USW veröffentlicht Report über Contis „Scheitern im US-Reifenmarkt“

Die US-amerikanische Gewerkschaft USW (United Steelworkers) hat unter dem Titel „20 Jahre verschlafen“ einen Bericht veröffentlicht, der „das Scheitern von Continental Tire in Nordamerika“ belegen soll. Basierend auf umfangreichen Marktanalysen, Hunderten Interviews mit unabhängigen Reifenhändlern und einer zwanzigjährigen Beziehung zum Unternehmen habe man darin die entscheidenden Managementfehler des Reifenherstellers herausgearbeitet, welche die Aktionäre Hunderte Millionen Dollar gekostet haben, sagt die USW. Der Bericht, der unter der Internetadresse www.solidarityatconti.org zum Download bereitgestellt wird, listet diverse, als für das Unternehmen „desaströs“ bezeichnete Managementfehler, die den Aktionären nicht bekannt gemacht worden seien. Dazu zählt die Gewerkschaft eine zu starke Konzentration des Unternehmens auf den Erstausrüstungsmarkt, dessen Unvermögen zum Aufbau eines effektiven Reifenvertriebsnetzes, eine fehlgeschlagene Beschaffungsstrategie sowie eine ineffektive Marketingstrategie.

All dies soll das Unternehmen Angaben der USW zufolge über die vergangenen fünf Jahre 1,2 Milliarden US-Dollar gekostet haben. Letztendlich heißt es in dem Bericht, dass es fraglich sei, ob sich für den deutschen Reifenkonzern angesichts der vielen ungelösten Probleme, die er nach 20 Jahren Misswirtschaft in Nordamerika habe, jemals Erfolg auf diesem Markt einstellen werde. Seitens der USW sieht man dafür anscheinend jedenfalls keinerlei ermutigenden Hinweise. „Der Report zeigt eindeutig, dass das Scheitern der Continental AG im nordamerikanischen Markt das Resultat einer verfehlten Managementstrategie ist – und nicht auf zu hohe Arbeitskosten zurückzuführen ist“, sagt Joe Drexler, Leiter der Abteilung für strategische Recherchen der USW. Kopien des Reports in englischer und deutscher Sprache wurden demnach an die wichtigsten Aktionäre, Investmentmakler, Pensionsfonds, Industrieanalysten, Wirtschaftsmagazine und an die Mitglieder des Aufsichtsrats der Continental AG verschickt.

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