Zahlen VDO-Mitarbeiter am Ende die Zeche im Bieterwettstreit?

Im Poker um die Zukunft des Automobilzulieferers Siemens-VDO haben die Rivalen Continental aus Hannover und die amerikanische TRW Automotive nun noch einmal nachgelegt. Nach Informationen aus Finanzkreisen, so das Handelsblatt, seien in der Nacht zum Sonnabend zwei Übernahmeangebote für die Siemens-Tochter eingegangen, die beide über zwölf Milliarden Euro liegen sollen. An der Börse, so heißt es, sei VDO allenfalls acht Milliarden Euro wert. Folglich gelte der vom Siemens-Vorstand immer noch offiziell bevorzugte Börsengang seiner Tochter angesichts eines solch hohen Kaufpreises, den die beiden Rivalen zu zahlen bereit sein sollen, als zunehmend unwahrscheinlich. Gerade auf Arbeitnehmerseite gebe der Bieterwettstreit Anlass zur Besorgnis. Die Dynamik könnte dermaßen groß werden, dass am Ende die VDO-Beschäftigten geradestehen müssten, wenn ein ökonomisch nicht vertretbarer Preis bezahlt würde.

Obwohl in den kommenden Tagen die Siemens-Gremien zusammenkommen, gilt eine schnelle Entscheidung als durchaus fraglich. „Warum soll Siemens den Bieterkampf schon beenden“, fragte eine mit der Situation vertraute Person. Schließlich werde erwaret, dass die aktuellen Offerten nicht schon das Ende im Bieterwettstreit seien, auch wenn Conti beim Preis „einen Schritt über die Schmerzgrenze“ gegangen sei, so die Zeitung weiter.

Die Idee, Siemens-VDO an einen Bieter zu verkaufen, hinter dem Blackstone steht, gilt vielen Gewerkschaftern als ausgeschlossen. An Blackstone sei ja indirekt der chinesische Staat beteiligt. Folglich gelte Manfred Wennemer – bei der IG Metall alles andere als beliebt, so die Zeitung weiter – als das „geringere Übel“. Beide Bieter würden nach erfolgreicher VDO-Übernahme einer der drei weltgrößten Zulieferer.

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