US-Grand-Prix: Michelin muss Bridgestone Vortritt lassen

Ferrari hätte mit Michael Schumacher und Felipe Massa auf den Plätzen eins und zwei kaum so deutlich in Indianapolis gewinnen können, wenn Bridgestone nicht einen Reifen mitgebracht hätte, der der Konkurrenz von Michelin eindeutig überlegen war. Während die Franzosen vorsichtig zu Werke gingen, aber immerhin mit Giancarlo Fisichella und Renault auf dem Treppchen vertreten waren, schöpften die Japaner aus dem Vollen. Im zehnten Saisonrennen war es der dritte Sieg für Bridgestone – alle eingefahren von Michael Schumacher im Ferrari, schreibt F1Total.com. „Ich bin erfreut über das heutige Ergebnis“, erklärte Bridgestones Technischer Manager Hisao Suganuma. „Für die Bridgestone-Belegschaft in aller Welt bedeutet das sehr viel. Es war ein hartes Rennen, die Streckentemperaturen erreichten 49 Grad Celsius, aber die Bridgestone-Reifen funktionierten so, wie sie sollten. Ferrari konnte daher einen Doppelerfolg einfahren und Jarno Trulli von Toyota holte wertvolle Punkte.“

Dabei hätte es noch besser für die Japaner laufen können, so F1Total.com weiter. „Bridgestone hätte fast vier Autos unter den besten fünf gehabt, wenn Ralf Schumacher nicht kurz vor Schluss ausgefallen wäre“, so der Japaner weiter. „So sind es drei Autos unter den besten vier, und ein Auto davon startete aus der Boxengasse. Das ist ein klares Anzeichen, dass die Bridgestone-Autos heute besser waren. Nun geht es in die heißeste Phase der europäischen Formel-1-Saison“, fuhr er fort. „Das wird nicht einfach werden, daher wollen wir sicherstellen, dass unsere Reifen in den restlichen [acht] Rennen weiterhin eine gute Leistung und Haltbarkeit haben. Aber ich muss sagen, dass ich mit unserer heutigen Leistung sehr zufrieden bin.“

Ein Jahr nach dem Fiasko von 2005 sei es Michelin nicht gelungen, den Skandal mit einem Sieg in Indianapolis endgültig vergessen zu machen. Der französische Reifenhersteller war Bridgestone am Samstag und Sonntag beim US-Grand-Prix hoffnungslos unterlegen, brachte aber wenigstens überaus haltbare Produkte an die Strecke, so F1Total.com. „Die Reifen“, erklärte Michelins Formel-1-Direktor Nick Shorrock, „die wir hier hatten, sollten eine Kombination aus Haltbarkeit und Performance darstellen. Den ersten Teil unserer Aufgabe haben wir tadellos erledigt, denn David Coulthard fuhr zum Beispiel einen 47 Runden langen Stint, aber den zweiten Teil konnten wir leider nicht erfüllen. Wie immer werden wir aus den Fehlern lernen und die Antworten in Zukunft in unsere Arbeit einfließen lassen.“

„Es gab an diesem Wochenende auch Positives: Das Publikum sah eine gute Show und die Atmosphäre war seit unserer Ankunft in Indianapolis außergewöhnlich“, fuhr der Brite fort. „Obwohl wir beim Unfall in der ersten Kurve sechs Autos verloren haben, landeten fünf Fahrer unserer Partnerteams in den Punkterängen. Ich gratuliere vor allem der Scuderia Toro Rosso zum ersten Punkt in ihrer noch jungen Teamgeschichte.“

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