahlräder der Marke Jantsa und Özka-Reifen, beide aus der Türkei. Aus dem so umfangreichen Jantsa-Programm an Stahlfelgen für den Gebrauch in der Landwirtschaft, für Baumaschinen und den Straßentransport hat Heuver mehr als 20 Typen, natürlich die hierzulande gebräuchlichen, ins Sortiment aufgenommen. Und mit dem Diagonalreifenhersteller Özka Tire and Rubber (Izmit), dessen Produktportfolio vom LLkw- bis zum AS-Treibradreifen reicht, will Heuver die Lücke schließen, die die Michelin-Marke kormoran (wird als Landwirtschaftsreifenmarke zum Ende des Jahres völlig verschwinden) vor einigen Jahren mit der Aufgabe der Diagonalreifenfertigung gerissen hatte.

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