NABU kritisiert Giga-Liner-Konzept

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) hat im Vorfeld von Beratungen bei Bundesverkehrsminister Tiefensee an die Bundesregierung appelliert, jegliche Pläne zu einer bundesweiten Zulassung von 60 Tonnen schweren und überlangen Lkw auf deutschen Straßen „im Keim zu ersticken“. Nach NABU-Informationen soll bei den Beratungen eine Vorentscheidung über den Einsatz der so genannten Giga-Liner-Lkw fallen, die der Naturschutzbund als „Monster-Trucks“ bezeichnet. Es gebe zunehmend Hinweise, dass das Bundesverkehrsministerium seine bisher ablehnende Haltung zu den Trucks stark relativieren könnte, nachdem vor einigen Wochen mehrere Bundesländer Ausnahmegenehmigungen für die Zulassung von Giga-Linern erteilt hatten. „Auch wenn die Lobbyisten der Riesen-Lkw gern das Gegenteil behaupten: Mit einer Zulassung dieser Lastzüge wird das Wachstum des Lkw-Verkehrs auf deutschen Straßen beschleunigt, anstatt die Straßen vom Güterverkehr mit normalen Lkw zu entlasten“, ist NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller überzeugt.

Eine solche Entwicklung liefe jedoch allen Zielen zur Verlagerung des wachsenden Anteils des Güterverkehrs auf die Schiene und damit einer Reduktion der Klima-, Lärm- und Feinstaubbelastung zuwider. Während sich das Speditionsgewerbe vom Einsatz der 60-Tonner eine höhere Wettbewerbsfähigkeit und wachsende Marktanteile in klassischen Schienenmärkten wie z.B. Schüttgütern erhofft, befürchtet der NABU, dass dies alles auf Kosten des Steuerzahlers geschehe, denn die Fahrzeuge würden die Straßeninfrastruktur, insbesondere Brücken, stärker belasten. „Es ist bekannt, dass bereits die vorhandenen Lkw im Vergleich zu einem Pkw unverhältnismäßig viel zum Verschleiß der Fahrbahnen beitragen“, warnt Miller. Das Problem würde durch Giga-Liner weiter verschärft. Neben dem Klimaschutzaspekt hat der NABU große Bedenken auch im Hinblick auf die Verkehrssicherheit von Gigalinern. Aufgrund ihrer Fahrzeuglänge von 25 Metern und der großen Masse seien die Riesenlaster ein erhebliches Sicherheitsrisiko. „Niemand möchte sich vorstellen, was passiert, wenn ein beladener 60-Tonner ungebremst in ein Stauende fährt“, so Miller.

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