„Tourance EXP“ erster Enduroreifen mit 0°-Stahlgürtel am Vorderrad

In Form des „Tourance EXP“ hat die zum Pirelli-Konzern gehörende Motorradreifenmarke Metzeler einen neuen Reifen für große Enduromaschinen vorgestellt. Bei der Entwicklung des Pneus baute der Hersteller eigenen Angaben zufolge sowohl auf dem „Tourance“ als auch dem Sporttouringreifen „Roadtec Z6“ der eigenen Produktrange auf. In dem Newcomer soll sich also gewissermaßen das Beste aus beiden Welten vereinigen.

Schließlich – so Metzeler – stamme die aktuelle Generation von Großenduros direkt von solchen Wettbewerbsmodellen ab, die bei den schwersten Rallyes der Welt eingesetzt werden. Dementsprechend stellen sie verstärkt auch sportlichere Anforderungen an die Bereifung, etwa was die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten angeht. Gleichzeitig sind diese Motorräder genauso dafür ausgelegt, mit Gepäck auf Tour zu gehen oder einen kleinen Ausritt ins Gelände zu wagen. Insofern wundert es nicht, dass der „Tourance EXP“ ebenso wie sein Bruder ohne zusätzliches Akronym, das im Übrigen gleichermaßen für „Experience“ (Erfahrung) wie für „Expertise“ (Sachkenntnis) und „Explore“ (Erkunden) stehen soll, zwischen dem „Roadtec Z6“ und dem „Karoo (T)“ in der Metzeler-Produktpalette positioniert wird. Die Einsatzempfehlung seitens des Herstellers lautet für den Neuen folglich also auf etwa 90 Prozent Straßenanteil und zehn Prozent Geländeanteil, während der „Z6“ natürlich ein reinrassiger Straßenreifen ist und für den „Karoo (T)“ das Verhältnis Straße/Gelände mit etwa 70 zu 30 Prozent angegeben wird.

Als Zielgruppe wird mit dem Newcomer der Globetrotter anvisiert, der „auf allen Straßen der Welt zu Hause“ ist. Ausgezeichnete Fahreigenschaften auf verschiedensten Fahrbahnbelägen, bei jedem Wetter und bei voller Beladung waren deshalb die Hauptziele bei der Entwicklung des Pneus, der demnächst in den Größen 110/80 R19 M/C 59V TL für das Vorderrad und 150/70 T17 M/C 69V TL auf den Markt kommen soll. Um die Brücke zwischen einer tourensportlichen Fahrweise mit heutigen Großenduros und den gelegentlichen Ausflügen solcher Maschinen ins leichte Gelände zu schlagen, hat Metzler bezüglich der Designmerkmale des „EXP“-Modells an mehreren Stellen Hand angelegt. Besonders hervorgehoben wird von den Produkttechnikern in diesem Zusammenhang der Null-Grad-Stahlgürtel am Vorderrad. Der „Tourance EXP“ ist Angaben des Reifenherstellers zufolge der weltweit erste Endurovorderreifen dieser Konstruktionsweise.

Damit verbindet Metzeler eine höhere Stabilität beim Bremsen und bei großer Geschwindigkeit sowie eine bessere Präzision in Kurven. Die Lage des Stahlkords sei dabei optimiert worden, um diese Eigenschaften bei allen Schräglagenwinkeln gewährleisten zu können. Zudem würden durch den Null-Grad-Stahlgürtel im Frontreifen mögliche Shimmy- und Kick-Back-Effekte – also Lenkradflattern und Lenkerschlagen – unterdrückt. Selbstverständlich kann auch der hintere Reifen mit dieser patentierten Technologie aufwarten, von der das Unternehmen für sich beansprucht, sie erfunden zu haben. Aus der Kombination des Null-Grad-Stahlgürtels an Vorder- und Hinterrad mit einer leichten und in der Struktur optimierten Karkasse resultiert Metzeler zufolge ein sehr gutes Handling, Spurtreue bei Hochgeschwindigkeit und eine optimierte Aufstandsfläche in jeder Fahrsituation. Dabei – so der Hersteller weiter – seien Vorder- und Hinterreifen derart aufeinander abgestimmt worden, dass sie im Zusammenspiel die beste Leistung zu ermöglichen.

Ebenso wie der Unterbau sollen aber auch Gummimischung und Profildesign einen Beitrag zu den Leistungswerten des „Tourance EXP“ beitragen. Die neue Laufflächenmischung des Pneus komme beispielsweise bei allen Einsatzbedingungen schnell auf „Betriebstemperatur“ und liefere auch ansonsten in allen Bereichen maximale Performance, heißt es. Dies schreibt Metzeler insbesondere dem Einsatz modernster Polymeren zu, die dem Reifen in kaltem Zustand weniger Eigensteifigkeit verleihen, ihm aber im aufgewärmten Zustand eine höhere Steifigkeit sollen. Daraus wiederum wird ein positiver Einfluss auf die Stabilität abgeleitet. Und für ein ausgezeichnetes Fahrverhalten auf nasser Straße habe man dem Mischungsverhältnis von Ruß und Silika besonderes Augenmerk gewidmet. „Dadurch wird der Grip auf kalter, feuchter oder nasser Fahrbahn verbessert, ohne das Fahrverhalten auf trockener Straße zu beeinflussen“, sagen die Entwickler des Reifens. Dessen hohe Laufleistung sei hingegen durch den Zusatz von neuen Chemikalien erreicht worden, welche für eine Verstärkung der internen Mischungsstruktur verantwortlich zeichnen.

Dabei kommen zwischen Karkasse und Lauffläche übrigens Gummimischungen verschiedener Härtegrade zum Einsatz. Von diesem allgemein unter der Bezeichnung „Cap & Base” bekannten Ansatz versprechen sich die Metzeler-Techniker eine bessere Verteilung der auf den Reifen wirkenden Kräfte und mithin dadurch einen positiven Einfluss auf die Stabilität des Pneus. Das Laufflächenprofil selbst wurde so gestaltet, dass maximaler Fahrkomfort auf der Straße und im Gelände gewährleistet wird. Die Profilblöcke sollen eine große Aufstandsfläche bieten und ihre Form eine gute Wasserableitung auf nassem Asphalt ermöglichen, während akzentuierte Kanten im Gelände für ein Plus an Traktion zuständig sind. „Diese Eigenschaften werden mit den Charakteristika Laufruhe und Komfort kombiniert, die den ‚Tourance’ so bekannt und erfolgreich gemacht haben“, betont man vonseiten des Unternehmens. Der „Tourance EXP“ könne also die Leistungen des „Tourance“ noch weiter verbessern und stelle daher die „beste Bereifungsmöglichkeit für die anspruchsvollen Großendurofahrer dar“.

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