Gebraucht EM-Reifen teurer als Neureifen

Dass es auf dem weltweiten EM-Reifenmarkt eine akute Knappheit gerade großer Reifen gibt, ist keine Neuheit. Ein Beitrag in Mining Weekly aus Südafrika wirft nun allerdings ein Schlaglich auf die Situation, wie sie so noch nicht beschrieben wurde: gebrauchte EM-Reifen kosten teilweise das Doppelte eines Neureifens. Der Diamantminenbetreiber Debswana aus dem südafrikanischen Botswana etwa kann seine 240-Tonnen-Muldenkipper nicht mehr komplett im Abbaubetrieb nutzen, da dafür weltweit einfach keine Reifen aufzutreiben sind, und schon gar keine Neureifen. Die angebotenen Gebrauchtreifen leisteten oftmals nur rund 1.000 Stunden Laufleistung anstatt der sonst üblichen rund 7.000 Stunden eines Neureifens. Auch gelange man in einer solchen Situation ohne langfristige Lieferverträge gelegentlich an Neureifenhersteller, deren Produkte bei weitem nicht die Laufleistungen etablierter Premiumprodukte bieten.

Folglich musste das Unternehmen zur Kompensation der fehlenden Transportmöglichkeiten auf die verstärkte Nutzung kleinerer Muldenkipper (180 Tonnen) übergehen. Die könnten das Abtransportvolumen aber nicht aufrechthalten, sagt James Kirby von Debswana. Für die Debswana-Diamantminen erwartet Kirby ein Defizit von rund 30 Millionen Tonnen Abraum, der in den kommenden fünf Jahren nicht abtransportiert und demnach nicht nach Diamanten durchsucht werden kann. Der Minenbetreiber erwartet, dass die weltweite Unterversorgung mit großen EM-Reifen wenigstens weitere drei Jahre anhalten werde.

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