Bei Edler Reifen setzt man auf Produktionssteuerungssystem „fa/r“

Die in Bruck an der Mur (Österreich) beheimatete Firma Edler Reifen hat sich für den Einsatz des von dem südbrandenburgischen Systemhauses PC-Soft GmbH stammenden Produktionssteuerungssystems „fa/r“ entschieden. Mittels der Software lässt sich die Produktion von runderneuerten Nutzfahrzeugreifen sowohl im Kalt- als auch im Heißerneuerungsverfahren von der Anlieferung der Karkasse bis zur Auslieferung des fertigen Reifens steuern und dokumentieren. Demnach werden dabei alle relevanten Unternehmensbereiche integriert, womit einerseits die Verfügbarkeit der Prozessinformationen gesichert und andererseits eine zentrale Überwachung und Steuerung des Prozesses ermöglicht werden soll. Damit – so PC-Soft – ebne „fa/r“ den Weg zu effizienteren Bearbeitungszeiten und verringere Fehlerquellen. „Ich möchte in der Lage sein, den Fertigungsstand jedes einzelnen Reifens abrufen zu können sowie schnell, aber umfassend einen Überblick über den gesamten Reifenproduktionsprozess zu bekommen“, verdeutlicht Robert Edler, Geschäftsführer der Firma Edler Reifen, die Ziele, die durch Einführen der Software erreicht werden sollten.

Dank der lückenlosen Erfassung aller relevanten Produktionsdaten ist der Runderneuerer zukünftig in der Lage, jederzeit optimierend in den Produktionsprozess eingreifen zu können. Möglich machen dies zum einen programminterne Prüfroutinen sowie zum anderen Schnittstellen zu Maschinen und dem Warenwirtschaftssystem. Dabei biete „fa/r“ durch seine Modularität und Skalierbarkeit verbunden mit umfangreichen Anpassungsfunktionen die Möglichkeit, sich auf die unterschiedlichen Gegebenheiten seiner Anwender einzustellen bzw. mit ihnen wachsen. „Nach der Inbetriebnahme einer Startkonfiguration kann das System bei Bedarf tiefer untersetzt (neue Stationen) oder funktionell erweitert (neue Zusatzmodule) werden. Durch umfangreiche Datenschnittstellen sichern wir die Kommunikation mit bestehenden EDV-Anwendungen (Reifenhandel), ERP-Systemen von Materiallieferanten und Bearbeitungsmaschinen und -anlagen“, erklärt Ingolf Neubert, Projektbetreuer der PC-Soft GmbH.

Wie das Ganze dann in Praxis aussieht, erklärt Robert Edler anhand der einzelnen Produktionsschritte in seinem Betrieb. Vor dem eigentlichen Produktionsbeginn und dem Empfang der Karkasse werden demnach zunächst die Auftragsdaten über eine Schnittstelle vom Warenwirtschaftssystem automatisch an das „fa/r“-Basismodul übergeben, das als Datenzentrale des Gesamtsystems fungiert. Plausibilitätsprüfungen, die Festlegung von Nutzerrechten und die Stammdatenverwaltung mithilfe eines Regelwerks sollen dabei einen optimalen Betrieb sichern. „Eine fortwährende sekunden- und detailgenaue Produktionsdokumentation ist entscheidend. Zum einen, um das Produktionspersonal flexibel einsetzen zu können, und zum anderen, um eine gleichbleibend gute Auftragsqualität zu gewährleisten“, verdeutlicht Edler.

Bei Eingang der Karkasse werden die Daten seinen Worten zufolge zunächst vom Einkauf im Warenwirtschaftssystem erfasst und anschließend per Schnittstellenaustausch an das Informationssteuerungssystem übergeben. Um fehlerhafter Eingaben beim manuellen Einpflegen dieser Daten (Typ, Fabrikat, Seriennummer) zu vermeiden, werden stets alle benötigten Informationen angezeigt und miteinander verglichen, sodass dem verantwortlichen Mitarbeiter abwegige Angaben sofort auffallen sollten. Bei Edler werden dabei übrigens mobile Erfassungssysteme in Form tragbarer Handhelds eingesetzt. Damit – so ist der Runderneuerer überzeugt – sei die Verwendung der richtigen Karkassendaten und der zuverlässige Verlauf des Produktionsprozesses für alle weiteren Arbeitsstationen abgesichert. „Die Dokumentation und Verarbeitung aller Daten soll eine vollständige Produktionssteuerung sichern und langfristig vereinfachen“, rückt Ingolf Neubert einen weiteren Aspekt in den Blickpunkt.

