„Auto der Zukunft“ mit ins Rad integriertem Motor

Das Auto der Zukunft kommt ohne Motorblock und Lenkgestänge aus – dieses Szenario entwirft zumindest die Beratungsgesellschaft Eurospace. Nach Einschätzung der Consultants, die zahlreiche Automobilhersteller und Zulieferer auf der Kundenliste führen, werden zentrale Mobilitätsfunktionen wie Motor und Lenkung künftig ins Rad integriert.

„Wir reden hier allerdings von langfristigen Entwicklungen, nicht von den nächsten Jahren“, betont Eurospace-Geschäftsführer Vincent Ohana. Statt eines zentralen Motors ist das „Eurospace Future Car“ mit vier kleinen Elektromotoren ausgestattet – einer in jedem Rad. Mit diesem so genannten Radnabenantritt werden neben dem Motorblock auch Getriebe und Auspuffrohre überflüssig, so dass der Fahrzeugboden ganz glatt sein kann. Dies eröffnet gänzlich neue Gestaltungsmöglichkeiten für den Innenraum mit viel mehr Platz für die Insassen.

„Die Fortschritte beim Hybridantrieb haben auch einen Entwicklungsschub bei den Elektromotoren im Automobilbereich ausgelöst“, stellt Eurospace-Chef Vincent Ohana fest. Er prognostiziert: „Der Hybridantrieb ist die Lösung für heute und morgen, der Elektro-Radnabenmotor das Konzept für übermorgen. Heutige „Concept Cars“ mit Radnabenantrieb beschleunigen bereits in weniger als zwölf Sekunden von null auf hundert und bringen es auf eine Höchstgeschwindigkeit von beachtlichen 150 Stundenkilometern“, betont Ohana, wie weit die Entwicklung bereits fortgeschritten ist.

Nach Einschätzung von Eurospace werden noch vor dem Jahr 2015 die ersten derartigen Fahrzeuge auf dem Markt erscheinen. Zusammen mit dem Antrieb sollen künftig auch die elektronische Lenkung, die elektronische Keilbremse und die aktiven elektronisch geregelten Dämpfer im Rad Platz finden. „Sollte der Radantrieb unüberwindbare Probleme aufweisen, wird sich der Achsantrieb durchsetzen. Auf jeden Fall verschwindet der zentrale Motorblock“, ist sich Eurospace-Geschäftsführer Vincent Ohana sicher. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die mechanischen und hydraulischen Übertragungswege künftig vollständig durch „Drive-by-Wire“ ersetzt werden.

Die Idee, den Motorblock durch Elektromotoren in den vier Rädern zu ersetzen, ist übrigens nicht neu. Schon im Jahr 1900 konstruierte Ferdinand Porsche ein derartiges Auto – mehr als hundert Jahre später nähert sich die Technologie allmählich der Serienreife.

Nach der Gründung 1993 zunächst auf Raumfahrt und Satellitentechnik spezialisiert, befasst sich die Beratungsgesellschaft Eurospace das heute in einer Vielzahl von Märkten mit Zukunftsprojekten, die nächste Generationen in der jeweiligen Branche bestimmen. Zu den Gebieten zählen Automobil und Transport, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Telekommunikation sowie die Fertigungs-, Halbleiter- und Konsumgüterindustrie. Das Eurospace-Konzept des Project-Life-Cycle umfasst alle Projektphasen von der Strategie über die fachliche Expertise bis hin zur Implementierung.

Eurospace gehört seit 1996 zur Altran Group, die weltweit mit über hundert Tochtergesellschaften vertreten ist, und beschäftigt zur Zeit bei Wachstumsraten von jährlich über 20 Prozent mehr als 270 Consultants in Deutschland. Neben einem Forschungs- und Entwicklungszentrum in Chemnitz unterhält Eurospace Geschäftsstellen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart.

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