Vipal nimmt Vertriebszentrum in Hamburg in Betrieb

Nachdem der brasilianische Runderneuerungskonzern Borrachas Vipal im vergangenen Jahr die „Makrostrategien für den europäischen Markt“ festgelegt hat, kümmert sich die in Spanien angesiedelte Tochtergesellschaft Vipal Europe nun um die Details der Umsetzung. Ein erster Schritt dazu ist mit der Inbetriebnahme des ersten „strategischen Vertriebszentrums“ in Deutschland geschehen. Wie Maria Locatelli, International Business Director bei Borrachas Vipal, während der REIFEN mitteilte, halte man nun seit Anfang Mai dieses Jahres durchschnittlich rund 200 Tonnen Runderneuerungsmaterial der Marken „Vipal“ und „Ruzi“ beim Logistikdienstleister Geodis im Hamburger Hafen vor. Durch den neuen Standort in Deutschland könne Vipal in der Regel die Lieferung binnen 48 Stunden garantieren, so Locatelli weiter.

Bisher war die 2005 in Spanien gegründete Gesellschaft Vipal Europe bereits mit zwei Vertriebszentren am europäischen Markt präsent; eines in Valenzia, Spanien, und ein weiteres in Logatec, Slowenien. Von den beiden Standorten aus konnten rund 80 Prozent der Bestellungen europaweit innerhalb von vier Tagen ausgeliefert werden, berichtete die NEUE REIFENZEITUNG im April. Durch das neue, dritte Vertriebszentrum in Hamburg ergeben sich folglich deutliche Vorteile beim Versand und – so Locatelli weiter – bei der Zufriedenheit der zunehmenden Anzahl an Kunden in Deutschland, Benelux, Polen und Tschechien, die die Errichtung dieses dritten Vertriebszentrums notwendig gemacht hatten.

Während auf der Reifenmesse in Essen noch viel darüber spekuliert wurde, welche Auswirkungen die geplante Vipal-Fabrik in Mexiko (treibt Vipals Gesamtkapazität auf 230.000 Tonnen hoch) auf den europäischen Markt haben werde, betont Maria Locatelli: „Das vordergründige Ziel unserer neuen Fabrik ist nicht Europa.“ Stattdessen soll von Mexiko als Teil des NAFTA-Raumes aus der so bedeutende US-Markt bedient werden, wo Vipal sich derzeit mit einem Marktanteil eigener Aussage zufolge von ein bis zwei Prozent noch stark unterrepräsentiert sieht. Unterdessen betont der International Business Director gegenüber dieser Zeitschrift, dass man „keine Absicht“ habe, „eine Fabrik in Europa zu bauen“, unterstützt die Kursentwicklung des Reales zum Euro doch einen zunehmenden Export nach Europa. Auch scheint auf dem „Multimarkenmarkt Europa“ die Einrichtung einer Franchisekette von exklusiv an Vipal gebundenen Runderneuerern kaum möglich, so Locatelli weiter. Während Vipal auf dem Heimatmarkt einen Marktanteil von über 40 Prozent sein Eigen nennt und folglich als dominierender Marktführer Runderneuerer an sich binden kann, gibt die aktuelle Position des Unternehmens eine ähnliche Beziehung zu europäischen Runderneuerern nicht her, auch wenn man sich in Europa als „Premiumanbieter“ versteht.

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