„GSP 9700“ von Hunter wird netzwerkfähig

Erst im Herbst war auf der Automechanika ein erster Prototyp der neuesten Generation der Hunter-Auswuchtmaschine „GSP 9700“ zu sehen. Ab diesem Monat ist sie nun auf dem Markt und dank Linux-basiertem Betriebssystem nunmehr auch netzwerkfähig. „Die ‚GSP 9700’ ist jedoch nicht nur deshalb weitaus mehr als nur eine gewöhnliche Auswuchtmaschine“, sagt Rolf Lapp, Key-Accounter und Marketingmanager bei der in Gröbenzell beheimateten Hunter Deutschland GmbH. „Sie löst Probleme, die sich mit herkömmlichen Maschinen nicht bewältigen lassen“, fügt er hinzu. Lapp verweist in diesem Zusammenhang nicht nur auf die „SmartWeight“-Technologie, mit der sich insbesondere bei der Verwendung von Klebeauswuchtgewichten hohe Gewichtsreduzierungen realisieren lassen sollen, sondern auch auf die Fähigkeiten der „GSP 9700“, radiale und laterale Reifenkraftschwankungen sowie den Seitenzug bestimmen und bestmöglich kompensieren zu können.

In einem Feldversuch mit 7.000 Rädern hat sich laut Hunter herausgestellt, dass sich dank „SmartWeight“ (vgl. bereits NEUE REIFENZEITUNG 7/2006) durchschnittlich bis zu 33 Prozent der Kosten für Auswuchtgewichte reduzieren lassen. Dabei sei die tatsächliche Ersparnis abhängig davon, welche Art Auswuchtgewichte verwendet wird, erzählt Lapp im Gespräch mit dieser Zeitschrift. „Werden nur Schlaggewichte verwendet ist sie niedriger. Kommen Klebe-Klebe-Gewichte zum Einsatz, ist sie am höchsten – Schlag-Klebe-Gewichte liegen dazwischen“, erklärt er, wobei er als Beleg seiner Aussagen beispielhaft die statistische Auswertung einer ATU-Filiale vorlegt. „Von September von bis November wurden dort insgesamt 6.591 Räder gewuchtet. Dank ‚SmartWeight’ kamen 4.646 Räder mit nur einem Auswuchtgewicht aus, 86 sogar ganz ohne. In den drei Monaten hat sich die Masse der eingesparten Auswuchtgewichte auf rund 102 Kilogramm aufsummiert – pro Maschine wohlgemerkt. Dabei zeigte sich, dass mit Einsetzen des Wintergeschäfts die dadurch erzielten Gewichtseinsparungen von anfänglich 39 auf 35 Prozent absanken. Denn im Winter werden im Gegensatz zum Sommer eher Schlag- als Klebegewichte verwendet“, weiß Lapp zu berichten.

Für ihn ist die „GSP 9700“ aber nicht nur deshalb weit mehr als nur eine Auswuchtmaschine. Wie schon einmal von uns erwähnt, bevorzugt Lapp denn auch die Bezeichnung „Vibrationskontrollgerät“, womit er die Fähigkeiten der Maschine betont, durch ihren Einsatz die Laufruhe von Fahrzeugen zu optimieren. Von der Rad-Reifen-Kombination ausgehende Vibrationen können ihre Ursache in einer ungleichförmigen Masseverteilung innerhalb des Reifengummis haben. Um solchen, von außen nicht erkennbaren und vor allem den Fahrkomfort beeinträchtigenden Gegebenheiten entgegenzusteuern, kann bei der „GSP 9700“ eine den Fahrbahnkontakt simulierende Rolle gegen den Reifen gepresst werden, wobei sich über die Anpresskraft Radlasten von bis zu 635 Kilogramm realisieren lassen. Nur auf diese Weise – so Hunter – könne man unwuchtunabhängige, radiale Kraftschwankungen des Reifens messen. Doch das allein ist nur die halbe Miete, schließlich spielt auch der Rundlauf des verwendeten Rades eine nicht zu vernachlässigende Rolle bei der ganzen Sache. Insofern ist es eigentlich nur logisch, dass die Maschine dies zusätzlich noch überprüfen kann – und das, ohne den Reifen von der Felge abmontieren zu müssen.

Deutet sich entsprechender Optimierungsbedarf an, geht es dann allerdings daran zu versuchen, durch das so genannte Matchen der höchsten bzw. härtesten Stelle des Reifens mit der niedrigsten Stelle der Felge die Vibrationen zu minimieren. Über die laterale Kraftmessung kann die „GSP 9700“ zudem Seitenzugprobleme mindern – „StraightTrak“ nennt Hunter dieses Feature. Bei der Messung der Lateralkräfte eines kompletten Reifensatzes wird der jeweilige Seitenzugindex gleich mitbestimmt, und die Maschine liefert anschließend Vorschläge, wo welche der zuvor zu markierenden Rad-Reifen-Kombinationen am Fahrzeug montiert werden sollte, um zum geringsten Seitenzug für das Gesamtfahrzeug zu kommen. Auch wenn es sinnvoll wäre, einen bestimmten Reifen mit einem der anderen drei vermessenen Räder zu kombinieren erfolgt ein entsprechender Hinweis. Für Rolf Lapp sind alle diese Fähigkeiten ein Grund dafür, warum namhafte Fahrzeughersteller bei etwaigen Komfort- bzw. Vibrationsproblemen meist auf Equipment von Hunter zurückgreifen. Ohnehin habe man mittlerweile von allen deutschen Herstellern eine Freigabe für die eigenen Maschinen, betont er.

Ohne freilich konkrete Zahlen zu nennen, spricht Lapp außerdem von einer Umsatzverdopplung der Hunter Deutschland GmbH im Geschäftsjahr 2006. „So etwas lässt sich aber auch dadurch erreichen, wenn man zwei statt vorher nur eine Maschine verkauft“, scherzt er, um gleich im Anschluss daran auf ein sich „sehr gut“ entwickelndes Geschäft mit Marken wie beispielweise etwa VW oder BMW, aber auch der Fachmarktkette ATU zu verweisen. In seiner heutigen Organisationsform agiert das Unternehmen noch nicht allzu lange im deutschen Markt: Der Standort Gröbenzell wurde nach der Gesellschaftsgründung im Jahr 2004 bezogen, aber schon zuvor betreute Martin Adams, heutiger Geschäftsführer der Hunter Deutschland GmbH, die hiesigen Kunden. Der deutsche Ableger der Hunter Engineering Company mit Sitz in Bridgeton (Missouri/USA) beschäftigt derzeit acht feste und einen freiberuflichen Mitarbeiter. „Wie lange Jahre bewährt, werden Hunter-Produkte selbst heute auch noch über Haweka vertrieben, sind mittlerweile gleichzeitig jedoch ebenso über uns direkt erhältlich. Insbesondere vor dem Hintergrund einer engen Zusammenarbeit mit den Fahrzeugherstellern ist ein Ansprechpartner vor Ort allerdings unverzichtbar“, so Lapp zum verstärkten Engagement des Werkstattausrüsters im deutschen Markt.

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