Laurent: Runderneuerte aus Deutschland für ganz Europa

Die Laurent Reifen GmbH ist zusammen mit dem französischen Stammhaus Pneu Laurent der größte Reifenrunderneuerer Europas. Das traditionsreiche Unternehmen blickt auf über 50 Jahre Erfahrung als industrieller Runderneuerer im europäischen Markt zurück. Das Werk Oranienburg (Brandenburg) hat eine Kapazität von mehr als 200.000 runderneuerten Reifen für Lkw und Trailer. Darüber hinaus werden im deutschen Werk und in Avallon pro Tag mehr als 2.500 Laufstreifen für Nutzfahrzeugreifen produziert. Mit rund 120 verschiedenen Produkten in den wichtigsten Dimensionen deckt der europäische Marktführer nahezu das gesamte Reifenspektrum für die Nutzfahrzeugbranche ab. Über die Produktionsstandorte in Frankreich und Deutschland hinaus ist das zur Michelin-Gruppe gehörende Unternehmen auch in den Ländern Belgien, Dänemark, Luxemburg, Niederlande, Österreich und Schweiz vertreten.

Neben der hohen Wirtschaftlichkeit für die Transportbranche schont die Wiederaufbereitung abgefahrener Lkw-Pneus nachhaltig die Rohstoffressourcen: Die Runderneuerung eines Lkw-Reifens erfordert nur etwa 20 Kilogramm Gummi, während die Herstellung eines Neureifens mit 60 bis 80 Kilogramm die drei- bis vierfache Menge benötigt. Allein durch den Profilaufbau an abgefahrenen Lkw-Reifen werden in der EU jährlich mehr als 500.000 Tonnen Rohöl eingespart. Das entspricht einer jährlichen Entlastung der CO2-Bilanz um etwa 1.300.000 Tonnen. Bis zu dreimal kann eine Qualitätskarkasse runderneuert werden – ohne Einbußen in puncto Laufleistung und Sicherheit.

Heiß- und Kaltrunderneuerung

Die Laurent Reifen GmbH deckt mit der Heiß- und Kaltrunderneuerung beide Varianten des umweltfreundlichen Profilaufbaus ab. Das Werk Oranienburg ist auf die Heißrunderneuerung spezialisiert, rund 80 Prozent aller Laufflächen werden auf diese Weise neu aufgebaut. Bei diesem Verfahren wird Gummi auf die abgeraute Karkasse aufgetragen und erhält durch die Vulkanisation – genau wie bei der Neureifenherstellung – in der Kochform sein Profil. Bei der Kaltrunderneuerung werden Laufstreifen mit fertigem Profil an der Karkasse fixiert und in so genannten Autoklaven (gasdicht verschließbare Druckbehälter) unter Druck- und Hitzeeinwirkung fest mit dem Reifen verbunden. Dieses Verfahren findet vor allem bei kleineren Stückzahlen Anwendung und macht etwa 20 Prozent der Produktion in Oranienburg aus. Seit 2006 werden am deutschen Standort Reifen nach dem exklusiv bei Pneu Laurent entwickelten SEPL-Verfahren gefertigt.

Persönliche Kundenbetreuung
in ganz Deutschland

Die Laurent Reifen GmbH bietet Kunden in ganz Deutschland einen persönlichen Ansprechpartner – sowohl in Oranienburg als auch im Außendienst vor Ort. Neben der flächendeckenden Händlerbetreuung und der Unterstützung im Großkundengeschäft übernehmen eigene Karkassenspezialisten die technische und logistische Abwicklung für den Reifenhändler: Dazu zählt beispielsweise die Prüfung und Beurteilung der gelieferten Karkassen vor Ort sowie die zeitnahe Auslieferung der Ware. Täglich werden etwa 500 gebrauchte Karkassen von der eigenen Lkw-Flotte und den Logistikpartnern aus ganz Deutschland zur Erneuerung in Oranienburg angeliefert.

Premiumqualität made
in Germany

Die Laurent Reifen GmbH steht für Topqualität aus deutscher Herstellung. Um diesen Premiumanspruch dauerhaft zu sichern, verfügt die Produktion in Oranienburg über ein aufwändiges Qualitätssicherungssystem, das mit den Faktoren Mensch, Maschine, Milieu, Material und Methode praktisch alle Bereiche des Unternehmens einschließt. Bei den Produkten reichen die strengen Qualitätskontrollen von der Eingangsprüfung mittels moderner Shearographie bis hin zur Hochspannungslochprüfung (Präzises Verfahren, das auch winzige Löcher durch Stromentladungen sichtbar macht) am fertigen Reifen. Eine spezielle Kennzeichnung der Karkassen erlaubt es, jeden Arbeitsgang des Herstellungsprozesses zurückzuverfolgen.

Mit dem Qualitätsmanagementsystem erfüllt die Laurent Reifen GmbH die strengen Maßstäbe der Konzernmutter Michelin. Seit 2006 sind die Qualitätsstandards im gesamten Werk nach DIN ISO 9001 zertifiziert. Die runderneuerten Pneus durchlaufen bei der Laurent Reifen GmbH die gleichen Testprogramme wie Neureifen – und entsprechen damit der in Europa eingeführten ECE-R109 Norm, die seit 2006 auch für alle deutschen Unternehmen verbindlich ist. Selbst die Rohstoffe müssen in Oranienburg höchste Qualitätsansprüche erfüllen: Für die Neubelegung der Karkassen werden ausschließlich Gummimischungen und Profilformen von Michelin verwendet.

