Kampagne zu Fahrerassistenzsystemen

Entspannt und gelassen mit dem Auto ans Ziel kommen – wer möchte das nicht. Doch das stetig wachsende Verkehrsaufkommen erhöht die Unfallgefahr und verlangt von Autofahrern eine immer stärkere Konzentration. Die Automobilhersteller statten deshalb ihre Fahrzeuge zunehmend mit technischen Innovationen für mehr Sicherheit und Komfort aus, die unter dem Begriff Fahrerassistenzsysteme zusammengefasst werden. Was können diese Systeme leisten, wie funktionieren und was bewirken sie?

Antworten auf diese Fragen soll die bundesweite Informationskampagne des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), seiner Mitglieder und Partner geben. Die auf drei Jahre angelegte Kampagne verfolgt unter dem Titel „Bester Beifahrer“ das Ziel, Informationen über Fahrerassistenzsysteme, kurz FAS genannt, zu verbreiten, den Zugewinn an Sicherheit und Komfort sowie die Potenziale in der Unfallprävention bekannter zu machen. Denn Wissen über FAS ist in der Bevölkerung kaum vorhanden, obwohl bereits entwickelte Systeme längst montiert werden. Der DVR versteht die Kampagne auch als flankierende Maßnahme für die Aktivitäten des Bundesverkehrsministers im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, indem die öffentliche Wahrnehmung für die geplante e-Safety-Konferenz im Juni erhöht wird.

Hintergrund

Fahrerassistenzsysteme sind elektronische Zusatzeinrichtungen in Kraftfahrzeugen zur Unterstützung des Fahrers in bestimmten Fahrsituationen und zur Erhöhung des Fahrkomforts. FAS können mit ihren intelligenten Funktionen Risiken frühzeitig erkennen, in gewissem Rahmen kompensieren und vor Gefahren warnen. Es existiert eine Vielzahl von bereits serienreif entwickelten Fahrerassistenzsystemen, von denen die meisten so konzipiert sind, dass die Verantwortung beim Fahrer bleibt und er zu jeder Zeit aktiv in das Fahrgeschehen eingreifen kann.

Die Kampagne stützt sich zunächst auf folgende sechs Fahrerassistenzsysteme, die in zahlreichen Fahrzeugen bereits vorhanden sind:
• Abstandsregler
• Spurwechsel- und Spurhalteassistent
• Einparkassistent
• Vorausschauende Sicherheitssysteme
• Nachtsichtsysteme
• Fahrdynamikregler

„Nach Erkenntnissen der Unfallforschung sind die Potenziale zur Unfallvermeidung durch die Verhaltensbeeinflussung der Verkehrsteilnehmer weitgehend ausgeschöpft. Unserer Auffassung nach bieten die Fahrerassistenzsysteme hierbei enorme Chancen. Immer dann, wenn der Fahrer an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit kommt oder Dinge nicht rechtzeitig wahrnimmt, springen diese „hilfreichen Beifahrer“ ein“, so Prof. Manfred Bandmann, Präsident des DVR. Prof. Dr. Ekkehard Brühning von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt) untermauert die Aussagen: „Informationssysteme reichen vielfach nicht aus, um einen Unfall zu verhindern. Etwa ein Drittel aller Unfälle kann nur durch einen aktiven Eingriff eines Fahrerassistenzsystems verhindert werden.“

Nach Ansicht des FAS-Experten Prof. Dr. Peter M. Knoll bieten Fahrerassistenzsysteme ein hohes Potenzial zur Unfallvermeidung und Unfallfolgenmilderung: „Diese Potenziale können durch eine systematische Entwicklung neuer Fahrerassistenzsysteme einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung des im „Road Safety Action Plan“ der EU-formulierten Ziele leisten.“

Unterstützt wird die Kampagne bislang durch die DVR-Mitglieder Siemens VDO, Hella, Bosch, Continental, Delphi und Valeo. Im Sinne der Verkehrssicherheit ist die Kampagne aber für alle Institutionen und Organisationen offen, die die Zielsetzung unterstützen wollen.

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