CO2-Einsparung wird noch kaum als Verkaufsargument genutzt

Seit die Klimaforscher verstärkt an die Öffentlichkeit getreten sind, ist das Thema Einsparung von CO2 in aller Munde. Es verwundert deshalb nicht, dass über 90 Prozent der Verbraucher sich für dieses Problem einsetzen möchten. Haben in der Vergangenheit nur etwas mehr als ein Fünftel CO2-neutrale Produkt eingekauft, so wollen dies in Zukunft fast 90 Prozent tun. Hier steht allerdings ein äußerst mangelhaftes Angebot an entsprechenden Produkten und Dienstleistungen zur Verfügung. So trifft beispielsweise die Nachfrage nach energie- bzw. kraftstoffsparenden Automobilen nicht gerade auf ein entsprechendes Angebot seitens der Hersteller.

Mehr als Dreiviertel der Verbraucher wünschen sich vor allem für die Bereiche „Auto & Verkehr“ sowie „Energie & Versorgung“ CO2-neutrale Produkte, wie die internationale Strategieberatung 2hm & Associates im Rahmen einer soeben durchgeführten Befragung herausfand. Ebenfalls sehr wichtig mit knapp 70 % wird die Branche „Logistik und Transport“ sowie mit 57 % „Urlaub & Reisen“ angesehen. Dabei wird die Forderung von allen Altersschichten gleichermaßen getragen; Frauen zeigen jedoch ein um 10 % höheres Engagement.

Sofern es ein entsprechendes Angebot gibt, würden 55 % der Verbraucher einen höheren Preis für Produkte oder Dienstleistungen bezahlen und auch nur für den Kauf in Betracht ziehen. Auch könnten sich Unternehmen stark profilieren, die sich für eine Verminderung von Kohlendioxid einsetzen. Immerhin würden 44 % der Verbraucher nur diejenigen Marken bevorzugen, die sich auch für eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes einsetzen. Ein bestes Beispiel dafür bietet die Biermarke „Krombacher“, die bereits seit einiger Zeit ihren Beitrag zum Schutz des Regenwaldes kommuniziert hat. So halten fast 60 % der Konsumenten diese Marke in Bezug auf ihren Einsatz hinsichtlich der CO2-Problematik für glaubwürdig. Erheblich geringer fällt die Bewertung im Automobilsektor für die Marken „Audi“ mit 43 % und „Michelin“ mit 28 % aus. Es sind bei „Audi“ tendenziell eher die jüngeren Autofahrer, die davon ausgehen, dass diese Marke einen Beitrag zur Einsparung von Kohlendioxid leistet. Nicht unerheblich mit einem Anteil von 40 % ist auch die Bereitschaft der Verbraucher, künftig nur von solchen Unternehmen kaufen, die sich für den Klimaschutz einsetzen.

Über 60 % der Verbraucher wären bereit einen entsprechenden Aufpreis für klimaneutrale Produkte für Autos oder Verkehrsleistungen, wie zum Beispiel für ein entsprechendes Audi-Modell oder für Reifen der Marke „Michelin“, zu bezahlen. Fast ebenso hoch ist der Anspruch nur solche Produkte zu kaufen, die CO2-reduziert bzw. CO2-neutral sind.

Unternehmen der Automobilindustrie haben bislang die Chancen für ein Angebot an klimaneutralen Produkten bzw. Dienstleistungen nicht genutzt, wie Hans Herrmann, Director Competence Center Automotive von 2hm, resümiert. Dieses Versäumnis gilt es schnellstens nachzuholen, um den Forderungen der Verbraucher nachzukommen. Ebenso gilt es, sich als starke und glaubwürdige Marke zu positionieren. Dazu bedarf es einer nachhaltigen Strategie, die bei der eigentlichen Geschäftstätigkeit auch die ökologisch relevanten Zukunftsaspekte berücksichtigt. Die ist dringend notwendig. Nichts gegen den Klimawandel zu tun käme wesentlich teurer, sowohl für die Menschen als auch für die Unternehmen.

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