EM-Reifen: Goodyear Dunlop präsentiert sich als Premiumanbieter

Ziel der Goodyear-Dunlop-Messebeteiligung während der Bauma war es, sich als Premiumanbieter von OTR-Reifen für Bau- und Industriemaschinen zu präsentieren. „Wir bieten für die vielfältigen Einsatzzwecke ein großes Portfolio anspruchsvoller Hochleistungsreifen für Industrie- und Baumaschinen an“, erklärt Volker Aßmann, Marketing- und Verkaufsleiter OTR-Reifen bei Goodyear Dunlop. Damit grenze man sich deutlich gegen die – wie Aßmann sagt – angesichts der schlechten Verfügbarkeit von EM-Reifen immer stärker in den Markt drängenden Anbieter aus dem asiatischen Raum ab. „Die derzeitige angespannte Liefersituation im EM-Segment spielt diesen Anbietern in die Hände, und sie profitieren umso mehr, je länger dieser Zustand noch andauert“, so Aßmann, der sich wünschen würde, auch der Goodyear-Konzern stockte seine Produktionskapazitäten in ähnlicher Weise auf wie es die Wettbewerber Bridgestone und Michelin tun. Zwar könne die neue Konkurrenz aus Fernost momentan qualitativ noch nicht mit den Premiumanbietern mithalten, doch würde sie immer schneller (kopieren) lernen. Die angespannte Liefersituation schade also den etablierten Herstellern, da dadurch der Abstand zu „den anderen“ tendenziell verringert werde.

Daher suchte sich Goodyear Dunlop in München als innovativer Hersteller zu präsentieren und nutzte die Bauma als Plattform, um einen Ausschnitt der neuesten Entwicklungen des Konzerns zu zeigen. Gemeint damit ist unter anderem „AirGuarD“ von Dunlop. Dieses Reifendichtmittel war auf der Messe für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte erstmals zu sehen. Dabei handelt es sich um eine gelartige Gummimischung, die als zusätzliche Dichtmittelschicht in die Reifenkarkasse eingebaut ist und Durchstichschäden von bis zu sechs Millimetern abdichten können soll, um auf diese Weise kostenintensive Ausfallzeiten zu vermeiden. „Im Prinzip steht dahinter der gleiche Ansatz wie bei der ‚DuraSeal’-Technologie, die in einigen Lkw-Reifen der Marke Goodyear verfügbar ist“, erläutert Volker Schott, Vertrieb Industriereifen in dem Konzern, auf konkrete Nachfrage dieser Zeitschrift.

„AirGuarD“ wurde vor allem für Fahrzeuge aus der Entsorgungsbranche entwickelt, deren Reifen in besonderem Maße der Gefahr von Einstichschäden ausgesetzt sind. Auf der Messe wurde die neue Technologie in Verbindung mit dem Dunlop-Reifenmodell „SP T9“ gezeigt, das in der Industrie und Bauwirtschaft eingesetzt wird. „Nach dem Eindringen eines Gegenstandes (beispielsweise eines Nagels) fließt das Dichtmittel in die entstandene Öffnung und erzeugt dort eine luftundurchlässige Abdichtung. Auch weitere Einstiche in der Lauffläche kann der Reifen mithilfe von ‚AirGuarD’ selbstständig reparieren“, heißt es vonseiten des Reifenherstellers. Das Konzept, ein Dichtmittel in den Reifen zu integrieren, habe den weiteren Vorteil, dass die Dichtflüssigkeit nicht umständlich durch das Luftventil eingespritzt werden müsse und daher dieses nicht verstopfe oder die Felge verklebe. Demnach ist weder spezielles Montagewerkzeug noch zusätzliche Ausrüstung erforderlich, und „AirGuarD“ soll bei allen Reifeneinsatzbedingungen und Temperaturen zuverlässig funktionieren.

