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Auch Apollo erhält Beihilfen für Fabrikneubau in Ungarn

„Unsere Entscheidung wurde hauptsächlich aufgrund harter, wirtschaftlicher Faktoren getroffen, die auf Basis der Gesamtkosten der Fertigung und des Vertriebs berechnet wurden“, sagt Neeraj R.S. Kanwar, Joint Managing Director und COO des indischen Herstellers Apollo Tyres, in einem Interview mit der NEUE REIFENZEITUNG zur Entscheidung, eine Reifenfabrik in Ungarn zu errichten. Obwohl Ende November auch ein Standort in Mecklenburg-Vorpommern durch einen lokalen Bundestagsabgeordneten als möglicher Standort für Apollos Fabrik in Europa gehandelt wurde, erläutert Kanwar nun, Deutschland sei „keine Option“ gewesen, die man bedacht hätte.

Genau wie Hankook zuvor, wird auch Apollo Tyres in Ungarn von staatlichen Beihilfen bei der Errichtung der neuen Pkw-Reifenfabrik profitieren können. Gefragt nach der Höhe der Subventionen sagt Kanwar: „Ja, die ungarische Regierung und die Investitionsagentur waren im Laufe der Evaluierungsphase unseres Projektes äußerst proaktiv mit ihrer Unterstützung. Dies hat uns dabei geholfen, den gesamten Prozess zu beschleunigen; wir haben Zeit gespart. Wir erwarten die üblichen Anreize durch die ungarische Regierung, die mit EU-Richtlinien konform sind.“ Bevor Hankook in 2006 mit der Errichtung der eigenen Fabrik in Ungarn begann, hatte die Europäische Kommission staatliche Beihilfen durch die ungarische Regierung abgesegnet, die 21,8 Prozent des gesamten Investitionsvolumens umfassen. Auch wenn Apollos Joint Managing Director und COO keine konkreten Zahlen nennt, lässt sich seiner Antwort wohl entnehmen, dass auch der indische Hersteller staatliche Beihilfen im Wert von rund 20 Prozent der Investitionssumme erhalten wird.

Die Fabrik in Ungarn nordöstlich von Budapest wird 900 Menschen Arbeit geben, 750 davon in der Produktion. Während Apollo in der ersten Ausbaustufe, die bis Ende 2009 fertiggestellt werden und die rund 200 Millionen Euro kosten soll, eine Kapazität von sieben Millionen Pkw-Reifen erreichen will, kündigt Kanwar im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG weiter an, die zweite Ausbaustufe würde einen „beträchtlichen Ausbau der Investitionen und der Kapazitäten“ bedeuten. Details nannte Kanwar allerdings nicht. Es gebe auch Überlegungen, ein „fortschrittliches F&E-Zentrum für Europa“ einzurichten; allerdings sei es auch dabei zu früh für Details.

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