Nun doch öffentliche Mittel für Goodyear-Werk Fayetteville?

(Akron/Tire Review) Nachdem der zuständige Gouverneur Mike Easley sein Veto gegen öffentliche Zuschüsse in Höhe von 40 Millionen US-Dollar – gestreckt über zehn Jahre – für das Goodyear-Reifenwerk Fayetteville (North Carolina) eingelegt hatte und damit die Finanzspritze schon verloren schien, zeichnet sich jetzt offenbar eine erneute Wende ab. Zwar hat das Parlament des Bundesstaates nach Beratungen den Plan aufgegeben, das Veto des Senators seinerseits zu kippen, um – wie ein Sprecher sagt – nicht auf Konfrontationskurs mit Easleys Entscheidung zu gehen. Dafür hat man auf Betreiben von Lobbyisten, laut denen die Zukunft des Goodyear-Werkes nur mittels der Finanzspritze gesichert sei, allerdings flugs einen neuen Fördertopf in Höhe von bis zu 60 Millionen US-Dollar aufgelegt. Dabei wird nunmehr jedoch erwartet, dass sich nicht nur Goodyear, sondern auch Wettbewerber Bridgestone Firestone sowie weitere Unternehmen um Mittel aus diesem Fundus bewerben werden. Gemäß den Bestimmungen des neuen Förderprogramms könnten Goodyear und Bridgestone Firestone zehn Jahre lang in den Genuss von jährlich 2,5 Millionen bzw. 2,2 Millionen Dollar für ihre Werke in North Carolina kommen.

Dafür müssten in den Werken jeweils mindestens 1.500 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Werden bis zu 20 Prozent der derzeitigen Stellen abgebaut, reduziert sich dem Entwurf zufolge die Fördersumme in gleichem Maße. Verlieren in einem Jahr mehr als 20 Prozent der Belegschaft ihren Job, werden die Fördermittel in dem betreffenden Jahr nicht ausgezahlt. Doch auch das neue Förderprogramm hat bereits wieder Kritiker auf den Plan gerufen. „Bald schon werden die CEOs von in North Carolina operierenden Unternehmen eher Lobbyisten als Ingenieure engagieren. Vergesst das Verkaufen von Reifen, beschäftigt lieber Lobbyisten“, ätzt beispielsweise der Republikaner Paul Stam. Und der Gouverneurskandidat Bob Orr meint, dass die ursprünglichen geplanten 40 Millionen Dollar wohl doch nicht so essentiell für das Überleben des Goodyear-Werkes in Fayetteville gewesen sein können, wenn nun auch 25 Millionen akzeptiert würden. Orr hält das neue Förderprogramm für eine „schreckliche“ Kompromisslösung, welche die ganze Situation nur noch verschlimmere.

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