Weiterhin wird sofort nach Sichtung der Karkassen die sogenannte Shearografie durchgeführt, wobei „fa/r“ auch hier über eine Schnittstelle alle zuvor erstellten und notwendigen Daten zur Verfügung stellt, damit das richtige Prüfprogramm gewählt wird. Sofern sich die Karkasse zur Runderneuerung eignet, wird sie mit einem Etikett versehen, aus dem die Karkassen- und Kundendaten ersichtlich sind. Das Prozesssteuerungssystem zeigt nicht nur alle Prüfergebnisse auf dem Computer-Handheld an, sondern speichert diese außerdem in einer Datenbank, gibt sie an die Warenwirtschaft weiter und übernimmt somit die Bestandsführung der Karkassen ebenso wie die der Laufstreifen und der produzierten Reifen. Das funktioniert selbst mit solchen Karkassen, die zunächst in ein Karkassenlager wandern, weil sie nicht unmittelbar weiterverarbeitet werden. Werden sie dann doch benötigt, lassen sie sich anhand eindeutiger Barcodes jederzeit eindeutig einem zugehörigen Produktionsauftrag zuordnen.

Auch im folgenden Schritt sieht der Mitarbeiter auf einen Blick, um welche Karkassenart es sich handelt, und durch die Übergabe der Daten an die Raustation kann diese das richtige Rauprogramm auswählen. Am Ende des Vorgangs meldet die Maschine den gemessenen Rauumfang der Datenbank und leitet die Karkasse an den Schleifer weiter. „Nach dem Schleifvorgang teilt sich der Runderneuerungsprozess bei Edler Reifen in Kalt- und Heißbelegung“, erklärt Robert Edler. „Bei der Kaltbelegung wird die Karkasse an der Station Materialzuschnitt aufgerufen, an der die von der Raumaschine zuvor übergebenen Informationen für die benötigte Laufstreifenlänge bereitstellt werden. Mithilfe des Systems wird für jeden Laufstreifen eine fortlaufende Nummer vergeben, die an der nachfolgenden Station Beleger angezeigt wird. Da die zugeschnittenen Laufstreifen mit dieser eindeutigen Nummer beschriftet wurden, ist eine Verwechslung beim Beleger ausgeschlossen. Ebenso können beispielsweise bei Unterschreitung des festgelegten Mindestbestandes des verwendeten Profils im Laufstreifenlager Bestellvorschläge generiert werden“, ergänzt er.

Wurden nunmehr alle gelieferten Artikel eingescannt, mit zugehöriger Artikelnummer sowie dem Rollengewicht erfasst und zwischengespeichert, können die Istwerte auf dem mobilen Computer-Handheld mit den Lieferscheinangaben verglichen werden. Stimmt beide überein, wird der Datenbestand vom Handheld online zur „fa/r“-Datenbank und dem Warenwirtschaftssystem übertragen, um eine schnelle und fehlerfreie Erfassung des Wareneinganges zu gewährleisten. Bei einem Heißreifen wird nach dem Prozess des Schleifens der Karkasse das zu verwendende Belegeprogramm an der Station Beleger, welches von den Reifendimensionen, dem Fabrikat, dem Karkassentyp, der zu verwendenden Form und dem Rauumfang abhängig ist, über eine „fa/r“-Schnittstelle an die entsprechende Maschine und später dann auch alle prozessrelevanten Produktionsdaten an die Heißpressstation übergeben.

Auch in diesem Prozessschritt können wiederum alle wesentlichen Informationen wie beispielsweise der Zeitpunkt des Be- und Entladens der Presse auf dem Handheld abgerufen und dokumentiert werden. Das Gleiche gilt für die letzte Arbeitsstation, die für alle Reifen die Endkontrolle samt Etikettierung darstellt. Hier wird abschließend geprüft, ob der runderneuerte Reifen den Qualitätsansprüchen genügt. Wenn diese Prüfung bestanden ist, wird der Reifen nach Meldung an die Warenwirtschaft, dass er fertig produziert und verkauft werden kann, dem Kunden übergeben. „Mithilfe dieser Softwarelösung wird unseren Mitarbeiter künftig ermöglicht, alle Informationen in Echtzeit direkt aus der Produktion abzurufen. Der Produktionsleiter selbst hat jederzeit ein exaktes Bild des Prozesses und kann auf dieser Basis sicher und schnell planen und steuern. Wir wollen reale Prozessdaten erfassen können, um so frühzeitig Schwachstellen erkennen, analysieren und beheben zu können. Die Reklamationsabwicklung sowie die Erstellung von Gutschriften und technischen Abrechnungen wird mithilfe des automatischen Zugriffs auf alle Produktionsdaten schnell und einfach möglich. Insgesamt erhoffen wir uns dadurch eine zielgenauere, auftragsgerechtere Produktion“, so Robert Edler.

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