Rösler-Gruppe will Lizenzverfahren weltweit etablieren

Die Rösler-Gruppe aus Dortmund hat einen weiteren Schritt zur „weltweiten Technologieführerschaft“ gemacht. Der EM-Reifenrunderneuerungsspezialist hat die neue Schelkmann-Fertigung am Unternehmensstandort in Betrieb genommen und kann somit große EM-Reifen bis zu einer Dimension von 40.00 R57 im Kaltverfahren erneuern. Wie Klaus Mühlbäck betont, Vice President der Rösler-Gruppe und in dieser Funktion verantwortlich für das internationale Geschäft der Gruppe, habe man bei der Einrichtung der neuen Betriebsstätte im Wesentlichen zwei Zielsetzungen verfolgt. Einerseits werde das Unternehmen den heimischen, europäischen Markt mit Kaltrunderneuerungen nach dem Schelkmann-Verfahren versorgen und gehört somit gleichzeitig zu einem der fünf weltweiten Lizenznehmer des Schelkmann-Verfahrens und ist nicht nur Systemlieferant. Andererseits fungiere die eigene Produktionsstätte auch als „Musterbetrieb“ in dem Bemühen, künftig noch weitere Lizenznehmen unter Vertrag zu nehmen. Die weitere Internationalisierung des Geschäftes ist seit März des vergangenen Jahres die Aufgabe des neuen Vizepräsidenten der Unternehmensgruppe.

Um die neue Schelkmann-Fertigung am Standort aufzubauen, hatte das Unternehmen am dicht bebauten Standort eine benachbarte Immobilie übernommen, auf der nun die neue „Halle 9“ steht. Die Bauarbeiten für den neuen Musterbetrieb haben rund ein Jahr gedauert und werden derzeit abgeschlossen. Dass die Kaltrunderneuerung in dem Musterbetrieb „auf dem neuesten Stand der Technik“ ist, wie Klaus Mühlbäck sagt, darf durchaus erwartet werden. Dabei seien größtenteils Eigenentwicklungen, die in Zusammenarbeit mit namhaften Maschinenherstellern entwickelt und gebaut wurden, in der Produktionsstätte installiert worden. Die entsprechenden Anlagen können auch den Lizenznehmern weltweit zur Verfügung gestellt werden. Zu den Investitionskosten in Millionenhöhe will Mühlbäck keine Details nennen.

Derzeit gibt es weltweit fünf Schelkmann-Lizenznehmer. Neben der Rösler-Gruppe selbst hat das Unternehmen Lizenzverträge mit OTR Tyres Ltd. aus Großbritannien, mit Merkuris aus Tschechien, mit Rio Tinto Tyres Australia Pty Ltd. sowie neuerdings der indonesische Minenbetreiber PT Pamapersada. Dessen Schelkmann-Anlage werde derzeit installiert, so Mühlbäck weiter im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Die ersten Kaltrunderneuerungen werden dort in diesem Oktober entstehen. Auch in Indonesien wird die maximale Reifendimension, die nach dem Schelkmann-Verfahren kaltrunderneuert werden kann, 40.00 R57 sein. Dieser wie auch die anderen Lizenznehmer müssen – wie bei solchen Kooperationen üblich – eine einmalige Lizenzgebühr sowie einen jährlichen Beitrag an den Lizenzgeber zahlen, also die Rösler-Gruppe. Daneben sind noch die eigentlichen Investitionskosten in die Anlage fällig. Auch zur Höhe dieser Kosten möchte die Rösler-Gruppe keinen Kommentar abgeben.

„Strategie der Rösler-Gruppe ist es, die Schelkmann-Technologie in allen wichtigen Minenregionen der Welt zu etablieren“, so Klaus Mühlbäck. Er nennt dabei etwa Regionen wie Südamerika, das südliche Afrika, Südostasien und China sowie natürlich auch Russland. Mittelfristiges Ziel bis 2011 sei es, sieben bis acht weitere Betriebe außerhalb Europas zu etablieren. Außerhalb Europas könne die Rösler-Gruppe ihren Lizenznehmern teilweise einen gewissen Grad an Exklusivität gewähren, was auf einem begrenzten Markt wie Europa wiederum nur sehr schwer durchzusetzen sei. Insgesamt, so Mühlbäck abschließend, könnten runderneuerten „Giant Tyres“ die selbe Laufleistung garantieren wie die Produkte der Marktführer unter den Neureifenherstellern Michelin und Bridgestone.

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