Arbeitnehmer gegen VDO-Verkauf

Die Arbeitnehmervertreter der IG Metall in den Aufsichtsräten von Siemens und Continental haben sich gegen den Verkauf von VDO ausgesprochen. Dem Verkauf der Automobilzuliefersparte von Siemens zum Preis von 11,4 Milliarden Euro an Continental hatten die zuständigen Gremien dennoch zugestimmt. „Weder Siemens noch Continental waren bereit, den Beschäftigten die geforderten, verbindlichen Zusagen in Bezug auf Arbeitsplätze und Standorte für den Zeitraum von fünf Jahren zu geben“, kritisierte Berthold Huber die Vereinbarung. Der zweite Vorsitzende der IG Metall wirft Siemens und Continental demnach vor, die Belange der Beschäftigten beim Verkauf der Autozulieferersparte nicht ausreichend berücksichtigt zu haben.

Agenturmeldungen zufolge wird Manfred Wennemer, Vorstandsvorsitzender der Continental AG, mit den Worten zitiert, es sei „völlig klar“, dass es im Zuge der Übernahme auch zu Restrukturierungsprozessen kommen werde. Conti führe die von Siemens eingeleitete Restrukturierung bei VDO weiter. Es gebe dazu einen Eckpunkte-Vertrag mit den Gewerkschaften, so der Conti-Chef weiter. An der Erstellung eines entsprechenden Papiers habe die Spitze der IG Metall allerdings nicht mitgewirkt, so die Arbeitnehmervertreter in einer Stellungnahme. Das von den beiden Unternehmen vorgelegte so genannte Eckpunktepapier erfülle nicht die Anforderungen der Arbeitnehmerseite und sei auch keineswegs mit dieser Vereinbart, so die IG Metall.

Dass die Mitarbeiter bei Siemens VDO hinter dem Schlagwort „Restrukturierung“ umfassende Stellenstreichungen vermuten, lasse sich mit den Erfahrungen mit dem Verkauf der Siemens-Mobiltelefonsparte an BenQ erläutern. Arbeitnehmervertreter sprechen bereits davon, dass 5.000 bis 7.000 Jobs bei Siemens VDO in Gefahr seien. Conti erhofft sich von der Übernahme Synergien in Höhe von mindestens 170 Millionen Euro ab dem Jahr 2010. Es sei Gewerkschaftskreisen zufolge zu befürchten, dass diese Synergieeffekte vor allem durch Stellenabbau realisiert würden.

Siemens VDO beschäftigt rund 53.000 Mitarbeiter weltweit, machte im Geschäftsjahr 2005/2006 einen Umsatz in Höhe von zehn Milliarden Euro, erzielte damit einen operativen Gewinn von 669 Millionen Euro und ist damit einer der erfolgreichsten Siemens-Geschäftsbereiche. Siemens VDO Automotive AG ist einer der weltweit führenden Automobilzulieferer für Elektronik und Mechatronik. Als Entwicklungspartner der Automobilindustrie fertigt das Unternehmen Produkte rund um Antriebsstrang, Motorsteuerelektronik und Einspritztechnik. Allein in Deutschland hat VDO etwa 20.000 Beschäftigte, davon in Bayern über 8.700 an den Standorten Regensburg (ca. 7.000) und Würzburg(ca. 1.700).

Gemeinsam gerechnet haben die Unternehmen Continental und Siemens VDO einen Umsatz in Höhe von 24,9 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 2,27 Milliarden Euro. Das neue Unternehmen würde 140.000 Menschen weltweit beschäftigen.

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