Ausbildungszahlen im Kfz-Handwerk leicht gesunken

Laut dem Berufsbildungsbericht 2006 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickeln sich die Ausbildungsverträge im Kfz-Gewerbe günstiger als im Gesamtmarkt, obwohl im zurückliegenden Jahr mit 550.000 neuen Ausbildungsverträgen 22.800 oder knapp vier Prozent weniger als 2004 abgeschlossen werden konnten. Nach dem positiven Ergebnis 2004 habe sich damit – so der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK) – die ungünstige Entwicklung der vergangenen Jahre wieder fortgesetzt. Allerdings seien die Neueinstellungen in den technisch geprägten Ausbildungsverhältnissen einschließlich des neuen Berufes Kfz-Servicemechaniker mit rund 21.300 Verträgen nahezu konstant. Die Steigerung im Beruf Automobilkaufmann um 6,9 Prozent im Jahr 2004 konnte 2005 jedoch nicht wiederholt werden: Insgesamt wurden mit rund 3.700 neuen Verträgen 3,8 Prozent weniger Automobilkaufleute eingestellt. Angesichts dessen, heißt es in dem Berufsbildungsbericht 2006, brauche der „nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland“ neue Dynamik. Erfreulich aus Sicht des ZDK ist demgegenüber die festgestellte Verringerung der Abbruchquoten. Der Anteil vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge sei in allen Bereichen zurückgegangen, wobei die Quote im Kfz-Technikerhandwerk noch einmal deutlich niedriger liege als im Handwerk allgemein.

Lag im Jahr 2000 die Abbruchquote noch bei 27 Prozent, beendeten 2005 nur noch 20 Prozent der Lehrlinge im Kfz-Handwerk ihr Ausbildungsverhältnis frühzeitig, teilt der Verband mit. Dabei habe der neue Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker mit einer Abbruchquote von 14,7 Prozent deutlich besser abgeschnitten als etwa Maler und Lackierer mit 36 Prozent, wobei die geringeren Abbruchquoten mit einer besseren schulischen Vorbildung der Berufsbewerber einhergingen: Etwa jeder zweite Berufsanfänger als Kfz-Mechatroniker verfügt demnach über einen Abschluss, der mindestens der mittleren Reife entspricht. Die Zahl außerbetrieblicher Ausbildungsverhältnisse sei nach wie vor steigend, ebenso die Zahl der potenziellen Berufsbewerber, die statt der dualen Ausbildung eine Ausbildung an einer weiterführenden Schule anstreben: In den letzten acht Jahren hat sich laut ZDK der Anteil der schulischen Berufsausbildung nahezu verdoppelt. Und die beruflichen Pläne im Frühjahr 2004 von Abgängern allgemeinbildender Schulen zeigten, dass 60 Prozent der Realschüler an einer dualen Ausbildung interessiert waren, aber ein erheblicher und steigender Anteil auf weiterführende Schulen gehen wollte. Das duale System, betont ein Sprecher des Verbandes, sei jedoch eine wichtige Basis für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Branche.

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