Ceat nimmt sich für Europa viel vor

Seit Ceat Ltd. in Indien vor genau 50 Jahren gegründet wurde, hat sich das Unternehmen mehr und mehr einen festen Platz in der heimischen Reifenindustrie, mehr noch sogar auf Exportmärkten erarbeitet. Während Ceat mit einem Jahresumsatz von rund 625 Millionen US-Dollar zwar nur viertgrößter Reifenhersteller des Landes ist, stammen doch immerhin knapp 30 Prozent der Reifenexporte Indiens von dem in Mumbai niedergelassenen Unternehmen. Und Exportmärkte nehmen weiter an Bedeutung zu, sagt Sandeep Gulati, General Manager und in dieser Funktion zuständig für den Export der Marke „Altura“.

Ceat, 1924 als Kabelhersteller „Cavi Electici Affini Torino“ im italienischen Turin gegründet, kam 1958 – also vor genau 50 Jahren – nach Indien und wurde dort in Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller Tata Group als Ceat Tyres of India Ltd. gegründet. Erst 1982 wurde der Reifenhersteller zusammen mit seinen Fabriken und Marken durch die RPG Group übernommen und gehört seither zu einem der größten indischen Unternehmenskonglomerate.

Ceat Ltd. (heißt seit 1990 nicht mehr Ceat Tyres Ltd.) vermarktet seine Produkte, zu denen vorwiegend Nutzfahrzeugreifen zählen, in über 120 Ländern und generiert heute auf diesen Exportmärkten rund 20 Prozent seines Umsatzes. In Europa allerdings darf das Unternehmen keine Reifen der Marke Ceat anbieten, da die entsprechenden Markenrechte heute bei Pirelli liegen, das den unsprünglichen italienischen Teil des Kabelherstellers Ceat aus Turin übernommen hatte. Nichts desto trotz, so sagt General Manager Sandeep Gulati im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG, wolle man sich künftig auch noch stärker um den europäischen Markt kümmern.

Ceat Ltd. stellte dieses Jahr bereits zum zweiten Mal in Essen auf der REIFEN aus. Gerade mit der Marke Altura habe man doch im Nutzfahrzeugsegment ein umfangreiches Portfolio, zu dem nicht zuletzt auch EM-Reifen für viele verschiedene Anwendungen zählten. Neben herkömmlichen EM-Reifen zwischen 25 und 35 Zoll bietet der indische Hersteller außerdem noch ein recht ausgedehntes Sortiment an Land- und Fortswirtschafts- sowie auch Industriereifen an; in Europa allerdings nur unter der Marke Altura.

Darüber hinaus werden diese Produkte ausschließlich als Diagonalreifen angeboten, da – wie seit längerem berichtet – Ceat mit dem Neubau der Fabriken auch in die Herstellung von radialen Nutzfahrzeugreifen einsteigen will. Dazu sei man derzeit noch auf der Suche nach einem potenziellen (westlichen) Industriepartner mit Know-how, der aber offenbar nicht leicht zu finden ist. Pkw-Reifen der Marke Altura sind hingegen vermutlich erst ab Ende 2009, Anfang 2010 verfügbar, wenn Ceat Ltd. die kürzlich angekündigten umfangreichen Investitionen umgesetzt hat (Investitionssumme: 300 Millionen Euro), wozu der Neubau zweier Fabriken sowie der Umzug der Fabrik aus Mumbai steht.

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