EU-Pläne in Sachen Reifen benachteiligen europäische Hersteller

Die europäischen Reifenhersteller fürchten offenbar, dass durch die von der EU im Zusammenhang mit der Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Umweltfreundlichkeit von Fahrzeugen geplanten verschärften Bestimmungen beispielsweise in Sachen Reifengeräusch oder Rollwiderstand Nachteile für sie mit sich bringen könnten, jedenfalls im Vergleich zu den Herstellern aus Asien. So lässt sich zumindest ein Onlinebeitrag der britischen Zeitung The Guardian interpretieren. Darin kommt ETRMA-Präsident Francesco Gori zu Wort, der anscheinend davon ausgeht, dass „asiatische Hersteller von Billigreifen” die neuen, noch in Diskussion befindlichen Regularien ignorieren und damit finanzielle Aufwendungen, die zum Erreichen der höheren Standards nötig seien, einsparen könnten. Zumal sich nicht mal eben auf die Schnelle überprüfen lasse, ob solche Billigreifen den geplanten EU-Vorgaben entsprechen oder nicht. „Er sind einfach nicht genügend Ressourcen vorhanden, um bei dieser Invasion von Produkten, die nicht den europäischen Standards genügen, alles zu überprüfen“, soll Gori gesagt haben.

Vor diesem Hintergrund sei es sehr kompliziert, eine Lösung für dieses Problem zu finden, meint er. „Wenn man die Standards nicht erfüllen muss, können bei der Herstellung eines Reifens kostengünstigere Materialien verwendet werden. Deshalb würden wir uns wünschen, dass nach Europa importierte Reifen die gleichen Standards zu erfüllen haben“, wird er von dem Blatt darüber hinaus zitiert. Im Falle von Zuwiderhandlungen fordert er jedenfalls schon einmal drastische Strafen, um ein Exempel zu statuieren. Als weiterer gangbarer Weg wird zudem die Verbesserung des Verbraucherbewusstseins in Sachen Reifen angesehen. „Das ist jedoch schwieriger als beispielsweise bei Zahnpasta. Denn die benutze ich jeden Tag und bin mir dessen auch bewusst. Reifen kaufe ich durchschnittlich nur alle zwei Jahre einmal, sodass man sich weniger Gedanken über sie macht“, so Gori, der abgesehen von seinem Präsidentenamt bei den europäischen Reifenherstellerverband ETRMA außerdem noch CEO bei Pirelli Tyre ist.

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