Wie Reifen helfen können, die Umwelt sauberer zu machen

Im Rahmen der zweiten IQPC-Tagung „Intelligent Tire Technology“ ging es nicht nur ausschließlich um das Thema Reifendruckkontrolle bzw. Notlaufreifen, sondern auch um die der Frage, wie Reifen umweltverträglicher gemacht werden könnten. In diesem Zusammenhang ging beispielsweise Dr. Axel Friedrich vom Umweltbundesamt nicht nur auf die in den Reifengummischungen enthaltenen hocharomatischen Öle ein, die in Verdacht stehen, krebserregend zu sein, und deren Bestandteile ab 2009 bestimmte Konzentrationsgrenzwerte nicht mehr überschreiten dürfen. Thematisiert wurde von ihm darüber hinaus der Einfluss des Reifenrollwiderstandes auf den Kraftstoffverbrauch und damit auf die Kohlendioxidemissionen. Immerhin sei der Kraftfahrzeugverkehr für zehn Prozent der Kohlendioxidemissionen verantwortlich, weshalb ein geringerer Rollwiderstand durchaus einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase leisten könne.

Seinen Worten zufolge hat sich der europäische Herstellerverband ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles) auf Emissionsobergrenzen bei Kraftfahrzeugen von 140 bzw. 120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer bis 2008 bzw. 2012 verständigt. „Derzeit liegen die Fahrzeuge bei Werten zwischen 160 und 170 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. In den vergangenen zwei bis drei Jahren ist die Entwicklung in Richtung niedrigerer Werte aber wieder fast zum Erliegen gekommen, weil die Autos immer mehr Leistung haben, zunehmend schwerer werden und häufiger auf Komfort ausgelegt werden“, sagte Friedrich. In diesem Zusammenhang plädierte er die Einführung von Grenzwerten für den Reifenrollwiderstand. Allerdings sollten diese Grenzwerte seiner Meinung nach so angesetzt werden, dass ein spürbarer Effekt von ihnen ausgeht. „Bezüglich der Geräuschemissionen durch Reifen liegen sie beispielsweise so hoch, dass nahezu alle Produkte mühelos darunter liegen. In einem solchen Fall forscht dann doch keiner mehr“, verdeutlichte Friedrich seinen Standpunkt.

Wie viel Kraftstoff sich mit rollwiderstandsarmen Reifen sparen lässt bzw. um wie viel sich die Treibhausgasemissionen gleichzeitig damit reduzieren, rechneten Richard Ahsbahs und Jerome Barrand aus dem Michelin-Konzern vor. Laut Barrand weist ein Reifen der Dimension 195/65 R15 91H typischerweise einen so genannten Rollwiderstandsbeiwert von zehn Kilogramm pro Tonne auf. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h koste dies ein damit bereiftes Fahrzeug 1,1 kW Leistung je Reifen. „Bei vier Reifen entspricht dies als 4,4 kW und kommt der Situation gleich, als würde das Auto ständig eine einprozentige Steigung hochfahren“, erklärte Barrand. Eine Reduzierung des Rollwiderstandsbeiwertes um ein Kilogramm je Tonne bzw. zehn Prozent schlägt sich demnach in einem Minderverbrauch von etwa 0,1 Liter je 100 Kilometer nieder – für einen leichten Kompaktwagen wird ein geringfügig kleinerer Wert angegeben, während die Ersparnis bei einem schweren SUV etwas größer ausfällt. „Bezogen auf die Kohlendioxidemissionen bedeutet dies eine Reduzierung in der Größenordnung zwischen knapp zwei und dreieinhalb Gramm pro Kilometer“, so Barrand. „Als Faustformel kann man sagen, dass eine Reduzierung des Rollwiderstandsbeiwertes um Kilogramm je Tonne etwa zwei Gramm weniger Kohlendioxid je Kilometer entspricht“, ergänzte Ahsbahs.

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