Studie beleuchtet europäischen Markt für Werkstattausrüstung

Die Unternehmensberatung LeoImpact Consulting GmbH (Berlin) hat sich eigenen Aussagen zufolge auf Studien von B2B-Märkten sowie die Unternehmenssanierung und Restrukturierung spezialisiert. Ihr Geschäftsführer Gunter Frhr. von Leoprechting wird als intimer Kenner der Werkstattausrüstungsbranche beschrieben, sodass man sich auf Basis dessen dazu entschlossen hat, eine umfangreiche Analyse des Marktes vorzunehmen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung lassen sich in der jetzt unter dem Titel „European Garage Equipment 2006“ veröffentlichten Studie nachlesen.

Nach den Recherchen der Berliner tummeln sich inklusive Filialen und Auslandstöchtern weltweit nicht weniger als 377 Unternehmen in der Werkstattausrüstungsbranche und ihren verschiedenen Produktbereichen angefangen bei Abgasabsaugsystemen, der Achsvermessung und Bremsprüfständen über Diagnosegeräte, Hebebühnen, Karosserierichtbänke, Klimaservicegeräte und Leistungsprüfstände bis hin zu Reifenservicegeräten, Scheinwerferrichtsystemen und Waschanlagen. Dabei erwirtschaften sie laut Schätzung der LeoImpact Consulting in 22 Ländern Europas 3,7 Milliarden Euro. Auf die fünf großen EU-Märkte Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien, die den Schwerpunkt der Studie im ersten Jahr ihres Erscheinens bilden, entfalle dabei ein kumulierter Umsatz von 2,4 Milliarden Euro, heißt es.

„Von diesen 377 Unternehmen agieren aber nur 60 bis 70 europaweit, wovon allgemein nur einige Namen bekannt sind. Die Fülle der ca. 300 mittleren bis kleineren Hersteller haben außerhalb ihrer nationalen Märkte kaum Bekanntheit, auch wenn sie dort Marktführer sein können. Ein Grund ist die Abhängigkeit der Firmen vom Großhandel der vorwiegend regional und national strukturiert ist, ein anderer die gängige Praxis des Private Labelling“, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchung, die – wie die Unternehmensberatung sagt – auf einer ständig aktualisierten Datenbank basiert, die sämtliche Firmen und über 8.000 überprüfte Daten enthält. Mittels Fragebögen, telefonischen und Face-to-Face-Interviews seien über die Hälfte der Firmen direkt kontaktiert worden, wobei man alle Informationen über die Unternehmen und Märkte nach Qualitätskontrollen durch zwölf europäischen Länder- und Branchenexperten sowie unter Verwendung aller verfügbaren Sekundärquellen (Studien, Marketingdaten, nationale Fachzeitschriften, nationale Verbände etc.) mit einem Arbeitsaufwand von mehr als sechs Mannmonaten Arbeit validiert habe.

Dank dieser akribischen, von den einzelnen Unternehmen ausgehenden Datensammlung hätte man aber nicht nur den Gesamtmarkt quantifizieren, sondern darüber hinaus noch Erkenntnissen über die Größe der einzelnen Produktbereiche erlangen können, die anderen Marktanalysen oder sogar Verbandsinformationen „nicht selten widersprechen“. So kommt die neue Studie beispielsweise zu dem Ergebnis, dass der „Mechanisches Handling“ genannte Produktbereich, in dem LeoImpact Consulting Hebebühnen bzw. -geräte sowie Karosserierichtbänke zusammenfasst, in den fünf wichtigsten EU-Märkten mit rund 470 Millionen Euro für ein höheres Umsatzvolumen steht als etwa die Kategorie „Diagnose“ (350 Millionen Euro), in der Diagnose- und Abgasanalysegeräte subsumiert werden. Vom Umsatzvolumen her dazwischen positioniert sich aus Sicht der Berliner das Marktsegment rund um den „Reifen“, womit in der Untersuchung Reifenservice- und Achsvermessungsgeräte gemeint sind: Sie kommen demnach auf rund 240 bzw. 140 Millionen Euro und in Summe auf etwa 380 Millionen Euro.

Zur Untergruppe „Mechanische Testgeräte“, für welche ein Umsatzvolumen von 180 Millionen Euro ausgewiesen wird und zu der Brems- und Leistungsprüfstände sowie Geräte zur Justage von Scheinwerfern gezählt werden, tragen die Bremstester mit 140 Millionen Euro den größten Anteil bei. Ein ähnliches Bild ergibt sich der Studie zufolge bezüglich der restlichen Produktbereiche, die das Werk unter dem Schlagwort „Andere“ listet und es folglich keiner der vier anderen Unterkategorien „Mechanisches Handling“, „Diagnose“, „Reifen“ sowie „Mechanische Testgeräte“ zuordnet: Hierbei dominiert der Umsatzbeitrag der Waschanlagen (350 Millionen Euro) ganz klar im Vergleich zu den Abgasabsaugsystemen oder den Klimaservicegeräten, für die Zahlenwerte von rund 140 Millionen bzw. 50 Millionen Euro genannt werden.

„Was den Absatz für Werkstattausrüstung betrifft, ist Deutschland mit 28,6 Prozent unter den fünf großen Automobilnationen Europas klarerweise die Nummer eins. Jeweils ein Fünftel des Kuchens teilen sich Frankreich und Italien“, bringt die Analyse aber auch einen Ländervergleich, bei dem Großbritannien (17,1 Prozent) und Spanien (13,5 Prozent) auf den weiteren Plätzen folgen. Und dieser Ländervergleich wird nicht nur bezogen auf den Umsatz mit Werkstattausrüstungen präsentiert, sondern ebenso bezüglich der Produktion. Diesbezüglich habe Italien „die Nase vorn“ und komme im Vergleich der fünf untersuchten Nationen auf einen Anteil von fast 40 Prozent der Fertigung. Für Deutschland wird ein stabiler Anteil von 28,3 Prozent genannt, Frankreich liege bei einem Sechstel, während für England und Spanien Werte von 9,9 respektive 8,3 Prozent ausgewiesen werden.

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