USW will Mustertarifvertrag mit Michelin aushandeln

(Akron/Tire Review) Überraschenderweise hat die US-Gewerkschaft United Steelworkers (USW) Michelin North America als Ziel dafür ausgewählt, um für die vor ihr vertretenen Arbeitnehmer einen Tarifabschluss zur anschließenden Übernahme für die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter auch anderer Reifenhersteller auszuhandeln. Die für die Hersteller Bridgestone/Firestone, Goodyear und Michelin North America zuständigen USW-Verhandlungskomitees haben sich Ende Juni dafür ausgesprochen, zunächst einen Mustertarifvertrag für die BFGoodrich-Werke des Michelin-Konzerns anstreben zu wollen. In der Branche wurde eigentlich damit gerechnet, dass die Wahl eher auf einen der beiden anderen Wettbewerber fallen würde.

„Entscheidend für die Auswahl von BFGoodrich war, dass wir glauben hier einen auch auf andere Hersteller übertragbaren Tarifvertrag abschließen zu können, der Arbeitsplätze sichert sowie den Lebensstandard von aktiven Mitarbeitern und Ruheständlern gleichermaßen garantiert“, sagt Ron Hoover, Executive Vice President der USW. Allerdings glauben einige Branchenkenner nicht daran, dass Goodyear oder Bridgestone/Firestone einen solchen Mustertarifabschluss übernehmen werden. Zwar würden alle drei Unternehmen bestrebt sein, kurz- und auch langfristig die Produktionskosten zu senken, doch seien die Ausgangssituationen jeweils ganz andere. In den Verhandlungen mit Michelin vertritt die Gewerkschaft die Interessen von etwa 4.000 Mitarbeitern dreier Werke, bei Goodyear geht es um 17.000 Arbeitnehmer in 14 Werken und bei Bridgestone/Firestone um 6.000 Arbeiter in acht Werken.

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