Conti: Bessere Quartalszahlen – Analysten unzufrieden

Obwohl die Continental AG im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres höhere Umsätze und vor allem höhere Gewinne verbuchen konnte, wobei sogar die EBIT-Marge weiter anstieg, zeigen sich die Analysten unzufrieden, hatten sie doch sogar noch bessere Zahlen erwartet. Während der Automobilzulieferer und Reifenhersteller von der „Vorlage eindrucksvoller Erfolgsdaten bei Umsatz und EBIT“ spricht, bemerkt die Financial Times Deutschland: „Von Juli bis September kletterte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um unerwartet schwache sieben Prozent.“ Die Continental verband dabei die Vorlage der aktuellen Quartalszahlen mit einer Eigenkapitalerhöhung um knapp zehn Prozent zur Finanzierung des Kaufs der Siemens VDO Automotive AG und bietet dazu 14,65 Millionen neue Aktien an. Der Vorstand der Continental AG hat am späten Montagabend mit Zustimmung durch den Aufsichtsrat eine Erhöhung des Grundkapitals gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre beschlossen.

Im dritten Quartal konnte die Continental AG ihren Umsatz um 5,2 Prozent auf 3,714 Milliarden Euro steigern, während der EBIT sogar um 8,1 Prozent auf nunmehr 394,1 Millionen Euro anstieg. Dies entspricht einer EBIT-Marge von mittlerweile 10,9 Prozent (Vorjahresquartal: 10,6 Prozent). Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen ergibt sich eine Umsatzsteigerung von 4,7 Prozent auf 3,705 Milliarden Euro, während der EBIT bereinigt um 9,5 Prozent auf jetzt 448 Millionen Euro anstieg. Die bereinigte Umsatzrendite für das dritte Quartal 2007 beläuft sich demnach auf 11,6 Prozent.

Unter den verschiedenen Divisionen des Konzerns sind es ausschließlich die Nutzfahrzeugreifen, mit denen im dritten Quartal ein geringerer Umsatz generiert wurde, als im Referenzquartal 2006. Die Division hatte in den zurückliegenden drei Monaten einen Umsatz von 363,5 Millionen Euro erzielt, was einem Rückgang von 1,2 Prozent entspricht. Der EBIT fiel dabei sogar um 41,3 Prozent auf 24,9 Millionen Euro (Vorjahr: 42,4 Millionen Euro).

Die Division Pkw-Reifen konnte die höchsten Umsatz- und Gewinnsteigerungen im dritten Quartal melden. Während die Umsätze um 9,3 Prozent auf nunmehr 1,257 Milliarden Euro anstiegen, wuchs der EBIT sogar um 50,4 Prozent auf jetzt 170,1 Millionen Euro an, wodurch sich eine Umsatzrendite der Pkw-Reifensparte von beeindruckenden 13,5 Prozent (Vorjahr: 9,8 Prozent) errechnet.

Die Division Automotive Systems konnte im dritten Quartal den Umsatz um 2,4 Prozent auf 1,584 Milliarden Euro steigern, während der EBIT um 0,8 Prozent leicht auf 156,3 Millionen Euro abfiel. Die Marge der Division lag demnach bei 9,9 Prozent. Die Division ContiTech konnte ihren Umsatz um 8,9 Prozent auf 749,7 Millionen Euro steigern. Gleichzeitig wuchs der EBIT um 21,3 Prozent auf 88,7 Millionen Euro an, was einer EBIT-Marge von 11,8 Prozent entspricht.

Während der ersten neun Monate 2007 erhöhte Continental den Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum demnach um 8,9 Prozent auf 11,921 Milliarden Euro (Vorjahr: 10,945 Milliarden Euro). Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen stieg der Konzernumsatz um 6,4 Prozent. Das operative Konzernergebnis (EBIT) stieg um 19,8 Prozent auf 1,338 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,116 Milliarden Euro) und die Umsatzrendite auf 11,2 Prozent (Vorjahr 10,2 Prozent). Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte ergibt sich eine Verbesserung des EBIT von 15,8 Prozent auf 1,358 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,173 Milliarden Euro). Die bereinigte Umsatzrendite beträgt 12,0 Prozent (Vorjahr: 10,9 Prozent).

Die Kapitalerhöhung wird nach Angaben von Continental-Finanzvorstand Dr. Alan Hippe durch Ausgabe von Stammaktien im Rahmen eines so genannten Accelerated Bookbuilding (Angebot mit beschleunigtem Preisbildungsverfahren) an deutsche und internationale institutionelle Anleger durchgeführt und soll am 30. Oktober abgeschlossen werden. „Mit dem Erlös können wir die Fremdmittelaufnahme für die Finanzierung des Kaufpreises für Siemens VDO von rund 11,4 Milliarden Euro spürbar reduzieren. Damit unterstreichen wir, dass wir den Grad unserer Verschuldung wie versprochen energisch reduzieren werden“, betonte Dr. Alan Hippe. Zu den an der Umsetzung der Kapitalerhöhung beteiligten Banken gehören Citigroup Global Markets Limited, Dresdner Kleinwort und Goldman Sachs. Continental wird bei dieser Transaktion von ABN AMRO Rothschild beraten.

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