Mitarbeiterqualifizierung

Die Ausbildung und Förderung der Mitarbeiter hat bei der Laurent Reifen GmbH eine hohe Priorität. Neben der internen Weiterbildung werden Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen zum Stammhaus ins französische Avallon geschickt, um an Qualitäts-, Entwicklungs- und Technologieworkshops teilzunehmen oder ein „Training on the Job“ zu absolvieren. Zur fachfremden Weiterbildung zählt beispielsweise der Französischunterricht für die Mitarbeiter. Die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung soll das Know-how der Mitarbeiter weiter ausbauen und damit langfristig die Zukunft des Unternehmens sichern. Gleichzeitig fördert die persönliche Qualifizierung und Weiterentwicklung die Motivation bei den Angestellten.

Umweltfreundliche Produktion
und Produkte

Der respektvolle Umgang mit der Natur ist für die Laurent Reifen GmbH ein grundlegendes Unternehmensprinzip – wie im Übrigen für den gesamten Konzern. Beispielsweise sorgen geschlossene Kreisläufe in der Produktion, das vollständige Recycling aller Industrieabfälle und die Nutzung der Abwärme zum Heizen der Fertigungshallen für eine umweltfreundliche und energieeffiziente Produktion. Schädliche Stoffe wie aromatische Öle hat Pneu Laurent vollständig aus der Fertigung und den Reifenmischungen verbannt und die Verwendung von Lösungsmitteln drastisch reduziert. Die Umweltzertifizierung nach der strengen Norm ISO 14001 wird in diesem Jahr vollständig abgeschlossen sein. Durch kontinuierliche Modernisierungsmaßnahmen und die Entwicklung zukunftsweisender Technologien arbeitet der europäische Marktführer mit Hochdruck daran, die Umweltverträglichkeit der Runderneuerung weiter zu verbessern. Dv

Kastentext

Laurent verspricht 14 Prozent mehr Laufleistung für Lkw-Reifen
Mit einer weltweit einzigartigen, selbst entwickelten Technologie will Pneu Laurent die Runderneuerung von Lkw-Reifen revolutionieren: Das so genannte SEPL-Verfahren (frz.: Sommet Elargie Pneu Laurent = Schulter-Verbreiterung von Pneu Laurent) ermögliche es erstmals, für die Kaltrunderneuerung von Reifenkarkassen verschiedener Hersteller einen einheitlichen Laufstreifentyp zu verwenden, teilt das Unternehmen, das zur Michelin-Gruppe gehört, mit.
Bisher waren durch die unterschiedlichen Toleranzen der Hersteller auch verschieden breite Laufstreifen innerhalb einer Reifengröße notwendig. Dank der neuen Technologie bringt die Laurent Reifen GmbH alle Karkassen innerhalb einer Dimension auf die maximal mögliche Laufstreifenbreite. Als Vorteil für den Kunden verspricht Pneu Laurent: Weil die runderneuerten Pneus eine bis zu 30 Millimeter breitere Auflagefläche haben, erhöht sich die Laufleistung gegenüber konventionell kaltrunderneuerten Reifen um bis zu 14 Prozent – bei gleichen Kosten. Zusätzlich wirkt sich die größere Lauffläche positiv auf die Fahreigenschaften und die Sicherheit aus.

SEPL – Vorteile für Produktion und Umwelt

Das SEPL-Verfahren kommt seit September 2006 neben der Produktion im französischen Stammwerk ausschließlich in Pneu Laurents Reifenfertigung in Oranienburg zum Einsatz. Herzstück der Technologie ist ein computergesteuerter Extruder, der bei Bedarf die Reifenschultern durch Gummiauftrag verbreitert. Das aufgebrachte Gummi dient bei der Vulkanisation als Bindeschicht zwischen Karkasse und Laufstreifen, was den Runderneuerungsprozess ohne schädliche Lösungsmittel ermöglicht. Positiver Nebeneffekt: Die Verbindung zwischen den Schichten ist wesentlich stabiler und macht den Reifen unempfindlicher gegen Scherkräfte. Im zweiten Gang legt die Maschine den Laufstreifen mit einer gleichmäßig über die Fläche verteilten Spannung auf.

Minimaler Lageraufwand und hochwertige Optik

Durch die Verbreiterung der Reifenoberseite können auch schmale Karkassen mit einem maximal breiten Laufstreifen belegt werden. Das reduziert den Produktions- und Lageraufwand und ermöglicht so die qualitativ hochwertige Runderneuerung auch bei kleinen Stückzahlen. Gleichzeitig haben die nach dem SEPL-Verfahren aufgebauten Pneus auch optisch eine wesentlich bessere Verarbeitungsqualität, beschreibt das Unternehmen: Die unauffällige Verbindungsstelle zwischen Laufstreifen und Reifenwand, die klare Begrenzung des Verbindungsgummis und das Fehlen von Lösungsmittelspuren verleihen dem runderneuerten Reifen ein besonders hochwertiges Aussehen.

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.