Europa kann kommen – Hankook fertigt in Ungarn

Hankook Tire, der wachstumsstärkste Reifenhersteller weltweit, produziert seit gestern auch in Europa Reifen. Das erst kürzlich in den Markt eingeführte Modell Hankook Optimo K715 durchlief als erster Reifen den gesamten Produktionsprozess im neuen Werk im ungarischen Dunaújváros, 65 Kilometer südlich von Budapest. Im Rahmen einer Zeremonie wurde dieser Reifen von Suh Seung-Hwa, dem CEO von Hankook und vormaligem Europa-Präsidenten des Reifenherstellers, sowie Dr. János Kóka, dem ungarischen Minister für Wirtschaft und Transport, unterzeichnet. Auch der koreanische Botschafter in Ungarn, Europa-Präsident Jin Seung-Do sowie lokale Politprominenz wohnten diesem historischen Ereignis bei. Der koreanische Reifenhersteller investiert bis zur Fertigstellung 2010 mehr als 500 Millionen Euro in die Fabrik und will dort dann jährlich zehn Millionen Pkw- und Llkw-Reifen fertigen; 1.500 Mitarbeiter werden eingestellt, von denen 350 in Korea auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

„Wir sind sehr froh, dass sowohl die ungarische Regierung als auch die Menschen in Dunaújváros sowie in der ganzen Region uns so freundlich empfangen haben“, sagte Suh Seung-Hwa anlässlich der Zeremonie am Standort, zu der die gesamte ungarische Presse erschienen war. „Dies ist auch ein Zeichen unserer gemeinsamen Ziele und Ambitionen. Durch die Produktion unserer hochqualitativen Reifen leisten wir einen Beitrag dazu, die Wirtschaft in dieser Region und im gesamten Land anzukurbeln”, kommentierte Suh die Bedeutung des neuen Reifenwerks für Hankook und die Region. Der Hersteller hatte sich für den Standort in Ungarn entschieden, nachdem die Zusage über staatliche Förderungen für den Fabrikbau vonseiten der ungarischen Regierung gemacht wurden.

Gerade die Zusage, über 20 Prozent der Investitionskosten zu tragen, hat Minister Kóka (seit 2004 im Amt) Kritik vonseiten der konservativen Opposition im Land eingebracht. Diese behauptet etwa, im neuen Hankook-Werk seien zu viele Ausländer – etwa Slowaken – beschäftigt, was der Vereinbarung zwischen der Regierung und dem Reifenhersteller zuwiderlaufe, oder aber Hankook zahle lediglich den Mindestlohn. Dass der koreanische Reifenhersteller zwischen die Fronten einer innenpolitischen Auseinandersetzung und einer Regierungskrise geriet, bekam nicht nur der liberaldemokratische Minister während der Zeremonie im neuen Hankook-Werk zu spüren. Auch CEO Suh Seung-Hwa musste sich ungarischen Journalistenfragen nach den Gehältern seiner Mitarbeiter in der Reifenfabrik und der Beschäftigung von Ausländern stellen.

Der Bau der neuen Produktionsstätte ist eines der größten Investitionsprojekte in Ungarn innerhalb der letzten Jahre und vor allem geprägt durch seine rasante Umsetzung. Erst vor einem knappem Jahr hatte Hankook Tire den Grundstein des Werks im Industriepark Dunaújváros gelegt. Ab sofort werden hier qualitativ hochwertige Reifen wie unter anderem Notlaufreifen (Hankook Runflat System) – überwiegend für den europäischen Markt – produziert. Neben der optimalen geografischen Lage im Zentrum (Ost-)Europas habe Hankook in Ungarn hervorragende Partner für die Realisierung seiner ehrgeizigen Pläne gefunden. Mit vielen von ihnen wolle der weltweit siebtgrößte Reifenhersteller langfristig zusammenarbeiten.

„Wir produzieren qualitativ hochwertige Reifen zu vernünftigen Preisen und wollen unseren Marktanteil bis 2010 auf acht Prozent verdoppeln. Um unsere Kunden rundum zufrieden zu stellen, wollen wir exzellente Produkte mit hervorragendem logistischem Service kombinieren“, umriss Suh Seung-Hwa die wesentlichen Ziele für die nahe Zukunft. Während der Realisierung des Projekts habe Hankook Tire hervorragende Erfahrung mit seinen ungarischen Partnern gesammelt. Viele kleinere und mittelständische Unternehmen haben die rasche Errichtung der Fabrik durch ihre Dienstleistungen und Produkte erst möglich gemacht. Darüber hinaus wurden bereits einige Lieferanten für den Betrieb des Werkes unter Vertrag genommen.

Neben Suh Seung-Hwa war Hankook vertreten durch den Chief Marketing Officer Cho Hyun-Shick, den europäischen Chief Operating Officer Jin Seung-Do sowie Lee Eung-Young, Managing Director des ungarischen Werks.

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