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Dunlop rüstet sich für sandige Verhältnisse beim DTM-Gastspiel

Wenn man die DTM-Rennfahrer nach ihren Lieblingsstrecken im DTM-Kalender befragen würde, dürfte der Name Zandvoort wohl am häufigsten fallen. So freut sich DTM-Tabellenführer Bernd Schneider (AMG-Mercedes) etwa auf das besondere Layout des Dünenkurses in der Nähe von Amsterdam: „Ich mag die Rennstrecke von Zandvoort sehr gerne. Sie gehört zu den echten Naturrennstrecken, ist sehr harmonisch in die Landschaft eingebettet und bietet langsame und schnelle Kurven gleicher-maßen.“ Sein schärfster Widersacher im Titelkampf, Tom Kristensen im Audi, ergänzt: „Die Strecke ist phantastisch und liegt wunderschön in den Dünen nahe am Strand.“ Zugleich gilt Zandvoort mit seinen Kuppen, blinden Ecken und unterschiedlichen Kurvenradien als besonders anspruchsvoll. Also eigentlich das perfekte Terrain für den Dunlop SP Sport Maxx, den Exklusivreifen der DTM.

Eigentlich. Denn der DTM-Variante des Ultra-High-Performance-Reifens von Dunlop wird es nicht leicht gemacht an diesem Wochenende. Die niederländische Berg- und Talbahn bietet eine Besonderheit, die mit keiner anderen Rennstrecke im DTM-Kalender vergleichbar ist: Sand. Feinste Körner werden immer wieder vom unmittelbar hinter der Haupttribüne gelegenen Strand auf die Strecke geweht. Vor allem am Morgen, etwa beim Warm-up, ist der 4,307 Kilometer lange Kurs von einer feinen Sandschicht überzogen, die erst im Laufe des Vormittags ganz beseitigt ist. Im Rennen herrschen somit andere Streckenverhältnisse als beim morgendlichen Warm-up. Je mehr Sand auf der Strecke ist, desto mehr rutschen die DTM-Fahrzeuge und desto höher ist naturgemäß der Verschleiß der Reifen, da die Lauffläche stark belastet und aufgeheizt wird. Wer beim Überrunden oder beim Überholversuch neben der Ideallinie landet, muss sich die Reifen erst wieder sauber fahren, was beim speziellen Gummi-Sand-Gemisch in Zandvoort durchaus ein halbe Runde dauern kann.

Im Gegensatz zum auf die Strecke gewehten Sand ist der Wind selbst übrigens weniger entscheidend für die Performance der DTM-Autos. Obwohl für das DTM-Wochenende teilweise starke Windböen angesagt sind, wird das Fahrverhalten kaum beeinflusst. Dazu müsste der Wind schon Sturmstärke erreichen und möglichst noch während der Runde drehen, so dass der eine Fahrer im Qualifying Rückenwind, sein Konkurrent aber Gegenwind und dementsprechend weniger Top-Speed hätte – ein mehr als unwahrscheinliches Szenario.

Doch auch ohne stürmische Einflüsse ist die Berg- und Talbahn anspruchsvoll genug. Denn der Asphalt hat vor allem in den alten Streckenteilen eine relativ hohe Texturtiefe, ist also besonders rau. Dadurch werden die Reifen stark beansprucht, der Verschleiß ist vergleichsweise hoch. Natürlich stellen sich die Teams auf diese Gegebenheiten ein, erarbeiten zusammen mit den Dunlop-Ingenieuren ein möglichst neutrales Set-up, das alle vier Reifen möglichst gleich fordert. Dennoch ist die hohe Texturtiefe für das Rennen ein zusätzlicher Spannungsfaktor: Denn durch den überdurchschnittlich hohen Verschleiß ist der Performance-Unterschied zwischen neuen Reifen und Pneus, die schon seit einigen Runden im Einsatz sind, besonders hoch. Wer also den perfekten Zeitpunkt für den Wechsel erwischt und freie Bahn hat, kann besonders viel Zeit gut machen – oder eben verlieren.

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