Darüber hinaus gab es auf dem Messestand des Reifenherstellers in der bayrischen Landeshauptstadt im Form des Dunlop „PG93U“ einen Reifenprototypen zu sehen. Mit diesem Reifenkonzept will man neue Wege gehen, um Kundenbedürfnisse und Kundenwünsche noch stärker in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Denn mithilfe eines Fragebogens werden die Rückmeldungen der Kunden zu dem Produkt analysiert, um die Erkenntnisse daraus bei der Weiterentwicklung des Reifens zur Serienreife einzubeziehen. Der „PG93U“ ist demzufolge für kompakte Radlader und leichte Baumaschinen im Straßen- und Geländeeinsatz konzipiert worden und auf eine gute Haltbarkeit sowie optimale Traktion bei gleichzeitig niedrigeren Betriebskosten ausgelegt.

Neben „AirGuarD“ und dem Prototypen PG93U standen der „IT520“ und „IT530“ der Marke Goodyear im Mittelpunkt der Messepräsentation. Die beiden Industrieradialreifen sollen ein außergewöhnliches Leistungsspektrum mit langer Lebensdauer und niedrigen Betriebskosten vereinen. Der „IT 520“ eignet sich Angaben des Reifenherstellers zufolge mit seinem Profil und den verstärkten Stollen für den Einsatz auf weichen und feuchten Böden und bereift Teleskoplader, Hoflader und kleine Radlader – der „IT 530“ ist für Industrie- und Baumaschinenanwendungen auf hartem Boden konstruiert und wird bei Baggerladern und Teleskopladern eingesetzt.

Dabei wird seitens des Reifenherstellers besonders betont, dass radiale Industriereifen aufgrund ihrer Konstruktion eine Reihe von Vorteilen gegenüber Diagonalreifen bieten. So garantiere die Radialkonstruktion eine gleichmäßige Bodendruckverteilung, was den Verschleiß reduziere und die Laufleistung steigere, die Traktion sowie den Fahrkomfort verbessere und den Kraftstoffverbrauch senke. Gleichzeitig hätten Radialreifen einen besseren Schutz gegen Durchstichverletzungen der Lauffläche. „Dies erhöht die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit. Durch die Leistungsvorteile von Radialindustriereifen gegenüber der diagonalen Konstruktion können Geräteparks effizienter und kostengünstiger betrieben werden“, sagt der Hersteller.

Daneben präsentierte Goodyear auf der Messe weitere Produkte: den Radladerreifen „RT-3B“, den Traktionsreifen für Dumper und Radlader „TL-3A+“, den „GP-4D“ als Niederquerschnittsreifen der 65er Serie für Dumper und Radlader sowie den „RT-4A“ für Muldenkipper. Der „RT-3B“ eignet sich demzufolge für Fahrzeuge der Typenkategorie von 1,2 bis zehn Kubikmeter und wird dabei als Allrounder für den Einsatz vor allem auf Baustellen und in der Rückverladung positioniert. „Mit dem robusten und zugleich wirtschaftlichen ‚RT-3B’ werden Radlader, Grader und andere Arbeitsmaschinen bereift, die unter normalen bis schweren Bedingungen eingesetzt werden“, lautet daher die Einsatzempfehlung für diesen Reifen.

Der „TL-3A+“ ist laut Goodyear geeignet für Dumper bis 20 Tonnen Ladegewicht und Radlader der Kategorie von zwei bis zehn Kubikmeter, die vorwiegend im Abraum, in der Rückverladung und im Transport eingesetzt werden. Als nicht laufrichtungsgebundener Traktionsreifen und dank seiner Selbstreinigungsfähigkeiten empfehle sich der „RT-4A“ demgegenüber für den Transporteinsatz in Steinbrüchen oder auf Großbaustellen, wo neben maximaler Traktion und zuverlässiger Robustheit auch eine überdurchschnittliche Seitenführung sowie ein geringer Verschleiß gefordert werde. Vervollständigt wurde der Bauma-Messeauftritt der Marke durch einen Spezialreifen der Profilausführung „RL-4S“ für Fahrlader im Untertageeinsatz mit einer Nutzlast von 7,5 bis 20 Tonnen.

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.