Bundessieger des Jungvulkaniseurwettbewerbs kommt aus Sachsen

Auf Einladung des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) sind die zuvor als Sieger aus ihrer jeweiligen Landesausscheidung hervorgegangenen Jungvulkaniseure Ende Oktober in der Lehrwerkstatt der Stahlgruber-Stiftung in München zusammengekommen, um in der Endausscheidung um den Bundessieg zu konkurrieren. Insgesamt acht Gesellen haben in diesem Jahr an dem Bundesleistungswettbewerb der Vulkaniseurhandwerksjugend teilgenommen. Einige von ihnen hatten sogar selbst Werkzeug mitgebracht, um den bekannten Schliff bzw. die vertraute Messerstärke des eigenen Geräts als Vorteil zu nutzen. Schließlich ging es darum, an je einem von Dunlop zur Verfügung gestellten Pkw-Neureifen durch abgestuftes Aufschneiden der Lauffläche und der Seitenwand den Reifenaufbau freizulegen.

Dabei lautete der konkrete Arbeitsauftrag:


  • Aufschneiden der Lauffläche bis zum Seitendekor auf einer Länge von 300 Millimetern.

  • Freilegen der ersten Gürtellage, der zweiten Gürtellage sowie der Karkasslage auf einer Länge von jeweils 100 Millimetern. Enthielt der Reifen eine Abdecklage, sollte diese sowie die erste Gürtellage jeweils nur 50 Millimeter freigelegt werden.

  • Über den gesamten Bereich war zudem auf einer Seite die Seitenwand bis zur Montagelinie freizulegen. Enthielt der Reifen eine Verstärkung in der Seitenwand, so war diese auf der Hälfte der Seitenwand darzustellen.


Alle Übergänge sollten dabei rechtwinklig und präzise gearbeitet werden, die Arbeiten waren unter Beachtung der Richtlinien zur Reparatur von Pkw-Reifen ohne Verletzung der restlichen Reifenteile auszuführen. Das alles in höchstens acht Stunden, wobei für eine perfekte Leistung maximal 100 Punkte zu erreichen waren.

Unter den Augen der dreiköpfigen Bewertungskommission – bestehend aus Stephan Immler (Vulkaniseurmeister, Reifen Immler, Immenstadt), Dirk Hübener (Vulkaniseurmeister und Dipl.-Ing./FH, Reifen Hübener, Wolfenbüttel) und Dirk Bialek (Vulkaniseurmeister, Reifen Feneberg, Kempten) – mussten die Wettbewerbsteilnehmer ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Nach einem relativ gleichmäßigen Start konnten erst mittags erste „Ausreißer“ erkannt werden. „Teilnehmer, die vormittags gut durchgekommen waren, fielen dann zurück. Aber bis zum Schluss wurde mit ganzem Einsatz gekämpft – physisch wie psychisch“, sagt der Jury-Vorsitzende Stephan Immler. Nach über sieben Stunden Arbeit und anschließender Begutachtung der Werkstücke durch die Prüfer standen dann jedoch die endgültigen Platzierungen fest.

Erster Bundessieger wurde mit einer Gesamtzahl von 80,3 Punkten und Note zwei Martin Marzahn (Landessieger Sachsen) von Fahrwerk-Reifenservice Aue, der als Lohn seiner Anstrengungen aus den Händen von Jens Ludwig von der Dunlop GmbH einen von dem Reifenhersteller für den Erstplatzierten gestifteten Scheck über 550 Euro entgegennehmen konnte. Mit einigem Abstand zu seiner Leistung gingen Christopher Elle (Landessieger aus Sachsen-Anhalt, Reifen-Meister Dolge, Köthen) als Zweitplatzierter und Volkan Yurdakul (Landessieger Nordrhein-Westfalen, Reifen Stiebling, Herne) als dritter Bundessieger aus dem Wettbewerb hervor. Mit insgesamt 68,0 bzw. 66,3 Punkten erreichten sie die Noten drei bzw. vier.

Wie der Zweit- und der Drittplatzierte gingen auch die restlichen Teilnehmer nicht leer aus. Für sie gab es als Erinnerung an den Wettbewerb eine ebenfalls vom Hersteller der Prüfungsreifen gesponserte Stabtaschenlampe. „Die rege Teilnahme ist ein Zeichen in die richtige Richtung“, zieht der Vorsitzende der Bewertungskommission ein positives Fazit des Bundesleistungswettbewerbs der Vulkaniseurhandwerksjugend. „Meisterzwang, neue Meisterprüfungsverordnung und modernisiertes Berufsbild zeigen deutlich, dass angesichts der wachsenden Anforderungen im Bereich Reifen- und Fahrwerkstechnik bestens geschulte, leistungsfähige Fachkräfte dringend benötigt werden. Die Bundessieger und Teilnehmer des Wettbewerbs gehören eindeutig dazu“, sagt Immler.

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