„Mitdenkende“ Fahrsicherheitssysteme sollen vor Unfällen schützen

Der Fahrer sei immer noch das höchste Risiko im Straßenverkehr, sagt Continental unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes, wonach sich 2005 bei den Unfällen mit Personenschäden 86 Prozent der Fahrzeuglenker falsch verhalten und damit den Unfall verursacht haben. „Die Hauptunfallursache menschliches Versagen ist nicht zuletzt durch die wachsende Komplexität der Verkehrssituation verursacht. Eine gezielte Entlastung und Unterstützung des Fahrers kann hier Abhilfe schaffen. Dies erfordert Forschung und Entwicklung zu den Themen Unfallursachenanalyse, Mensch-Maschine-Interaktion und zur Erkennung kritischer Verkehrssituationen”, meint daher Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy, Inhaber des Lehrstuhls für Software & Systems Engineering der Technischen Universität München.

Aus diesem Grund setzt der Automobilzulieferer auf eine stärkere Vernetzung nicht nur der in vielen modernen Autos teilweise schon heute eingebauten Fahrsicherheitssysteme wie ABS (Antiblockiersystem), ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm) oder ASR (Antriebsschlupfregelung), sondern bezieht auch zukünftige Systeme bereits in seine Überlegungen mit ein. „Wir haben uns frühzeitig dem Thema Umfelderfassung durch verschiedene Technologien gewidmet und uns so viel Know-how erarbeitet, dass wir bei Fahrerassistenzsystemen Schrittmacher des globalen Wettbewerbs sind”, ist Dr. Karl-Thomas Neumann, Vorstandsmitglied der Continental AG, überzeugt. Unter dem Stichwort Aktiv-Passiv-Integrationsansatz (APIA) entwickeln Ingenieure des Konzerns unter anderem Radar-, Infrarot-, Laser- und Kamerasysteme, die dem Autofahrer bestmögliche Unterstützung bieten sollen.

Ein auf dieser Technologie aufbauendes, so genanntes LDW-System – LDW steht für Lane Departure Warning – könne beispielsweise aufpassen auf, dass der Wagen seine Spur nicht verlässt, und ein CV-Sensor – CV ist das Akronym für Closing Velocity – bremse das Fahrzeug, sobald der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu gering wird, was Auffahrunfälle verhindere oder zumindest deren Folgen vermindere. „Kamerasensoren werden bald Verkehrsschilder erkennen, Fahrerassistenten das Fahrzeugumfeld analysieren. Das Gehirn des mitdenkenden Systems ist der so genannte Gefahrenrechner, der alle Daten der Sicherheitssysteme blitzschnell auswertet. Er errechnet für die aktuelle Fahrsituation Gefahrenpotenzial sowie Unfallwahrscheinlichkeit und aktiviert die Systeme für den Notfall“, so die Vision des Unternehmens.

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