Conti sieht sich dank VDO-Akquisition „bestens aufgestellt“

Bei der Continental AG ist man überzeugt davon, dass der Konzern durch den Kauf von Siemens VDO in verstärktem Maße von den entscheidenden Zukunftstrends der Automobilindustrie profitieren wird. „Die auf der IAA 2007 aufgezeigten Perspektiven der Branche bestätigen eindeutig unsere Einschätzung, dass die Themen Sicherheit, Klimaschutz und Infotainment in den kommenden Jahren dominieren werden. Dafür sehen wir uns mit der gebündelten Innovationskraft und dem breiten Produktportfolio von Continental und Siemens VDO als Systemspezialist bestens aufgestellt“, so der Continental-Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer auf der internationalen Automobilausstellung in Frankfurt, ohne dabei den Hinweis darauf zu vergessen, dass die Wettbewerbsbehörden der Siemens VDO-Akquisition noch zustimmen müssen. Diese Entscheidung wird bis Jahresende erwartet. Parallel zum laufenden Genehmigungsverfahren werde allerdings bereits die Planung für die Integration von Siemens VDO mit Hochdruck vorangetrieben.

„Wettbewerbsrechtliche Vorgaben setzen uns bis zum Closing zwar enge Grenzen, aber innerhalb dieses rechtlichen Rahmens agieren wir schnell und präzise. Wir haben beispielsweise die künftigen Konzernstrukturen festgelegt, die neben den beiden Reifendivisionen und ContiTech die drei Divisionen Chassis and Safety, Powertrain sowie Interior an Stelle der bisherigen Division Automotive Systems vorsehen“, erklärt Wennemer. „Gleichzeitig sind wir dabei, die mit den Banken fest vereinbarte Finanzierung über ein Volumen von 13,5 Milliarden Euro umzusetzen und gehen davon aus, dass sich bis Anfang Oktober ein Konsortium gebildet haben wird. Die Banken stellen neben elf Milliarden Euro Festdarlehen eine revolvierende Kreditlinie von 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung, die uns ausreichenden Handlungsspielraum gewährt“, fügt er hinzu und weist darauf hin, dass das Unternehmen ab 2009 einen Cashflow von mehr als einer Milliarde Euro erwartet. Siemens VDO soll bereits 2008 – bereinigt um Integrations- und Restrukturierungskosten sowie Abschreibungen – einen positiven Ergebnisbeitrag leisten.

„Wir werden eine enorme Zugkraft bei kundenorientierten Innovationen gerade im Bereich der Megatrends Sicherheit, Reduktion von Kohlendioxidemissionen und Infotainment entwickeln können. Die IAA belegt den dynamisch wachsenden Bedarf an umwelt- und klimaschonenden Antriebssystemen – bei herkömmlichen Motoren ebenso wie in der Hybridtechnologie oder hoch effizienten Batteriesystemen. Den global immer strengeren Vorgaben in Sachen Verbrauch und Emissionen können wir ebenso Rechnung tragen wie dem Wunsch der Endverbraucher nach sicheren, intelligenten und dynamischen Fahrzeugen, die beim Fahren auch Spaß machen sollen“, ist der im Konzern für die Division Automotive Systems und Technologieentwicklung zuständige Vorstand Dr. Karl-Thomas Neumann überzeugt und sieht Conti dank der VDO-Übernahme mehr denn je in der Rolle eines integrierten Systemanbieters.

Umweltfreundliche Fahrzeuge werden seinen Aussagen zufolge ebenso nachgefragt wie Komponenten und Systeme zur aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit. „Auch hier werden immer umfassendere gesetzliche Vorgaben und Ansprüche der Autofahrer weltweit gleichermaßen für eine positive Entwicklung in einem unserer Kernkompetenzfelder sorgen“, betont Neumann. „Die europäische Unfallstatistik hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch die Entwicklung und den Einsatz von Gurt, Airbag und ESC entscheidend verbessert. Neue aktive und passive Sicherheitssysteme durch Telematik sind der nächste wichtige Schritt. Und nicht zuletzt können wir gerade hier dem Endverbraucher entgegenkommen, der schon lange seine mobilen Geräte wie zum Beispiel Ipod-Musikspieler über die aus der PC-Welt bekannten Schnittstellen ins Auto integrieren möchte. Und der Weg ist dann frei nicht nur für die uns heute bekannte Gerätewelt, sondern auch für zukünftige Produkte und Entwicklungen“, meint er.

Laut Dr. Neumann wird gleichzeitig auch die Nachfrage nach preiswerten Autos in den nächsten Jahren weltweit zweistellig wachsen. „Wir werden uns dem Segment der so genannten Billigautos in Märkten wie China, Indien oder auch Brasilien intensiv widmen. Wir sprechen allerdings von erschwinglichen Autos (affordable cars), denn das wird dem Anspruch wesentlich mehr gerecht. Es geht ganz klar darum, unsere Technologiekompetenz an beiden Enden der Skala einzusetzen und unter Beweis zu stellen. Unsere Produkte müssen auch für erschwingliche Autos hohe Standards bei Sicherheit und Komfort gewährleisten. Preiswert darf nicht mit ‚low-tech’ oder mangelnder Sicherheit gleichgesetzt werden, im Gegenteil“, macht er den Conti-Standpunkt deutlich.

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