Fast jedes fünfte Auto mit erheblichen Mängeln unterwegs

Mehr als 52 Prozent der von der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) im ersten Halbjahr 2007 im Rahmen der Hauptuntersuchung überprüften 1,7 Millionen Pkw waren mit Mängeln unterwegs. Bei 16,8 Prozent der Autos stellten die Prüfingenieure sogar erhebliche Mängel bis hin zu Verkehrsunsicherheit fest. Sorge bereitet der amtlich anerkannten Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger vor allem das sicherheitstechnische Risiko älterer, ungepflegter Fahrzeuge. Während die Prüfer an 100 Pkw mit einem Alter von bis zu drei Jahren durchschnittlich 30 Mängel (Vorjahr: 27) diagnostizierten, waren es bei 100 Autos mit einem Alter von über neun Jahren 305 (Vorjahr: 227) und damit über zehnmal mehr Mängel. „Dies hat erheblichen Einfluss auf die Verkehrssicherheit, aber auch auf die Umwelt“, heißt es vonseiten der GTÜ, die auf Basis des derzeitigen Gesamtfahrzeugbestandes in Deutschland (46,8 Millionen Pkw) hochrechnet, dass hierzulande rund acht Millionen Fahrzeuge mit gravierenden Mängeln auf den Straßen fahren.

Besonders groß sei bei älteren Autos die Zahl der die Umwelt belastenden Mängel: Zu hohe Abgaswerte, Ölverlust und zu hohe Geräuschentwicklung wurde an knapp 29 Prozent der geprüften Pkw festgestellt. Damit habe auch diese Mängelgruppe im Vergleich zu den Vorjahren weiter zugelegt. Insgesamt seien in der Altersgruppe über neun Jahre 71 Prozent aller untersuchten Pkw mit Mängeln unterwegs – 29 Prozent wiesen erhebliche Mängel auf oder wurden sogar als verkehrsunsicher eingestuft. Als Gründe dafür nennt die Überwachungsorganisation die häufig vernachlässigte Wartung und das Verschieben von Verschleißreparaturen, die von den Autobesitzern meist aus Kostengründen nicht durchgeführt werden. „An Reparaturkosten zu sparen, darf nicht zu Lasten der Verkehrssicherheit gehen“, warnt die GTÜ. Deshalb und wegen der beobachteten zunehmenden Überalterung des Fahrzeugbestandes – das Durchschnittalter aller Pkw in Deutschland wird nach derzeitigem Stand mit über acht Jahren angeben, wobei mehr als 20 Prozent der Autos sogar über zwölf Jahre alt seien – wiederholt die Organisation ihre Forderung nach einer jährlichen Hauptuntersuchung für alle Fahrzeuge von neun Jahren und mehr.

„Denn nur so lassen sich verkehrssicherheitsrelevante Mängel wirksam reduzieren“, ist man überzeugt. Allerdings nehme auch bei den Pkw jüngeren Alters die Zahl der Mängel „in Besorgnis erregendem Maße“ zu. Spitzenreiter in der GTÜ-Statistik aller untersuchten Fahrzeuge für das erste Halbjahr sind nach wie vor Mängel an Beleuchtung/Elektrik mit 21,3 Prozent (Vorjahr: 20,8 Prozent). Platz zwei belegen die Mängel an Bremsanlagen mit 19,2 Prozent (Vorjahr: 18,8 Prozent), gefolgt von Achsen/Räder/Reifen/Aufhängungen mit 18,5 Prozent (Vorjahr: 17,3 Prozent). Platz vier belegen die Umweltbelastungen, wie Motorabgase, Ölverluste Lärmentwicklung etc. mit 16,5 Prozent (Vorjahr: 15,4 Prozent). Auf dem fünften Platz der Mängelliste finden sich Fahrgestell/Rahmen/Aufbau mit 10,8 Prozent (Vorjahr: 10,6 Prozent).

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