US-Importeur muss China-Reifen zurückrufen

Medienberichten zufolge muss die Foreign Tire Sales Inc. mit Sitz in Union (New Jersey/USA) auf Anordnung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) nicht weniger als mindestens 450.000 Reifen in den Vereinigten Staaten zurückrufen. Produziert wurden die betroffenen Reifen der Größen LT 235/75 R15, LT 225/75 R16, LT 235/85 R16, LT 245/75 R16, LT 265/75 R16 sowie LT 3X10.5 15, die in Nordamerika unter den Markennamen Westlake, Compass, Telluride und YKS verkauft wurden, von dem chinesischen Hersteller Hangzhou Zhongce Rubber Co. Als Grund für den Rückruf der fraglichen, seit 2002 von der Foreign Tire Sales Inc. in die Staaten importierten Reifen aus China-Produktion wird der Umstand genannt, dass es bei ihnen durch Fertigungsfehler zu Laufstreifenablösungen und als Folge daraus zu Unfällen damit ausgerüsteter Fahrzeuge kommen könne.

Der Importeur, der an der Entwicklung der Llkw-Radialreifen mitgewirkt haben soll, hat eigenen Angaben zufolge im Zuge der Untersuchung der Umstände eines Verkehrsunfalles selbst festgestellt, dass beim Reifenunterbau nur halb so schmale Gummistreifen verbaut wurden als ursprünglich spezifiziert. Teilweise hätten sie sogar gleich ganz gefehlt. Laut einem Bericht des Wall Street Journal geht das Unternehmen, das lediglich sechs Mitarbeiter beschäftigt, davon aus, dass auch andere US-Distributoren baugleiche Reifen der beanstandeten Art vertreiben. Insofern könne sich die Zahl der tatsächlich betroffenen Pneus – schätzt man jedenfalls – noch einmal um rund eine halbe Million erhöhen.

„Vor dem Hintergrund zunehmender Importe – und China exportiert am meisten in die USA – ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Hersteller nur solche Produkte liefern, die auch den Sicherheitsanforderungen in unserem Land entsprechen“, wird Daniel Zielinski, Sprecher der Rubber Manufacturers Association (RMA), von dem Blatt zitiert. Laut dem Verband werden pro Jahr etwa 32 Millionen aus China stammende Reifen in die Vereinigten Staaten importiert. Auf den weiteren Plätzen der Rangliste der Herkunftsländer folgen demnach Kanada (28 Millionen Reifen), Japan (22 Millionen Reifen), Korea (15 Millionen) sowie Taiwan (vier Millionen). Zusammen mit weiteren 39 Millionen Reifen aus allen anderen Staaten dieser Welt ergibt dies die Zahl von alles in allem 140 Millionen in die USA importierten Reifen pro Jahr.

Laut Bloomberg hat die Hangzhou Zhongce Rubber Co. unterdessen die Anschuldigung zurückgewiesen, fehlerhafte Reifen zu verkauft zu haben. „Unsere Reifen entsprechen allen Anforderungen, um in den USA vertrieben zu werden. Wir exportieren seit über zehn Jahren Reifen und wissen genau, was wir produzieren und verkaufen“, werden die während eines Telefoninterviews gemachten Aussagen von Xu Youming, Rechtsberater des chinesischen Herstellers, in einem entsprechenden Bericht wiedergegeben. Gleichzeitig wirft er dem US-Importeur vor, die „Macht der Medien zu missbrauchen, um unserem Ansehen zu schaden“. Insofern sei man nun um den Schutz der eigenen Marken vor solchen Anschuldigungen bemüht, die dem 1958 gegründeten Unternehmen bei der Umsetzung seiner Pläne schaden könnten, bis 2010 den eigenen Umsatz auf bis zu 18 Milliarden Yuan (knapp 1,8 Milliarden Euro) sowie den Gewinn auf 650 Millionen Yuan (etwa 63 Millionen Euro) zu steigern und damit den Sprung unter die Topten der weltweiten Reifenhersteller zu schaffen.

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