US-Autoindustrie am „Goodyear-Modell“ interessiert

Die drei großen US-Automobilhersteller General Motors, Ford und Chrysler prüfen die Übernahme des Goodyear-Modells zur Eindämmung der Gesundheitskosten. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Materie vertraute Personen berichtet, sei aber an einen schnellen Verhandlungserfolg mit der für die US-Autobranche zuständige Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) nicht zu denken. In diesem Monat hatte sich Goodyear mit der Gewerkschaft United Steelworkers of America (USW) auf eine Ausgliederung der Gesundheitskosten verständigt. Der Reifenhersteller will seine Verpflichtungen für die Gesundheitsvorsorge seiner Mitarbeiter von 1,2 Milliarden US-Dollar an einen von der Gewerkschaft verwalteten Fonds transferieren. Im Gegenzug erhält der Fonds vom Unternehmen Barmittel und Eigenkapital in Höhe von eine Milliarde Dollar. Beim Goodyear-Modell wäre der Fonds im Falle finanzieller Schwierigkeiten der Muttergesellschaft bzw einer Insolvenz vor Forderung geschützt. Die Gelder stünden weiter exklusiv den Beschäftigten und früheren Mitarbeitern zur Verfügung.

Fritz Henderson, CFO bei der General Motors Corp (GM), bestätigte im Gespräch mit Analysten das grundsätzliche Interesse von GM an der Goodyear-Vereinbarung. Die Gesellschaft soll die Berater, die an den entsprechenden Verhandlungen beteiligt waren, bereits engagiert haben, zitiert die Zeitung informierte Kreise. Eine GM-Sprecherin sagte, der Konzern prüfe verschiedene Möglichkeiten im Gesundheitsbereich. „Aber wir werden nicht über bestimmte Optionen, an denen wir arbeiten, spekulieren.“ „Wir werfen einen Blick auf das, was bei Goodyear passiert. Wir sind mit den Dingen vertraut“, sagte Marty Mulloy, Vice President für Personalangelegenheiten bei der Ford Motor Co. Sollte der Plan umgesetzt werden, stiege die Gewerkschaft UAW zu einem der größten Anbieter für Gesundheitsvorsorge in den USA mit rund einer Million Versicherter auf.

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