Initiative PRO Winterreifen sieht Etappenziel erreicht

Laut Werner Sauerhöfer, Sprecher der Initiative PRO Winterreifen, ist die aktuelle Fassung der geänderten Straßenverkehrsordnung (StVO) „erst einmal zufrieden stellend“, wenn sie auch der Interpretation bedarf. Der Run auf Winterreifen in der aktuellen Saison, in der Schätzungen zufolge rund 25,6 Millionen Winterreifen an deutsche Verbraucher verkauft werden (+2,3 Millionen bzw. +9,9 % gegenüber dem Vorjahr), sei unter anderem ein Erfolg der großen, öffentlichen Diskussion, die kürzlich entbrannte. Die Diskussion entbrannte einerseits, weil der Paragraf 2 der StVO eben so ist wie er ist: fürchterlich unpräzise und interpretationsbedürftig. Andererseits rechnet sich die Initiative PRO Winterreifen auch einen gewissen Anteil an dieser Diskussion zu. Werner Sauerhöfer betont dabei im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG, dass die Initiative stets das Ziel verfolgt habe, Autofahrern von der Notwendigkeit einer geeigneten Bereifung zu überzeugen. Eine kodifizierte Winterreifenpflicht sei nie das Ziel gewesen. Dass nun trotzdem in weiten Teilen der Öffentlichkeit das Wechseln von Sommer- auf Winterreifen und zurück als gesetzliche Pflicht verstanden werde, sei zwar falsch, der Sache „im Sinne des Verbraucherschutzes“ aber dienstbar. Auch die Initiative betone stets: „Es gibt keine Winterreifenpflicht!“

Vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen am deutschen Reifenmarkt haben sich die Mitglieder der Initiative PRO Winterreifen kürzlich entschlossen, die ursprünglich auf fünf Jahre angelegte Arbeit um drei Jahre bis einschließlich der Saison 2009/2010 zu verlängern. Eigentlich hätte die Initiative nach der aktuellen Wintersaison ihre Arbeit eingestellt; gegründet wurde sie 2001. Laut Werner Sauerhöfer hätten die „Mitglieder darauf gedrängt“, weiterzumachen, zumal „gerade jetzt viele Fragen noch nicht beantwortet sind“ und die Initiative PRO Winterreifen ihre Aufklärungsarbeit fortsetzen werde. So sei etwa geplant, im kommenden Frühjahr die Wechselbereitschaft der Endverbraucher von Winter- zurück auf Sommerreifen zu untersuchen. Die Prüforganisationen unter den Mitgliedern (KÜS, GTÜ) werden im Februar sowie im Mai entsprechende Daten während der von ihnen durchgeführten Hauptuntersuchungen sammeln. Die Initiative PRO Winterreifen plane danach eine Kampagne um zu verhindern, dass nun viele Endverbraucher zwar im Winter mit den richtigen Pneus unterwegs sind, zum Sommer dann aber auf eine Umrüstung verzichten. Auch hier sei noch Aufklärungsbedarf, so Sauerhöfer weiter.

Ein weiteres Thema, zu dem die Initiative künftig verstärkt tätig werden möchte, ist die Kennzeichnung von Winterreifen. „Da müssen neue Überlegungen angestellt werden, wie es zu einer nützlichen Materialprüfung kommen kann.“ Diesbezüglich gebe es durchaus noch Klärungsbedarf, so Sauerhöfer unter Hinweis auf den aktuellen Definitionswirrwarr zur Frage, was ein Winterreifen und eine geeignete Bereifung nun eigentlich genau sind nach den Buchstaben des Gesetzes bzw. der Straßenverkehrsordnung.

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